Gefährlicher Farbtupfer? Was so alles in Lippenstiften steckt

Mehrere Kilo Lippenstift verschluckt jede Frau angeblich im Laufe ihres Lebens. Da lohnt es sich, zu wissen, was in der farbigen Pflege so alles drin steckt und wie gefährlich oder gesund die Zutaten sind.

Lippenstift im Test: Über Schadstoffe und der beste Lippenstift
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Er gelangt beim Auftragen schon mal an die Zähne, wird beim Küssen verschmiert oder gelangt beim Sprechen oder Essen in den Mund. Die Naturkosmetikunternehmen Raw Natural Beauty rechnete 2009 vor, dass jede Frau im Laufe ihres Lebens ungefähr 3,5 kg Lippenstifft unfreiweillig isst.

Klingt ziemlich viel, aber selbst wenn die Zahl stimmt, sollte das eigentlich kein Problem sein. Zumindest, wenn man die richtigen Lippenstifte verschluckt. Bestimmte Zutaten lassen die Pflege jedoch zum eher bedenklichen Farbtupfer werden.

Viele Lippenstifte enthalten schädliche Farben

Besonders schädlich wirkt ein von dem Verbrauchermagazin Ökotest in 2013 gefundener Farbstoff namens Tartrazin, der auf Produkten auch als CI 19140 zu identifizieren ist. «Gelangt es in den Körper - und das ist bei einem Lippenstift wahrscheinlich - so kann es Juckreiz und Hautausschläge auslösen», erklären die Tester in der Mitteilung zu ihren Ergebnissen.

Aber auch viele weitere Farben in Lippenstiften gelten als bedenklich. So etwa CI 17200, CI 15985 oder CI 15850. Sie können den Stoff Anilin abspalten, der als krebserregend gilt. Von der Bezeichnung CI lässt sich dabei jedoch nicht darauf schliessen, wie gefährlich die Zutaten in der Farbe sind. Die Abkürzung steht ledliglich für Colour Index und steht so für die allgemeine Bezeichnung von Farbstoffen im Lippenstift.

In konventioneller Kosmetik enthalten die Farben jedoch oft schädliche Stoffe. Wer sicher gehen möchte, mit der Farbe keine künstlichen Zutaten aufzutragen, kann sich die Zusammensetzung der einzelnen Lippenstifte genau ansehen, zum Beispiel durch Eingabe in diesem Tool zum «Inhaltsstoffe prüfen.»

Eine Alternative ist es, auf Naturkosmetik setzen. Hierfür werden ausschliesslich natürliche Farbstoffe verwendet, die dann jedoch auch mal aus dem Sekret der Cochenilleschildlaus gewonnen werden, das besser bekannt ist als Karminrot. Mehr dazu in dem Beitrag «Läuse für die Lippen und Co: So viel Tier steckt in Kosmetik.» Ein grosser Teil der natürlichen Farbstoffe wird allerdings auch aus Kakteen gewonnen. Auch hier können bei der Zutatenliste die oben genannten Produktinormationen von codecheck.info Aufschluss über die Inhaltsstoffe geben.

Haltbarkeit mit Nebenwirkungen: Oft Parabene in Lippenstiften

Ein Lippenstift soll mehrere Monate haltbar sein. Damit das gelingt, braucht es Konservierungsstoffe. Hierfür werden allerdings häufig schädliche Zutaten wie Parabene genutzt. Die Stifte der Marken Artdeco, Astor und Max Factor enthalten laut Ökotest etwa Propylparaben, ein Konservierungsmittel, das stark umstritten ist. Es steht unter Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Im Tierversuch zeigte es sich als fortpflanzungsgefährdend.

Paraffine sind ebenfalls ein beliebter Inhaltsstoff in Lippenstiften. Dabei handelt es sich, einfach ausgedrückt, um Erdöl. Die Zutat verschliesst  Poren und lässt die Haut austrocknen. Werden Paraffine verschluckt, können sie sich in der Leber und den Lymphknoten ablagern. Mit dem falschen Lippenstift schmieren Sie sich sich zudem Silikone auf die Lippen.

Naturkosmetik hat auch hier oft Vorteile, denn sie setzt zur Konservierung auf pflegende Substanzen wie Rhizinusöl, Jojobaöl oder auch Bienenwachs. Dementsprechend gehen als Gewinner der Untersuchungen von Ökotest natürliche Produkte wie Lippenstifte von Santé, Lavera, Logona oder Benecos.

Ganz natürlich: Einfach Lipgloss selber machen

Einen Lipgloss selber machen bringt ebenso Farbe und Glanz auf die Lippen, und Sie wissen genau, was drin steckt. Wie das geht? Ganz einfach: «Natürlichen Lipgloss selbermachen für gesunden Glanz».

Quellen: Ökotest, Codecheck.info

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann