Giftiges Formaldehyd: Wo es vorkommt und wie man es meidet

Natürlich vorhanden, in unseren Zellen oder in Lebensmitteln, schadet Formaldehyd uns nicht. Doch viele Möbel, Reiniger oder auch Kosmetik enthalten durch künstliche Zusätze so viel, dass es von Kopfschmerzen bis Krebs diverse gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Formaldehyd in Reinigern, Möbel und Kosmetik wie Nagellack
Foto: © Jacob Wackerhausen / Thinkstock
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Wie Formaldehyd der Gesundheit schadet

Formaldehyd, oder die Vorstufe Formaldehydabspalter, die in Kosmetik gerne als Konservierungsmittel eingesetzt werden, können unter Umständen schwere gesundheitliche Schäden anrichten. Eingeatmet oder über die Haut aufgenommen lösen sie etwa Allergien aus und gelten sogar als krebserregend.

Weitere Symptome, die durch Formaldehyd augelöst werden können, sind Kopfschmerzen, Asthma, ständige Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Schwindel. Die Chemikalie kann zudem die Gedächtnisleistung oder Konzentrationsfähigkeit beeinflussen und sein beissender Geruch reizt die Schleimhäute von Mundhöhle oder Augen.

Formaldehyd in Reinigern, Farben und Möbeln

Im Haushalt können wir Formaldehyd unter Umständen recht oft begegnen. So kann es in Farben, Lacken und Polituren enthalten sein oder auch in Haushaltsreinigern, besonders jenen mit desinfizierender Wirkung. Doch nicht nur in diesen Haushaltsprodukten, sondern auch in Möbeln, Spanplatten oder in Dämmstoffen, Oberflächenversiegelungen oder in Teppichen kann Formaldehyd enthalten sein.

In Möbeln und Spanplatten steckt es dagegen meist versteckt, in Form von Klebstoffen, drin. Das gilt vor allem, wenn es sich um furnierte Möbel handelt, deren Basis aus Spanplatten besteht. Aber selbst Massivholzmöbel, sofern sie verleimt sind, können den giftigen Stoff enthalten.

Bei Farben und Möbeln gilt, dass ein sehr starker, beissender Geruch ein erster Hinweis auf enthaltenes Formaldehyd sein kann. Mehr zu Schadstoffen in unseren vier Wänden finden Sie in dem Beitrag Gesund wohnen: Wie Schadstoffe wirken und man sie vermeidet.

Formaldehyd in Kosmetik weit verbreitet

Auch in Kosmetik sind Formaldehyd und -Abspalter als Konservierungsmittel noch häufig zu finden, was diverse Untersuchungen der Ökotest-Redaktion immer wieder belegen. Das Verbraucherportal Codecheck.info listet aktuell (Mitte September 2014) alleine 1653 Produkte auf, welche die Chemiekalie enthalten, die meisten davon aus dem Kosmetikbereich. Und die Liste ist lang, denn der ungesunde Stoff kann in Cremes und Make-up enthalten sein, in Nagellack, Deo, Haarfärbemitteln oder Flüssigseifen.

Zwar gibt es einen Grenzwert für Formaldehyd und Konservierungsstoffe, aus denen es entstehen kann. Im Falle von Dmdm Hydantoin darf Kosmetik etwa nicht mehr als 0,6 Prozent enthalten. Doch auch geringe Konzentrationen können für das Auslösen einiger Symptome ausreichen.

So erkennen Sie Formaldehyd in Kosmetik

Die am häufigsten in Kosmetik verwendeten Formaldehydabspalter heissen Dmdm Hydantoin und Dihydroxyaceton, kurz DHA. Letzteres wurde kürzlich in Selbstbräunern gefunden und stark kritisiert. Weitere Bezeichnungen für Formaldehyd in Kosmetik listet das Schweizer Portal Symptome.ch auf. So findet man es auch unter folgenden Namen in Alltagsprodukten: Imidazolidinyl-Harnstoff, Imidazolidinyl-Urea, 2-Bromo-2-Nitropropane-l,3-Diol, Bronopol, Bronidox, 5-Bromo-5-Nitro-l,3-Dioxane, Diazolidinyl-Harnstoff, Diazoli-dinyl-Urea und Hydroxymethylglycinate.

Formaldehyd umgehen: Diese Alternativen gibt es

Bei kosmetischen Produkten kann man Formaldehyd sehr leicht umgehen, indem man auf Naturkosmetik setzt. Bei Baustoffen oder Farben sollte man nachfragen. Holzprodukte wie Spanplatten sollte man meiden, wenn sie stark riechen.

Bei Möbeln empfiehlt es sich zu Massivmöbeln zu greifen, weil die Wahrscheinlichkeit hier niedriger ist, auf Formaldehyd zu stoffen. Und selbst wenn diese mit einem formaldehydhaltigem Kleber verarbeitet sind, ist dabei die mögliche Konzentration weitaus niedriger als bei Spannplatten.

Und wie Sie diese und andere Chemikalien aus dem Reinigerschrank komplett verbannen können, zeigt der Beitrag «Natürliche Reinigungsmittel für die ganze Wohnung».

Quellen: Codecheck.info, Alles-zur-Allergologie.de, UVS.de, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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