Ölteppich im Badezimmer - 50.000 Tonnen Mineralöl stecken in unseren Körperpflege-Produkten

Glänzende Haare, seidenweiche Haut – das wünschen sich viele Konsumenten, vor allem Frauen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn die auf den ersten Blick vielversprechenden Ergebnisse durch den Gebrauch von Kosmetika sind oft trügerisch und auf chemische Inhaltsstoffe zurückzuführen.

Ölteppich im Badezimmer  - 50.000 Tonnen Mineralöl stecken in unseren Körperpflegeprodukten
Foto: © Codecheck.info
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Besonders problematisch sind Produkte mit Mineralöl-Bestandteilen. Weltweit werden davon 50.000 Tonnen für Kosmetikprodukte verwendet. Die Zahl verwundert nicht, wenn man sich bewusst macht, dass der Anteil von Mineralöl in einigen Cremes nahezu 90 Prozent ausmacht.

Mineralöl – Achtung Nebenwirkungen!

Mineralöl ist Erdöl, das aus den Rückständen der Erdöldestillation gewonnen wird. Für kosmetische Zwecke wird Erdöl in Mineralöl und Paraffinöl umgewandelt. Die gesättigten Kohlenwasserstoffketten der Mineralöle legen sich wie ein Film auf die Haut und verschliessen so die Poren. Es kann zu einem Hitzestau zwischen Film und Haut kommen, ein idealer Nährboden für Mitesser und Unterlagerungen. Ausserdem werden die natürlichen Regulationsmechanismen der Haut geschwächt und der Stoffwechsel behindert.

Eine Nebenwirkung, die den meisten Konsumenten nicht schmecken dürfte, ist das Einstellen der Eigenaktivität der Haut mit dem Resultat: Austrocknung, vorzeitiges Altern und das Entstehen einer Abhängigkeit der Haut.

Trotzdem setzt die Industrie Mineralöl mit Vorliebe ein. Aus Unternehmenssicht sicher nachvollziehbar, wenn man bedenkt wie preiswert der Rohstoff ist und welche grossen Gewinnmargen locken, im Gegensatz zu hochwertigen, pflanzlichen Ölen. Doch die Kosten trägt letztlich der Konsument.

Paraffinöl – das Abfallprodukt der Erdölindustrie

Paraffine werden meist aus billigem Erdöl hergestellt und als Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle verwendet. Als Destillat aus Erdöl liefert es den nötigen Fettanteil für Kosmetikprodukte. Allerdings muss bemängelt werden, dass die künstliche Fettschicht die Haut am Atmen hindert, sie austrocknet, die Faltenbildung forciert und besonders schlimm: sich in den inneren Organen ablagert. Von einigen Paraffinen weiss man, dass sie sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern können. Die Anwendung in Babyprodukten und medizinischen Salben ist deshalb äusserst bedenklich.

Silikone – Die Verwandlungskünstler unter den Inhaltsstoffen

Da sich immer mehr Konsumenten mit den Risiken und gesundheitsschädlichen Folgen von Mineral- und Paraffinölen in Kosmetika auseinandersetzen und lieber auf diese verzichten, wenden einige Hersteller einen Trick an: Sie ersetzen Mineralöl durch Silikon-Öl. Silikone treten unter verschiedenen Namen auf und lassen sich an der Endung „cone“ erkenne. Sie versiegeln so gut wie kaum ein anderer Stoff. Daher werden sie vielfältig eingesetzt. So zum Beispiel zum Abdichten von Fugen oder zur Produktion von Autolacken. Doch auch in Cremes, Make-ups oder Shampoos sind sie unerwartet oft enthalten. Sie dienen als ölige Komponente und ersetzen hochwertige pflanzliche Öle. Die Substanzen glätten jedoch nur oberflächlich Haut und Haare, die natürliche Regeneration wird durch den hautfremden Film beeinträchtigt.

Noch mehr Erdöl im Bad

Erdöl ist aber nicht nur Bestandteil vieler Pflege- und Kosmetikprodukte. Da Kunststoff meist auch auf Basis von Erdöl hergestellt wird, findet es sich in fast allen Verpackungen für Kosmetikprodukte, Wasch- und Reinigungsmitteln, Toilettenpapier und Hygieneartikeln wieder. Die Ölkatastrophe im Badezimmer wird schliesslich komplettiert durch Duschvorhänge, Badematten und Handtücher, die ihrerseits erdölbasierte Kunstfasern enthalten.

Schluss mit der Ölkatastrophe

Nährwerte, Vitamine und Spurenelemente sucht man in Erdölprodukten vergeblich, es bestehen keinerlei Pflegeeigenschaften für die Haut. Konsumenten sollten auf Körperpflegeprodukte mit Mineralölbestandteilen verzichten und diese einfach in den Regalen stehen lassen.

Mit Tipps und Erklärungen unterstützt Codecheck.info Konsumenten auf der Webseite und mit der kostenlosen App, diese und weitere kritische Inhaltsstoffe aufzuspüren.

Text und Bilder: Codecheck.info