Jeder Schritt zählt: Berechnen Sie Ihren Ökologischen Fussabdruck

Der ökologische Fussabdruck zeigt auf, wie sehr der Mensch die Umwelt beansprucht. Wie Sie Ihren persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen und mit welchen Massnahmen Sie ihn verkleinern können.

Der ökologische Fussabdruck: WIe er sich berechnet und was er aussagt
Foto: © Basnik / iStock / Thinkstockphotos
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Immer häufiger wird in den Medien vom «ökologischen Fussabdruck» oder dem «ecological footprint» gesprochen. Dieser soll anzeigen, wie viele Ressourcen wir mit unserem Lebensstil verbrauchen und welche Auswirkungen das auf die Umwelt hat. Alle Lebensbereiche von Ernährung über Arbeit bis zur Freizeit werden dabei analysiert, um den persönlichen ökologischen Fussabdruck zu erstellen. Aber es gibt auch ökologische Fussabdrücke für die ganze Welt oder einzelne Regionen.

Beim weltweiten ökologischen Fussabdruck etwa zeigt sich, dass es 1,5 Erden bräuchte, damit unsere Welt die Rohstoffe produzieren könnte, die wir jährlich verbrauchen. In 2014 hatten wir am 19. August bereits alle Ressourcen aufgebraucht, die uns für ein Jahr zur Verfügung stehen würden. In der Schweiz wurde der so genannte «Overshoot Day» sogar bereits am 9. Mai erreicht. Der ökologische Fussabdruck ist hierzulande also noch etwas grösser als durchschnittlich weltweit.

So wird der ökologische Fussabdruck gemessen

Der ökologische Fussabdruck wird in sogenannten globalen Hektaren bemessen. Um diesen Wert zu erhalten, wird der persönliche Lebensstil analysiert und berechnet, wie viel Fläche der Erde es beanspruchen würde, um die jährlich verbrauchten Ressourcen wieder herzustellen. Je nachhaltiger man lebt, um so kleiner ist die Fläche, also die Anzahl benötigter globaler Hektare.

In der Schweiz sind zum Beispiel durchschnittlich pro Kopf 5 globale Hektare (gha) nötig. Das heisst, 5 Hektare der Erde produzieren so viele Ressourcen, wie jeder einzelne Schweizer im Jahr verbraucht.

Das Problem dabei: Auf der Fläche der Schweiz selbst stehen eigentlich nur 1,2 gha Ressourcen pro Jahr zur Verfügung. Mit 5 Hektaren pro Kopf verbraucht der durchschnittliche Schweizer somit deutlich mehr als er eigentlich dürfte. In anderen europäischen Ländern sieht dies aber ähnlich aus. Unseren Nachbarn wie Deutschland oder Frankreich steht zwar mehr Fläche zur Verfügung, weshalb sie pro Kopf theoretisch auch etwas mehr an Ressourcen verbrauchen dürften. Der tatsächliche Ressourcenverbrauch liegt jedoch auch hier im Durchschnitt sehr weit über dem eigentlich verfügbaren.

Den persönlichen ökologischen Fussabdruck berechnen

Die für das jeweilige Land angegebenen Werte des ecological footprint sind nur Durchschnittswerte. Wer seinen persönlichen ökologischen Fussabdruck messen möchte, findet in der Schweiz beim WWF einen Footprint-Rechner. Dieser stellt Fragen zum Verhalten in unterschiedlichen Lebenssituationen und misst so in etwa den eigenen Ressourcenverbrauch im Vergleich zum Durchschnitt.

In Deutschland kann man den ökologischen Fussabdruck unter fussabdrdruck.de berechnen lassen, Verbesserungsvorschläge inklusive, sowie auf footprint-deutschland.de. Interessierte österreichische Konsumenten können ihren ecological footprint auf Mein-Fussabdruck.at messen.

Tipp der Redaktion zu den Fussabdruck-Rechnern: Die erfassten Daten und die daraus errechneten Ergebnisse sind bei diesen ökologischen Fussabdruck-Rechnern teilweise sehr unterschiedlich. Vielleicht probieren Sie einfach mal mehrere Rechner aus. Auch wenn die Berechnungen nicht ganz exakt sind, die teilweise angegebenen Tipps zum möglichen Reduzieren des ökologischen Fussabdrucks können Sie in jedem Fall daraus mitnehmen.

10 Tipps zum Verkleinern des ökologischen Fussabdrucks

Wie kann man seinen ökologischen Fussabdruck verkleinern? Ein paar einfache Massnahmen:

  1. Lieber Bahn als Flugzeug für die Ferienreise nutzen
  2. Öffentliche Verkehrsmittel wählen und das Auto so oft wie möglich stehen lassen
  3. Das Licht in jedem Raum, in dem man sich nicht aufhält, ausschalten verkleinert den Energiebedarf und damit den ökologischen Fussabdruck
  4. Sehr alte, stromfressende Geräte gegen neue energieeffiziente eintauschen - das lohnt sich auch finanziell
  5. Die Raumtemperatur im Winter um ein Grad reduzieren spart alleine bis zu sechs Prozent der benötigten Heizenergie
  6. Regionale und saisonale Lebensmittel einkaufen statt weitgereister oder aus dem Treibhaus stammender
  7. Auch mal etwas selbst anbauen, auf dem Balkon oder im Garten. Denn hierfür ist der ökologische Fussabdruck gleich null, zumindest, wenn torffreie Erde gewählt wird und man Regenwasser nutzt
  8. Den Einkauf genau planen und so Lebensmittelverschwendung vermeiden
  9. Öfter mal eine vegetarische Mahlzeit geniessen
  10. Beim Kauf auf Bioprodukte setzen, da diese in einem natürlichen Kreislauf angebaut werden und ohne Kunstdünger oder hohen Wasserverbrauch produziert werden. Dies gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Bekleidung.

Quellen: BFS, Global Foodprint Network

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann