Zum Weltwassertag: Wieso Sie täglich 4'200 Liter verbrauchen

Was wir zu Hause an Wasser verbrauchen, können wir oft noch gut einschätzen. Aber wussten Sie, wie viele Liter für Jeans, Computer oder Müesli anfallen?

Virtuelles Wasser: Was das ist, Definition und Beispiele
Foto: © MoNuttanit / iStock / Thinkstock, Bearbeitung: Redaktion
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Im Verlauf eines Tages verbraucht jeder Haushalt in der Schweiz etwa 160 Liter Wasser. Beim Duschen, Kochen oder Putzen achten viele auch bereits auf einen sparsamen Umgang. Dass wir aber beim Einkaufen viel mehr verbrauchen als wir zu Hause jemals sparen könnten, ist den meisten nicht bewusst.

Dabei handelt es sich um virtuelles Wasser, das indirekt bei der Herstellung unserer täglichen Produkte anfällt. Gemeint ist beispielsweise der Wasserverbrauch für die Aufzucht von Getreide, das in unserem Brot steckt. Oder für die Reinigung von Bauteilen unseres Autos.

 

Rechnet man das auf den täglichen Verbrauch um, kommt jeder von uns in der Schweiz im Schnitt auf die stolze Summe von 4'200 Litern virtuelles Wasser pro Tag, wie etwa der WWF in dem 2012 erstellten «Swiss Water Footprint Report» angibt.

So viel virtuelles Wasser verbrauchen einzelne Produkte

Regional ist die genutzte Menge an virtuellem Wasser sehr unterschiedlich. Daher berechnet beispielsweise die Organisation The Waterfootprint Network, die sich global für einen fairen und intelligenten Wasserverbrauch einsetzt, bei allen Produkten den weltweiten Durchschnittswert.

Die Packung mit einem Kilo Kaffee verbraucht demnach etwa 21'000 Liter Wasser, bevor er überhaupt in unserer Maschine oder dem Filter landet. Eine Tasse mit circa sieben Gramm Kaffee benötigt so circa 140 Liter virtuelles Wasser, knapp soviel wie unser täglicher, direkter Wasserverbrauch.

Zum Weltwassertag: Wieso Sie täglich 4'200 Liter verbrauchen

Mangos verbrauchen circa 1'800 Liter pro Kilo. Foto: © ValentynVolkov / iStock / Thinkstock

Wer Orangensaft trinkt, verbraucht virtuelles Wasser in der 22-fachen Menge des Getrunkenen. Das Getreide für Brot oder Müsli braucht im Schnitt 1'600 Liter virtuelles Wasser pro Kilo.

Relativ genügsam sind dagegen Kartoffeln mit nur 255 Litern pro Kilo. Wenn Sie aber ein Hähnchen dazu auf den Teller legen, bringt dieses etwa 4'000 Liter mehr virtuell verbrauchtes Wasser mit.

Nachhaltigleben

Das Veredeln von Jeans verbraucht sehr viel Wasser. Foto: © kieferpix / iStock / Thinkstock

Bei anderen Konsumgütern steigt das Barometer für virtuelles Wasser noch weiter an. Wenn Sie gerade eine Jeans tragen, haben Sie durch deren Produktion um die 11'000 Liter verbraucht. Ein Computer schafft es auf circa 20'000 Liter, das Auto kommt in der Herstellung sogar auf ganze 400'000 Liter virtuelles Wasser.

Wie Sie virtuelles Wasser sparen können

Bei den Lebensmitteln etwa verbrauchen besonders weit gereiste Exemplare, wie Kartoffeln aus Ägypten oder die so beliebte Avocado, sehr viel virtuelles Wasser. Regional und saisonal einkaufen ist deshalb eine gute Möglichkeit, wenn Sie virtuelles Wasser sparen wollen.

 

Fleisch verursacht generell einen hohen Wasserverbrauch. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, kann auf «bio» setzen. Bei der ökologischen Haltung von Tieren fällt meist weniger virtuelles Wasser an, da die Tiere oft mit selbst produziertem Kraftfutter statt mit wasserintensivem Sojaschrot gefüttert werden.

Auch mit der Wahl Ihrer Bekleidung können Sie viel virtuelles Wasser sparen. Im Herstellungsprozess von Fair Trade- und Bioprodukten wird darauf geachtet, sparsam damit umzugehen. Noch mehr bringt es jedoch, wenn Sie seltener Kleidung kaufen. Der momentane Trend zum Kleidertauschen und von Secondhand Mode reduziert den Wasserverbrauch immens.

Worum es beim Weltwassertag geht

Der Weltwassertag findet seit 1993 jährlich am 22. März statt. Organisiert wird er seit 2003 von dem Umweltprogramm UN-Water. Der Tag macht darauf aufmerksam wie wichtig Wasser ist und welche Herausforderungen die Versorgung mit der Ressource mit sich bringt.

Quellen: waterfootprint.org, virtuelles-wasser.de

Autor: Olivia Sasse, aktualisiert am 21.März 2018
 

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