Sind Silikonbackformen ein Risiko für die Gesundheit?

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Sie sind leicht, man spart sich oft das Einfetten und nach dem Backen bekommt man das Gebäck, die Muffins oder den Kuchen spielend leicht aus der Form. Doch das war es auch schon mit den Vorteilen der meisten Silikonbackformen. Denn viele davon geben Chemikalien an Plätzchen und Co. ab.

Silikonbackformen-Test: Welche Gefahr für die Gesundheit?
Silikonbackformen sind ja so praktisch. Der Bäcker benötigt weniger Fett und das Gebackene geht spielend leicht aus der Form. Was jedoch an Chemikalien beinhaltet ist, beunruhigt nicht nur die Tester. Foto ©: tagota / iStock / Thinkstockphotos

Nur vier der insgesamt 13 Silikonbackformen im Test von «Kassensturz» in 2013 bekamen ein «sehr gut». Die anderen fielen mehr oder weniger auf, da die Schadstoffausdünstung teils erheblich war. Auch Ökotest hat sich Silikonbackformen im Test vorgenommen. Dabei fielen jedoch lediglich drei der getesteten Formgeber negativ auf.

Backformen im Test: Ab 150 Grad Silikon in den Plätzchen oder Muffins

Es gibt gesetzliche Vorschriften dazu, welche Stoffe bei der Herstellung von Silikon erlaubt sind. Leider, so ein Bericht des SRF über die Silikonbackformen im Test, sei der Grossteil der erlaubten Substanzen noch nicht auf seine Schädlichkeit getestet. Nur eines weiss man bereits heute: Ab 150 Grad Erwärmung dünsten viele Backformen das Silikon aus. Es landet in den süssen Leckereien. Zwar sei das prinzipiell für den Menschen nicht schädlich, informiert das Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG, doch die Vorstellung, Silikone in seinem Essen zu haben, verdirbt sicherlich so mancher Naschkatze das Selbstgebackene.

Die schädlichen Stoffe in Silikonbackformen

Die Grundzutaten für Silikon sind zunächst völlig unverfänglich. Ton, Sand und Keramiken sind die Basis, aus denen Silikate gewonnen werden. Problematischer sind die anderen Inhaltsstoffe. Zwar gibt es dafür wie üblich Grenzwerte. Doch diese wurden laut Labortests von «Kassensturz» teils erheblich überschritten. Dies seien vor allem flüchtige organische Bestandteile, VOC genannt, die als gesundheitsschädlich gelten und aus mehreren Silikonformen in messbarer Menge ausdünsten. Ökotest entdeckte zudem in einer Form Panatharen, einen Stoff der Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, welcher von der US-amerikanischen Umweltbehörde zu einer der 16 schädlichsten Chemikalien ernannt wurde.

Schadstoffe in Silikonbackformen minimieren und meiden

Ökotest hat einen Tipp in seinem Silikonbackformen-Test gegen Schadstoffe parat: Da die Schadstoffbelastung auch aufgrund einer unzureichenden Vorbehandlung der Formen vorkommen könne, sollen Konsumenten die Silikonbackformen vor Erstgebrauch vier Stunden bei 200 Grad erhitzen und dazu kräftig lüften. Dann würden potentielle Schadstoffe ausdampfen. Ob das Dauerbefeuern des Backofens nun ökologisch ist und ob wirklich alle Schadstoffe die eigenen vier Wände freiwillig verlassen, sei dahingestellt.

Die Alternative: Die guten alten Blechformen – von der Kuchen- bis zur Muffinform. Für Letztere gibt es zudem nach wie vor Papierförmchen und zu Weihnachten kann das einfache Backblech mit Backpapier für die Weihnachtsbäckerei durchaus noch mithalten.

Eine Frage bleibt allerdings: In einem Test gab es nur eine wirklich schlechte Silikonform, im anderen Test ist es nahezu die Hälfte, die durchfällt. Ist die Zufallsauswahl der Silikonbackformen für den Test wirklich aussagekräftig?

Die von Kassensturz getesteten Silikonbackformen im Überblick

Zu empfehlen:
Ikea - Sockerkaka (Ikea / CHF 9.95), Easy Make - Moule à financiers (Conforama / CHF 9.95), Saveurs & Dégustations - Moule à Tarte (Conforama / CHF 9.95), de Buyer - Moul’flex (CHF 29), Gries - 6 Muffinförmchen (Depot / CHF 9.95), Secrets de Gourmets - Moule 12 Briochettes (CHF 5.95)

Gerade noch zu empfehlen:
Carambell - Scrap Cooking (Manor / CHF 24.90), Importé per Casa International NV - Train, (Casa / CHF 14.95), Casino - Moule 6 brioches (Casino / CHF 9.90), Guardini - Juliette CHF (Casa / 19.95)

 

Mehr zum Silikonbackformen-Test in einem SRF-Beitrag

Quellen: SRF, Ökotest

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann