Bio-Folie aus Molke macht Kunststoff-Folien Konkurrenz

Egal ob Obst, Gemüse, Fleisch oder Käse – es gibt so gut wie nichts mehr unverpackt in den Supermärkten. Folien in allen Formen und Farben schützen unsere Einkäufe, doch sind diese nicht sehr umweltfreundlich. Nun gibt es eine Innovation in der Verpackungsindustrie, die ein umweltfreundliches Einpacken möglich macht: eine Folie aus Molke.

Molke als Basis der Bio-Folie.
Bio-Folien aus Molke sind umweltfreundlich und abbaubar. Foto: © Herby ( Herbert ) Me - Fotolia.com
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Lebensmittel müssen vor dem langem Transport, Schimmel, Sauerstoff, Pilzen und Feuchtigkeit geschützt werden, damit Frische und gutes Aussehen lange erhalten bleiben. Dies geschieht häufig mittels Kunststofffolien, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden und welche die Umwelt stark belasten. Biokunststoffe, die in hohem Masse auf erneuerbaren Rohstoffen basieren, bieten dazu eine gute Alternative.

Nachhaltig: Molke als Basis der Bio-Folie

Wissenschaftlern des deutschen Fraunhofer-Instituts in Freising ist es nun gelungen, ein Biomaterial zu entwickeln, das sowohl die Haltbarkeit der Produkte verlängert als auch biologisch abbaubar ist. Als Material dient der Abfall der Käseherstellung: Molke. Sie kann nun speziell aufbereitet und mit Enzymen angereichert werden, sodass eine Mikroben resistente Schutzschicht entsteht. Wird diese Schicht nun auf andere Kunststofflagen aufgetragen, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Maisstärke gewonnen werden, entsteht eine zu 100 Prozent abbaubare Folie. Diese kann komplett kompostiert werden.

Industrielle Produktion möglich

Es ist jedoch nicht nur gelungen, eine biologisch abbaubare Folie zu entwickeln, auch das wirtschaftliche Verfahren dazu wurde auf Marktfähigkeit optimiert. Nun können die Multifunktionsfolien industriell hergestellt werden, was auch die Umwelt freuen wird. Die CO2-Emission bei der Herstellung ist geringer als bei konventionellen Verpackungen.

Quelle: Fraunhofer-Institut Text: Miriam Dippe