Autofrei wohnen: Bern realisiert, worüber Zürich noch streitet

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Keinen Parkplatz suchen müssen, keine hohen Gebühren für den Stellplatz bezahlen, keinen Autolärm – das ist für Schweizer, die in einem autofreien Quartier wohnen kein Traum mehr, sondern gelebter Alltag. Lesen Sie hier, wie solche Projekte in Zürich und Bern realisiert werden.

Autofreies Wohnen verspricht eine hohe Lebensqualität.
In einem Autofreien Quartier wohnt es sich entspannt. Foto: © line-of-sight - Fotolia.com

Wo in Zürich noch gestritten und gebaut wird, wird in Bern schon seit einem Jahr gewohnt - und zwar ganz ohne Auto und sehr zufrieden. 80 Personen verzichten im Quartier Bümpliz vertraglich auf ihr Auto. Die Bewohner bewerten diese Form des Wohnens als eine mit sehr hoher Lebensqualität. Denn gemeinsam etwas für die Umwelt zu tun ist ihnen wichtig und die Zeit im Zug kann zum lesen besser genutzt werden als im Stau. Sogar das deutsche Fernsehen ist beeindruckt von so nachhaltigem Wohnen und schickte ein Fernsehteam nach Bern, um zu zeigen, wie Nachhaltigkeit im Alltag aussehen kann.

In der Zürcher Kantonalpolitik wird derweil gerade noch heftig darüber gestritten, ob Bewohnern das Auto vor der Haustüre verboten werden darf oder nicht. Denn um die Energieziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, sollen sich in Zürich in den nächsten Jahren hunderte Mieter vertraglich verpflichten, auf das Auto zu verzichten. Sie sollen im Frühjahr 2014 in die neu entstehende Siedlung Kalkbreite einziehen. Dort wird für 204 Personen autofreier Wohnraum geschaffen. Trotz des Streits auf politischer Ebene ist die Nachfrage nach dem nachhaltigen Wohnen laut der Genossenschaft sehr hoch. Um diesem Interesse der Bevölkerung nachzukommen, ist sogar eine zweite Siedlung auf der Kronenwiese geplant, deren 94 Wohnungen in autofreier Umgebung bis Anfang 2016 bezugsfertig sein sollen.

Quelle: Tagesanzeiger Text: Miriam Dippe