Traum vom geschlossenen Kreislauf

Für den Umweltschutz ist Mülltrennung ein wichtiger Bestandteil.

Das Recycling muss vorangetrieben werden, um die Umwelt besser von Abfall zu entlasten. Foto: Evgeniya_m / iStock / Thinkstock

Auch der Plastikmüll, der bislang in der Kehrrichtverbrennung landet, soll künftig rezykliert werden. Denn rund vier Fünftel des heute vor allem für Verpackungen verwendeten Kunststoffes sind gleich zusammengesetzt. Das erleichtert eine Wiederverwertung, auch wenn eine gleichwertige Anwendung wie beim PET ausgeschlossen ist. Bei PET kann immerhin rund 60 Prozent des rezyklierten Materials wieder zur PET-Flasche werden.

Und das wäre der Traum der Abfallpolitiker: Geschlossene Kreisläufe, in denen die verwendeten Materialien in stets gleich bleibender Qualität wiederverwertet werden können. Davon ist man noch ein gutes Stück entfernt, auch wenn man vor allem bei Metallen schon recht nahe dran ist. Stahl findet heute eine sehr sinnvolle Verwertung: Aus alten Velos werden etwa Stahlträger für die Bauindustrie. Die Technik ist auch soweit, dass viele Abfälle automatisiert getrennt und der Wiederverwertung zugeführt werden können.

Um die Umweltbelastung also weiter zu senken, muss vermehrt auch am Anfang der Produktionskette angesetzt werden. Denn gelingt es, Produkte so zu gestalten, dass die Rohstoffe mit vertretbarem Aufwand durch Recycling zurückgewonnen werden können, wirkt sich dies ökologisch wie auch finanziell positiv aus.

Separatsammlung als Qualitätsgarant

In der Schweiz wird das Modell der Separat-Sammlung praktiziert. Dieses eignet sich primär für Stoffe, die sortenrein und in grossen Mengen anfallen und die sich bei praktisch gleich bleibenden Materialeigenschaften mehrmals im Kreislauf führen lassen. Trotz neuen Perspektiven, ist dieses Modell laut Brigitte Fischer vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft im Kanton Zürich nicht überholt. «Nach wie vor erreichen wir damit eine deutlich bessere Qualität». Die Zukunft der Separatsammlung hat damit erst begonnen. Doch wie wird sie aussehen? Hans-Ulrich Schwarzenbach, Geschäftsführer Zweckverband ZEBA Zug, sagt: «Die Bürger zeigen eine hohe Bereitschaft, zum Recycling beizutragen.» Er erhalte regelmässig Anregungen: etwa auch Korken zu sammeln. «Doch das lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Der Aufwand für die Sammlung ist schlicht zu gross».

Sammelstelle im Supermarkt

Optimierungen sieht Schwarzenbach hingegen in der Logistik «In Zukunft wird es zentrale Sammelstellen geben, die alles annehmen, was sich wiederverwerten lässt». Auch Unternehmen wie Migros machen mit. «Doch es gibt Grenzen», sagt Christine Wiederkehr-Luther, Hauptprojektleiterin Ökologie bei Migros. «So können wir aus hygienischen Gründen etwa keine Dosen in unseren Filialen zurücknehmen». Ausgediente CDs hingegen schon. Bis zum Ende dieses Jahres wird die Mehrheit aller grösseren Filialen in der Deutschschweiz und im Tessin mit Sammelstellen für CDs und DVDs ausgerüstet sein.

Die beste Form des Recyclings spielt indes heute nur eine untergeordnete Rolle: Sie hiesse lange Nutzungsdauer und Haltbarkeit der Produkte, etwa bei Mobiltelefonen, die heute kaum eine Saison überdauern.

Das Bundesamt für Umwelt bietet mit dem Abfallwegweiser Informationen über die Entsorgung verschiedenster Abfälle. unter www.bafu.ch.

 

Quelle: nachhaltigkeit.org