Heizung entlüften spart Energie: Eine einfache Anleitung

Es blubbert, gluckst, das Thermostat steht auf höchster Stufe und der Heizkörper wird nur teilweise oder ungenügend warm? Dann ist es gerade zum Anfang der Heizperiode nötig, den Heizkörper zu entlüften. Das spart nicht zuletzt auch Energie. Wie das ganz schnell geht, eine einfache Anleitung.

Heizkörper entlüften: Eine Anleitung
Luft im Heizungssystem muss raus. Foto: © elilena / iStock / Thinkstockphotos
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Ist Luft in der Heizung, kann die Heizanlage noch so kräftig heizen, einer oder mehrere Heizkörper – im schlimmsten Fall alle – werden dennoch nicht oder nur ungenügend warm. Gerade zum Beginn der Heizperiode sollten daher alle Heizkörper bei voll aufgedrehtem Ventil in der Wohnung oder dem Haus auf eine gleichmässige Wärmeabgabe und ungewöhnliche Geräusche überprüft werden. Sind die Heizkörper nur mässig warm, oder ist sogar ein deutliches gluckern zu vernehmen, ist Luft im System, die man aber ganz einfach wieder los wird.

Was vor dem Heizkörper Entlüften wichtig ist

Es ist nicht viel nötig, um einen Heizkörper oder Radiator zu entlüften. Die allermeisten Heizungen können mit einem Entlüftungsschlüssel, einem kleinen Behälter (eine Tasse o. ä.) und gegebenenfalls einem Putzlappen entlüftet werden.

Wohnen Sie in einem eigenen Haus oder haben Zugang zur Heizanlage, dann heisst vor dem Entlüften zunächst die Umwälzpumpe der Heizung abstellen. Gleiches gilt für all jene, die eine Gastherme installiert haben. Denn nur so kann sich die Luft wirklich komplett in den Radiatoren absetzen. Wird dies nicht gemacht, zirkuliert ein Teil der Luft weiterhin im System. Dann ist eventuell ein zweites Entlüften der Heizkörper nach einigen Tagen nötig. Nach dem Abstellen der Umwälzpumpe sollte man etwa eine halbe Stunde bis eine Stunde abwarten, bevor man mit dem Entlüften der Heizkörper beginnt.

Ganz einfach Heizkörper entlüften

Wer dies noch nie gemacht hat, sollte vorher wissen, dass es ganz schön Zischen kann, sollte Luft im Heizkörper vorhanden sein. Zum Entlüften trotzdem zunächst alle Heizkörper auf «maximal» stellen. Wohnen Sie in einer mehrgeschossigen Wohnung oder in einem Haus, dann bei dem untersten Heizkörper mit dem Entlüften beginnen und sich Stock für Stock nach oben durcharbeiten.

Zum Entlüften den innen vierkantigen Entlüftungsschlüssel auf das Entlüftungsventil setzen. Dieses sitzt nahezu immer am gegenüberliegenden Ende des Thermostatventils. Bei Handtuchheizkörpern sitzt das Entlüftungsventil an der Oberseite, meist auf der gegenüber dem Thermostat.

Nun langsam das Ventil gegen den Uhrzeigersinn aufdrehen. Eine viertel oder halbe Drehung genügt meist schon. Ist Luft enthalten, hören Sie ein durchaus lautes Zischen. Ist dies der Fall, die Luft solange ablassen, bis kein Geräusch mehr zu vernehmen ist und nur noch etwas Heizungswasser herauskommt. Dann das Heizungsventil sofort wieder schliessen.

Nun einfach Zimmer für Zimmer, eventuell Stockwerk für Stockwerk die Prozedur wiederholen. Hiernach die Umwälzpumpe wieder anschalten. Noch ein Tipp: Je nach Druck auf dem System kann das Wasser auch gerne mal richtig rausspritzen. Daher gilt beim Heizungsentlüften: Wirklich vorsichtig das Ventil aufdrehen und gegebenenfalls gleich mit einem Putzlappen nachwischen.

Ob das Entlüften der Heizkörper ein voller Erfolg war, werden Sie spätestens nach einer Stunde merken. Die Heizkörper sollten nun lautlos laufen und gleichmässig erwärmt sein.

Tipp für Hausbesitzer: Nach dem Radiatoren Entlüften vielleicht mal nach dem Wasserstand der Heizungsanlage schauen. Denn es könnte sein, dass hier die Wasserstandsanzeige etwas zu niedrig ist. Gerade wenn Wasser beim Heizkörper entlüften entwichen ist, kann dies schon mal der Fall sein.

Sollte das Entlüften der Heizkörper keinen Erfolg zeigen, kann es auch sein, dass im Misch- oder Thermostatventil der Ventilstift festsitzt. Dies kann bei älteren Ventilen und nach längeren Heizpausen durchaus der Fall sein. Dann heisst es im Zweifelsfall den Fachmann fragen. Das Entlüften der Radiatoren sollte gegebenenfalls nach einigen Wochen wiederholt werden.

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann