«Es braucht überall in der Schweiz saubere moderne Sammelstellen!»

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

Ich fände es gut, wenn es günstiger und einfacher wäre, sich Solarzellen und Elektroautos anzuschaffen.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

Der Unterricht über Abfall und Recycling in den Schulklassen sollte auf nationaler Ebene gefördert werden. Dieser ist nämlich immer noch mangelhaft. Ferner sollte die Politik ein flächendeckendes Sammelsystem schaffen, wo Entsorgen Spass macht und angenehm ist. Wir selber unterstützen die Gemeinden durch unsere Beratung oder direkt durch Outsourcing.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

In nächster Zukunft sind folgende Aktionen geplant: Anschaffung eines Erdgasstaplers, markante Erhöhung der Rücklaufquote von Gütern und effizientere Logistik sowie Komprimierung der Materialabholungen. Was wir soeben gemacht haben: Eine schöne Baumallee neben der westlichen Hallenfassade des Recycling-Paradieses. Ausserdem wollen wir uns durch unterschiedliche Massnahmen, seien es Führungen, Events oder Gestaltungswettbewerbe, noch intensiver an der Schulung von Kindern und Jugendlichen beteiligen und die Bevölkerung dazu animieren, beim Recycling mitzumachen.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Die grösste Herausforderung ist ganz klar die Bequemlichkeit unserer Gesellschaft. Wie Sie oben mit Ihrer Frage richtig erkannt haben: Nur durch persönlichen Verzicht eines jeden einzelnen kann eine signifikante Änderung eintreten. Aber wer möchte heutzutage schon auf etwas verzichten? Das geht mir auch nicht anders. Deshalb ist mit sauberer Abfalltrennung eine Vorkehrung getroffen, die jedem einleuchtet und nicht mit Verzicht verbunden ist (höchstens ein wenig Zeitverzicht). Also ein guter Anfang! Eine weitere Herausforderung ist die immer zunehmende Umlaufgeschwindigkeit der Güter. Die Lebenszyklen sind durch die schnellen Innovationszyklen der Technologie sehr kurz geworden, und relativ neue Produkte werden bereits entsorgt. Abfall nimmt zu. Da wird es in Zukunft für die Behörden immer schwieriger, effiziente Lösungen zu dessen Beseitigung zu präsentieren.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?

Meines Erachtens geht Nachhaltigkeit vor. Fälle, wo das Streben nach Nachhaltigkeit in Konflikt mit Ästhetik gerät, dürften aber eher selten vorkommen. Und in solchen Fällen sollten gute Architekten herbeigezogen werden um einen Kompromiss zu finden. Übrigens, eine Sammelstelle kann auch sehr ansprechend aussehen (lacht).