Schweizer Recycling muss verbessert werden

Rund die Hälfte der Schweizer Siedlungsabfälle wird heute durch Separatsammlung bereits rezykliert. Doch seltene Metalle wie Platin, Monazit oder Terbium in technischen Geräten schlummern noch im Schweizer Müll. Und diese Materialien werden langsam knapp.

Recycling ist Mülltrennung für den Umweltschutz.
Recycling ist in der Schweiz weit fortgeschritten, aber es gibt noch Möglichkeiten zur Verbesserung. Foto: Pedro Antonio Salaverría Calahorra / iStock / Thinkstock
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Wiederverwertung ist nichts Neues, sondern ein recht gut bewährtes Instrument der schweizerischen Abfallpolitik. Etwa die Hälfte der Siedlungsabfälle wird heute rezykliert - vor allem Glas, Papier, Elektronik und Altmetall - doppelt so viel wie vor 25 Jahren. Alex Bukowiecki, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kommunale Infrastruktur, sagt sogar «Wir sind Weltmeister.»

Die Schweiz verfügt im Abfallbereich über hohe Entsorgungsstandards. Es wurde bereits die 30'000 PET-Sammelstelle eröffnet. Somit kommt eine Sammelstelle auf rund 250 Einwohner. Und das Sammeln von PET-Flaschen lohnt sich. Carbotech, ein Büro, welches auf die Erstellung von Ökobilanzen spezialisiert ist, hat im vergangenen Jahr eine Studie zum ökologischen Nutzen der PET-Verwertung in der Schweiz aktualisiert. Sie zeigte auf, dass die Wiederverwertung von PET ökologischer als dessen Verbrennung ist. Auch die Schweizer Rücklaufquoten sind hoch. 2009 wurden 81% der verkauften PET-Getränkeflaschen rezykliert. Trotzdem bemerkt Bukowiecki einschränkend: «Wir dürfen uns auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen. Denn die Zukunft bringt ganz neue Herausforderungen mit sich».

Sie heissen Platin, Monazit, Lanthanum oder Terbium, stecken etwa in Mobiltelefonen, Flachbildschirmen oder Autos mit Hybrid-Antrieben - und sind alles andere als unbegrenzt verfügbar. Zwar lassen sie sich durchaus wieder verwerten. Doch mangelt es noch an der geeigneten Infrastruktur und zusätzlichen Anreizen, etwa Handys auch fachgerecht zu entsorgen. Denn jedes fünfte Mobiltelefon landet nach wie vor im Müll. Dabei stecken in einer Tonne Mobiltelefone 300 Gramm pures Gold und eine ganze Reihe von extrem seltenen Rohstoffen.