Simone Niggli: «Nachhaltigkeit geht uns alle etwas an»

Die 17-fache OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder zeigt nicht nur im Sport vollen Einsatz, sondern auch beim Thema Nachhaltigkeit. Dafür wurde sie jetzt sogar mit dem Nachhaltigkeitspreis Prix NATURE Swisscanto ausgezeichnet. nachhaltigleben sprach mit ihr über ihr aussergewöhnliches Engagement.

Simone Niggli setzt sich für Nachhaltigkeit ein und wurde dafür mit dem Prix NATURE Swisscanto ausgezeichnet.
Simone Niggli, die 17-fache OL Weltmeisterin und Mutter setzt sich für Nachhaltigkeit ein. Foto: © Stöh Grünig
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Simone Niggli-Luder ist ein nachhaltiger Lebensstil wichtig. Deshalb engagiert sie sich als Botschafterin der Stiftung Biovision für den Ausbau der Bio-Landwirtschaft in Afrika. Besonders überzeugt habe sie, dass es dabei nicht nur um das Geld geben geht, sondern darum, den Menschen wirklich beim Aufbau einer nachhaltigen Landwirtschaft zu helfen.

Ihr Streben nach mehr Nachhaltigkeit beschränkt Simone Niggli-Luder aber nicht auf ihr soziales Engagement. Vielmehr zieht es sich durch ihr ganzes Leben. Und darum versucht sie, auch im Alltag möglichst nachhaltig zu leben. Sie achtet auf eine regionale und saisonale Ernährung und nutzt lieber den ÖV als das Auto. Ihr bisher grösstes nachhaltiges Projekt ist vor kurzem fertig geworden. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein Plusenergiehaus gebaut. «Es war uns wichtig, dass wenn wir schon ein Haus bauen, es auch nachhaltig ist», erklärt sie. Dennoch betont sie auch, dass der Bau des Plusenergiehauses alleine nicht ausreicht: «Es kommt auch darauf an, wie man darin lebt.»

Und das sollen auch ihre drei Kinder so früh wie möglich mitbekommen. Sie lernen bereits von klein auf, wie wichtig es ist, das Licht zu löschen und kein Wasser zu verschwenden. Auch verzichten müssen die Kleinen für den nachhaltigen Lebensstil schon mal. Denn obwohl auch im Winter die heiss geliebten Erdbeeren  im Supermarkt auf Höhe der Kinderaugen greifbar sind, bleiben sie stehen. «Meine Tochter ist extrem hinter Erdbeeren her, aber die gibt es jetzt nun wirklich noch nicht und das muss sie einfach verstehen.» Und das tut sie dann auch, meistens jedenfalls.

Es ist nicht immer einfach, nachhaltig zu leben, auch für Simone Niggli-Luder selbst nicht. Sie ist für ihren Sport viel im Ausland unterwegs und sitzt aus Zeitgründen öfter mal im Flieger. Da habe sie ein besonders schlechtes Gewissen, betont sie. Sie würde aber zumindest den CO2-Ausstoss solcher Reisen durch die Investition in Klimaschutzprojekte kompensieren. «So kann ich wenigstens mein Gewissen ein klein wenig beruhigen», erklärt sie. Obwohl sie sich auch darüber bewusst sei, dass die CO2-Kompensation nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Besser wäre es, gar nicht zu fliegen, aber das geht nun mal nicht immer.  

Simone Niggli wurde für ihren Einsatz in Sache Nachhaltigkeit mit dem Prix NATURE Swisscanto ausgezeichnet.

Simone Niggli wurde für ihren Einsatz in Sache Nachhaltigkeit mit dem Prix NATURE Swisscanto ausgezeichnet. Foto: © NATUR

Auch ein paar andere Situationen gibt es, in denen die sonst so konsequente Sportlerin aus Bequemlichkeit nicht so nachhaltig ist, wie sie sein könnte. Zum Bespiel, wenn sie dann doch einmal das Auto nimmt, statt den Zug. Aber im Grunde lebt Simone Niggli-Luder die Nachhaltigkeit, über die viele andere oft nur sprechen. Und genau deshalb wurde sie jetzt auch mit dem Prix NATURE Swisscanto in der Kategorie «Hoffnungsträger» ausgezeichnet. Über diese Anerkennung hat sie sich dann auch besonders gefreut: «Für mich ist es eine grosse Ehre, weil es der erste Preis ist, den ich nicht für meine sportlichen Leistungen bekommen habe, sondern für meine gesamte Lebenseinstellung. Wir geben uns Mühe, nachhaltig zu leben, und es ist schön, so dafür belohnt zu werden.»

Zur Person:

Simone Niggli-Luder ist 17-fache Weltmeisterin im Orientierungslauf. Neben Ihrem Sport engagiert sie sich mit der Stiftung Biovision für den Ausbau einer nachhaltigen Landwirtschaft in Afrika. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in einem neu gebauten Plusenergiehaus in Münsingen.

 

 

Text: Bianca Sellnow

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