Energiesparlampe: Adieu, warmes Licht. Salut Effizienz!

Weniger Stromverbrauch, Schonung von Portemonnaie und Umwelt: Die Vorteile der Energiesparlampe liegen auf der Hand. Ästhetik und Quecksilber scheiden aber die Geister - nicht nur Designer, sondern auch EU-Parlamentarier fordern die Aussetzung des Verbots.

Energiesparlampen sind zwar effizient, aber sie liefern kaltes Licht.
Energiesparlampen sind effizienter als herkömmliche Glühbirnen, aber sie bringen kälteres Licht. Foto: vasabii / iStock / Thinkstock
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Die Ära der klassischen Glühbirnen mit ihrem warmen Licht geht zu Ende. Bereits im Januar 2009 wurde der Verkauf von Lampen der Effizienzklassen F und G in der Schweiz verboten. Mit der Übernahme des EU-Verbots dürfen auch die Energieeffizienzklassen E bis C nicht mehr angeboten werden. Somit ist seit September des letzten Jahres auch in der Schweiz die zweite Stufe der neuen Energieverordnung der EU erreicht. Betroffen sind jetzt also alle matten Lampen, ausser der Energieeffizienz-Klasse A, klare Lampen ab 75 Watt und klare Halogenlampen ab 60 Watt Leistung. Bis Ende 2012 soll auch allen Glühbirnen ab 40 Watt der Strom abgedreht werden. Mit diesen und weiteren Massnahmen, wie sparsameren Haushaltsgeräten, will der Bund jährlich 960 Millionen Kilowattstunden einsparen. Dies entspricht laut dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation etwa dem jährlichen Stromverbrauch der Stadt Bern oder in Zahlen einer Stromrechnung von 150 Millionen Franken.

95 Prozent verpuffen

Energietechnisch gesehen ist der Tod der Glühbirne kein Verlust, denn diese wandelt nur fünf Prozent des Stroms in Licht um und lässt den Rest als Wärme verpuffen. Dennoch gibt er Anlass zu heftigen Diskussionen. Das EU-Parlament ist sich uneins über das Glühbirnenverbot. Nach Warnungen vor dem in den Energiesparlampen enthaltenen Quecksilber ist die Debatte über das Verbot aktueller denn je: Das deutsche Umweltbundesamt UBA warnte Anfang Dezember des vergangenen Jahres vor Gesundheitsgefahren aufgrund der quecksilberhaltigen Lampen. Denn gehe eine Energiesparlampe zu Bruch, könne eine Quecksilberkonzentration im Raum freigesetzt werden, die den Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter um das Zwanzigfache überschreite. Bei dem Test wurden allerdings nur zwei Energiesparlampen mit je zwei oder fünf Milligramm Quecksilber untersucht, welche im heissen Zustand zerbrochen und während mehrerer Stunden im geschlossenen Raum belassen wurden. Das UBA rief die Verbraucher zumindest dazu auf, Energiesparlampen zu kaufen, welche mit einer Kunststoffummantelung vor dem Zerbrechen gesichert sind.