Cradle to Cradle-Möbel: Keine Materialien verschwenden

Beim Wohnen mit nachhaltigen Möbeln fühlt man sich einfach wohl.

Wohnen mit nachhaltigen Möbeln ist schön und man fühlt sich wohl. Foto: © Jupiterimages / Photo.com / Thinkstock

Gegen wachsende Müllberge und Giftstoffe ist eine neue Idee gewachsen: Cradle to cradle. Damit verfolgt man die komplette Rückgewinnung von Möbeln und Heimtextilien, wobei Deponien und Recycling wegfallen. Die Einrichtungsgegenstände werden nach der Nutzung zerlegt und die Einzelteile zu neuen Möbeln zusammengebaut. So entsteht ein Kreislauf, der von der Natur kopiert wurde. Deshalb plant man die Produkte ohne giftige Stoffe oder Hilfsmittel, wie synthetische Öle. Um eine Kompostierung oder Neukonstruktion zu ermöglichen, sind u.a. toxische oder krebserregende Farben nicht erlaubt. Infolgedessen senkt sich auch die Umweltbelastung. In der Schweiz unterstützt die EAPA Switzerland Möbel- und Textilhersteller. Das Cradle to Cradle Zertifikat in Silber erhielt der Schweizer Bürostuhl von giroflex. Von den Rollen bis zum Stahlrohr sind die Stühle zerlegbar und sortenrein zu trennen. Schaumstoffe und Polster bestehen aus rezyklierbarem Material. Die Firma Gessner stellt vollständig kompostierbare Bezüge aus Wolle und Zellulose her, die sich vorzugsweise für Büroeinrichtung eignen. Mit dem Cradle-to-Cradle-Prinzip haben Möbelstücke nun mehr als nur ein «Leben».

Multifunktional: Aus einem Computer wird ein Katzenhaus

Designgut stellt eine Idee für ausgeschlachtete Computergehäuse vor: Nachdem man das Innenleben fachgerecht entsorgt hat, kann man aus dem Rest ein gemütliches Katzenheim basteln. Der Boden wird mit einem alten Kissen und Stoffen ausgelegt. Ein gutes Beispiel für umfunktionierte Wiederverwertung.

Recyclingmöbel: Neues mit Geschichte

Aus Alt mach Neu: Bei Möbeln aus Holz oder anderen Materialien ist wichtig, dass kein Kleber verwendet wird. Sonst entstehen aus einer unsauberen Trennung minderwertige Wiederverwertungsprodukte. Der Schweizer Peter Krebs baut hingegen Recyclingmöbel mit Geschichte. Aus gebrauchten Weinkisten entstehen individuelle Tische, Sideboards und Kommoden. Aufdrucke und Spuren der Zeit erzählen eigene Geschichten. Die Unikate zeigen auch, dass den Eigentümern die Umwelt am Herzen liegt. Ferner werden Schubladen, alte Matratzen, Stoffe und andere bereits gebrauchte Teile von Möbeldesigner neu zusammengebaut. Damit setzen sie ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Das vermitteln auch Hocker aus Olivenölkanistern von rafinesse & tristesse.

Kartonmöbel: In einem Pappbett lässt sich gut träumen

Wenn man umzieht, verpackt man seine Möbel für gewöhnlich in stabile Pappkartons. Inzwischen verzichten immer mehr Menschen darauf und greifen gleich zu Kartonmöbeln. Weit verbreitet sind Schubladen, aber auch Pappbetten werden angeboten. Diese bestehen meist aus Altpapierbahnen, die mit Naturbindemitteln verklebt sind. Das Bett kann in seiner Grösse verändert werden. Dafür steckt oder schiebt man die Einzelteile immer wieder neu zusammen. Wer Interesse an diesen Pappmöbel hat, kann sich darüber auf Möbelauskarton informieren.

Was man beim Einkauf von nachhaltigen Möbeln unbedingt beachten sollte:


  • Augen auf beim Möbelkauf: Wer auf das FSC-Gütesiegel und PEFC achtet, geht sicher, dass das Holz aus umwelt- und sozialverträglicher Waldbewirtschaftung stammt. Der Blaue Engel zeigt, ob das Mobiliar ohne Schadstoffe gefertigt wurde. Gibt es keinen Hinweise auf Herkunftsland oder Umweltverträglichkeit, sollte man beim Verkaufspersonal nachhaken.
  • Schweizer Produkte: Lokale Herstellung garantiert kurze Transportwege und Sozial- sowie Umweltstandards (im besten Falle CO2-neutrale Produktion, wenig Energieverbrauch)
  • Holz statt Plastik: Einrichtungsgegenstände aus nachwachsenden Rohstoffen und aus Recyclingmaterialien sind Kunststoffen vorzuziehen.
  • Langlebig: Qualitativ hochwertige Möbelstücke sind besser, weil sie zudem reparabel, zeitlos, multifunktional und umbaubar sind.
  • Wiederverwertbar: Die Materialien sollten rezyklierbar und einfach zu trennen sein.
  • Sitzbezüge: Die Textilien sollten nachhaltig produziert und im besten Fall mit Naturfarbe eingefärbt worden sein.

Linktipps:

 

Text: Kerstin Borowiak, Quellen: wwf, greenpeace, Energiestadt Aesch, Pfister, bmf, giroflex, EAPA Switzerland, Gemeinde Horw, Wikipedia, energie-umwelt.ch