Gifte in Plastik: Ist BPA-frei gar nicht gesünder?

Das als schädlich geltende Bisphenol A (BPA) ist teilweise bereits verboten. Auch werben viele Hersteller damit, den Weichmacher nicht zu verwenden. Dass BPA-freies Plastik aber nicht unbedingt gesünder ist, beweist nun jedoch eine Studie.

bpa frei heisst nicht gleich besser für die Gesundheit wie Experten nun warnen
Foto: © Jupiterimages / PHOTOS.com / Thinkstock
  • 2

Ersatzstoff Bisphenol S: Ebenso schädlich wie BPA?

Meist preisen Hersteller und Handel ihre BPA-freien Produkte als die gesunde Alternative an. Wie wenig daran sein könnte, legen Untersuchungen der Universität von Kalifornien nach Zell- und Tierversuchen nahe. Viele der Plastikteile ohne BPA enthalten nämlich den entfernten Verwandten Zusatz Bisphenol B (BPS).

Dieser Weichmacher soll laut der amerikanischen Studie unter anderem die Fortpflanzung stören und zu Frühgeburten führen. Nebenbei entdeckten die Forscher der UCLA zudem, dass sowohl Bisphenol A als auch Bisphenol S wie ein Schilddrüsenhormon wirken. Diese haben besonders bei Embryos grossen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass beide Weichmacher die Entwicklung von Embryos stark gefährden kann. Aber auch bei Kindern und Erwachsenen könne eine Einlagerung die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen.

Bisphenol S ist längst auf einer Warnliste

Das International Chemical Secretariat (ChemSec) in Göteborg hat Bisphenol S bereits in seine Liste gefährlicher Substanzen aufgenommen, die schnellstmöglich ersetzt werden sollten. In der Liste wird zudem eine weitere Studie erwähnt, die dadurch Veränderungen an der Gebärmutter von Nagetieren nachweist.

Warum Bisphenol A teilweise verboten ist

Bisphenol A wird als Weichmacher unter anderem in Vorratsdosen, Babyflaschen oder auch Mobiltelefonen verwendet. Seit einigen Jahren verschwindet es jedoch aus vielen Produkten und wurde teilweise sogar verboten, weil der Weichmacher etwa den Hormonhaushalt stören und Tumore begünstigen soll.

Eine entsprechende Motion für ein Verbot kam auch vor das Schweizer Parlament, wurde jedoch abgelehnt. Ein Grund dafür: «Ein Verbot von BPA würde unweigerlich dazu führen, dass die Hersteller von Verpackungen und Bedarfsgegenständen (Produkte für den Lebensmittelkontakt) auf andere Stoffe ausweichen müssten, deren Toxizität weniger gut bekannt ist. Das würde bedeuten, dass ein gut charakterisiertes Risiko durch ein deutlich schlechter einschätzbares Risiko ersetzt würde.»

Quellen: BAG, Science Daily, Parlament.ch, Wikipedia

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann