Staubsaugen mit Etikette: Warum das Energielabel Sinn macht

Neben Waschmaschine oder Kühlschrank gibt es sie nun auch für den Staubsauger. Die Energieetikette klärt künftig über Stromverbrauch, Umweltbelastung und Leistung der Geräte auf, was dem Käufer nicht nur das Energiesparen erleichtert.

Energieetikette Staubsauger. Test was das Energielabel dem Verbraucher bringt
Foto: © Markus Münch / iStock / Thinkstock, Energieetikette: © Europäische Kommission, Collage: Redaktion
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Leistung und Preis waren bisher die hauptsächlichen Verkaufsargumente bei Staubsaugern. Die neue Energieetikette bietet nun aber die Möglichkeit, mit nur einem Blick deutlich mehr zu erfassen, wie etwa den Geräuschpegel des Geräts oder die Reinheit seiner Abluft.

Energielabel macht Leistung transparent

«Nachgedacht» könnte man als Verbraucher sagen, wenn man sich die Energieetikette der neuen Staubsaugergeneration mal genauer anschaut. Denn die angegebenen Daten, die das von der EU erstellte Energielabel schmücken, können beim Kauf richtig hilfreich sein. Die  Energieetikette stuft den elektronischen Bodenreiniger nicht nur in die Effizienzklassen A bis G ein, es sagt dazu auch ganz deutlich aus, was der Staubsauger wirklich kann.

So wird ein Standard-Jahresverbrauch angegeben, ermittelt für eine durchschnittliche Wohnung von 87 Quadratmetern und 50 Mal saugen im Jahr. Zusätzlich erfährt der Verbraucher, ebenfalls mit einer Skala von A bis G, wie gut das Haushaltsgerät Parkett oder Teppich tatsächlich reinigt. So müssen die neuen Staubsauger laut Energieetikette mindestens 70 Prozent des Staubs im Teppich und 95 Prozent des Schmutzes auf harten Böden schlucken können, um überhaupt die Mindestkriterien in diesem Bereich zu erfüllen.

Was nach dem Saugen mit dem Staub passiert, verrät die Energieetikette ebenfalls. So wird angezeigt, ob eher viel oder wenig davon hinten wieder aus dem Gerät heraus geblasen wird. Gerade für Hausstaub-Allergiker ist dies eine wichtige Information. Dazu werden Angaben darüber gemacht, wie laut der Staubsauger beim Saugen ist.

In der EU müssen ab September 2014 alle neuen Staubsauger die ausführliche Energieetikette tragen, in der Schweiz erst ab Januar 2015. Von der Energielabel-Pflicht befreit sind vorerst Saugroboter, Akkusauger sowie übliche Handstaubsauger und Nasssauger.

Zusammen mit Energieetikette: Staubsauger-Leistung wird begrenzt

Gemeinsam mit der Lancierung der Energieetikette haben jeweils die EU und die Schweiz die Saugkraft von Staubsaugern auf 1.600 Watt begrenzt. Mehr «Saft» darf ein neuer Staubsauger dann nicht mehr haben. Und ab 2017 wird es noch weniger. Dann wird die Maximalleistung für Bodenstaubsauger auf 900 Watt begrenzt.

Diese Neuerungen kamen bei manchem Staubsaugerbesitzer so gar nicht gut an. Denn schliesslich hiess es beim Staubsauger-Kauf bisher meist, dass mehr Watt auch gründlicher sauber machen. Doch bei der neuen Generation Staubsauger stimmt dies ganz und gar nicht mehr, wie ein aktueller Test der Stiftung Warentest beweist.

Staubsauger im Test: Gewinner erfüllt bereits neue Kriterien ab 2017

Weniger Verbrauch, dafür eine ausgefeiltere Technik, so geht das Staubsaugen der Zukunft. Ein aktueller Staubsauger-Test der Redaktion von Stiftung Warentest zeigt auch, dass Wattleistung nicht mehr das Wichtigste ist, um Teppich und Parkett von Verschmutzungen zu befreien.

Unter 74 getesteten Staubsaugern ist ein leistungsarmes Gerät mit lediglich 870 Watt der Klassenbeste. Damit erfüllt er bereits heute die Anforderungen der überarbeiteten Energieetikette für 2017. Der Staubsauger-Test ist hier abrufbar.

Quellen: Test.de, Energieschweiz.ch, Umweltbundesamt.de, BFE, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann