«Vier A-Kategorien sind verwirrend»

Neben einem effizienten Gerät ist auch der richtig Umgang damit wichtig.

Die vielen A-Kategorien der Energie-Etikette sorgen beim Konsumenten für Verwirrung. Foto: Shawn Hempel / iStock / Thinkstock

Wenig glücklich über die neue Etikette ist man beim Gerätehersteller V-Zug. «Die vier A-Kategorien sind verwirrend», so Hans Mazzoleni von der Geschäftsleitung. Doch ansonsten habe die neue Energieverordnung kaum Auswirkungen auf die Firma, weil die Reduktion des Stromverbrauchs stets ein wichtiges Kriterium bei jeder Entwicklung gewesen sei. Verbesserungen könnten in den nächsten Jahren noch bei der Isolation von Kühlschränken resultieren, prognostiziert Mazzoleni. Man arbeite an Modellen mit Vakuum-Pannels anstelle der Schäumungen, die immer noch das Ozon-schädliche FKW enthalten. Doch mindestens so bedeutsam sei der Umgang mit den Geräten: Viele Leute füllen die Waschmaschine nicht, waschen zu heiss und spülen das Geschirr warm vor. «Solches Verhalten frisst die Verbesserung der Geräte bei weitem wieder weg», sagt Mazzoleni.

Freiwilliges Energystar-Label

Die Hersteller von Bürogeräten wie Computern oder Druckern kennzeichnen ihre effizientesten Geräte auf freiwilliger Basis mit dem blauen Energystar-Label. Unter diesen Produkten sind die Unterschiede jedoch gross. Die Homepage www.topten.ch macht etwa bei Druckern Verbrauchsunterschiede bis zu Faktor fünf aus. Die Sparsamkeit von Geräten ist zudem unter www.energystar.ch ersichtlich.

Text: Andrea Söldi

Wann sollen Haushaltgeräte ersetzt werden?

Mit dem Ersatz sämtlicher alter durch neue Elektrogeräte könne in Privathaushalten über 40 Prozent des Stroms gespart werden, schätzt die Energie Agentur Elektrogeräte. Dennoch zögern manche, ein noch funktionstüchtiges Gerät zu entsorgen. Schliesslich ist das mit Kosten verbunden und auch die Herstellung eines neuen Geräts erfordert Energie und Material. Doch nach zehn bis fünfzehn Jahren zahlt sich eine Neuanschaffung sowohl finanziell als auch aus Umweltgründen aus. Vor allem bei Geräten, die dauernd am Strom hängen, wie etwa Kühlschränken. Dagegen kann der Staubsauger eher etwas länger im Betrieb bleiben, weil er nur stundenweise gebraucht wird.

Ein wichtiger Faktor, der zur Energiesenkung beiträgt, ist auch der Standby-Verbrauch: Seit 2010 wurde dieser per Gesetz markant verringert. Wenn man also ältere Geräte benutzt, ist es besonders wichtig, sie ganz auszuschalten. Ob sich ein Gerät im Standby-Modus befindet, erkennt man an der Wärme, die es ausstrahlt, oder an roten Leuchtpunkten, wie etwa beim Fernseher.



Wieviel Geld spare ich mit einem sparsamen Kühlschrank? Ein Rechenbeispiel:

Der Schweizer Elektrowarenhersteller V-ZUG (www.vzug.com) bietet einen Kühlschrank von 281 Liter Inhalt mit Gefrierfach an. Das A++ -Modell kostet 3180 Franken und verbraucht im Jahr 185 kwh. Das A+ - Modell kostet 2920 Franken und braucht 246 kwh / Jahr. Bei einem durchsschnittlichen Strompreis von 15 Rp. pro kwh bräuchte man 24 Jahre, um den Mehrpreis zu amortisieren. Doch derweil hat man dazu beigetragen, den Gesamtenergieverbrauch wenn auch nur gering, aber doch zu senken.