Elektro-Müll: Handys und Batterien richtig recyceln

Die Schweiz kann Ihr Potenzial für Recycling noch besser ausschöpfen. Mit dem Recycling von alten Handys und Batterien werden seltene Rohstoffe zurückgewonnen und die Umwelt geschont. Dafür werden sogar neue Anreize geschaffen: Wer sein Handy zurückbringt, kriegt einen Gutschein.

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Beim Mülltrennen kann sich die Schweiz noch verbessern. Foto: Bet_Noire / iStock / Thinkstock
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Schnell ist es passiert: Die alte Radiobatterie landet im Abfallsack, das Altöl oder der Farbverdünnerrest werden einfach in das WC geschüttet. «Die unkorrekte Entsorgung von Sondermüll aus dem Haushalt ist kein Kavaliersdelikt», sagt Markus Stauffer, Leiter der Fachstelle Umweltkriminalität und Arbeitssicherheit bei der Kantonspolizei Bern. Denn je nach Abfallsorte und Delikt würden sich die Übeltäter strafbar machen.

Recycling von Elektrogeräten

Die Wiederverwertung in der Schweiz funktioniert besser als in den meisten EU-Staaten. Die Recyclingquote verdoppelte sich seit 1986 von 24 auf 50 Prozent. Und bei Stoffen wie Glas, Alu, Papier oder PET liegen die Eidgenossen europaweit an der Spitze. Auch wenn für diese Wertstoffe keine Rückgabepflicht besteht. «Die Eidgenossen sind halt gute Sammler», sagt Stauffer. Das beweisen sie auch beim Recyceln von Elektroschrott. Laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) wurden 2008 in der Schweiz pro Person 14 Kilogramm Elektronikgeräte verwertet; der EU-Durchschnitt liegt bei gerade mal vier Kilogramm. Es liegt sicherlich daran, dass seit 2003 Konsumenten ihre ausgedienten Mixer Fernsehrgeräte oder Computer an Verkaufsstellen gratis abgeben können - auch wenn kein neues Gerät gekauft wird. Dieses Angebot wird durch die so genannte vorgezogene Entsorgungsgebühr finanziert, die der Konsument beim Kauf eines Neugeräts mitbezahlt. Seit dem 1. Januar 2005 können Kopfhörer, Fernbedienung, Tonerkassetten oder CDs und seit dem 1. August 2005 Leuchten und Leuchtmittel auch an Verkaufstellen - unabhängig von Marke und Kaufdatum - abgegeben werden. «Denn für den Handel besteht Rücknahmepflicht und für den Konsumenten Rückgabepflicht», sagt Stauffer. Das heisst: Elektromüll darf nicht im Abfallsack landen.

Falsch entsorgte Batterien und Akkus schaden der Umwelt

Eine Rückgabepflicht gibt es auch für Batterien und Akkumulatoren. Denn sie gelten als Sondermüll. «Diese Energiespender haben nichts im Abfallsack zu suchen», sagt Stauffer von der Kantonspolizei Bern. Dennoch landeten von den 11,5 Millionen verkauften Haushaltsbatterien und Akkumulatoren 3,4 Millionen im Kübel. Dabei kann man sie so leicht beim Einkaufen von beispielsweise Lebensmitteln umweltfreundlich loswerden: Denn der Detailhandel - Migros, Coop oder Denner - muss sie gratis zurücknehmen und hat sie fachgerecht zu entsorgen. Die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkus ist aus zwei Gründen sinnvoll: Zum einen lassen sich aus Batterien und Akkus wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Nickel, Mangan und Zink zurückgewinnen. Und zum anderen gelangen schädliche Schwermetalle wie Cadmium und Blei (sowie früher auch Quecksilber) nicht über den Hausmüll in die Umwelt.