Diese Zutaten in Kosmetik können Allergien auslösen

Ob Creme, Duschgel oder Deo – in vielen Produkten stecken Stoffe, die Allergien auslösen können. Welche Allergene häufig vorkommen und wie man sie umgeht.

Allergene in Kosmetik: Duftstoffe, Konservierungsstoffe und mehr
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Mehr als 2'500 Zutaten werden heute in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Darunter sind auch so einige, die sogenannte Allergene sind. Dabei handelt es sich um Inhaltsstoffe, die bekannt dafür sind, Allergien auszulösen. Und vor diesen schützt selbst Naturkosmetik nicht. Denn neben vielen künstlichen gehören auch natürliche Zutaten zu den Allergenen in Kosmetik.

Welche häufige Allergene in Kosmetik sind

Ob natürlich oder synthetisch, Duftstoffe sind starke Allergieauslöser. Wohl der am häufigsten verwendete, allergene Duftstoff ist dabei Geraniol. Der Duftstoff kommt in der Rose genauso wie im Öl der Geranien vor, aber auch in Kümmel oder Muskat, und ist verantwortlich für einen meist blumigen Geruch von Kosmetik. Darüber hinaus finden Sie häufig Cinnamal, Baummoos, Isoeugenol, Eichenmoos oder Linalool als Dufststoffe mit allergenem Potenzial in Kosmetik.

Viele Emulgatoren und Konservierungsstoffe gehören ebenso zu den potenziellen Allergenen. Einer der wichtigsten ist dabei Lanolin, das Wachs aus Schafswolle. Es sorgt für die Konsistenz von Cremes und wird deshalb sehr weitreichend in Kosmetik eingesetzt.

Und sogar vor eigentlich gesunde Zutaten können Allergien auslösen. Bekannt für ihre allergene Wirkung sind etwa Kamille oder Arnika.

Was Allergene in Kosmetik bewirken können

Allergene bemerkt man eigentlich erst dann, wenn es zu spät ist. Wir können lange Zeit Creme mit Lanolin verwenden oder ein Deo mit  Dufststoffen aufsprühen, bevor sie eine allergische Reaktion hervorrufen. Deshalb ist es oft auch so schwierig festzustellen, woher eine plötzliche Allergie auf der Haut stammt.

Allergene wirken zwar meist an der Stelle, wo die Kosmetik direkt aufgetragen wurde. Sie können dann Rötungen, Juckreiz oder Hautschuppungen verursachen. Auch Bläschen oder sogar chronische Entzündungen gehören zu den möglichen Symptomen einer allergischen Reaktion auf Kosmetik.

Allerdings fällt es oft trotzdem nicht leicht, den Verursacher für die Allergie aufzuspüren. Denn eine Reaktion kann über Stunden oder sogar Tage versetzt eintreten. Über diesen Zeitraum hinweg war die betroffene Stelle im schlimmsten Fall dutzenden Produkten ausgesetzt, vom Duschgel und Deo bis hin zur Creme, dem Parfum oder einem Make Up.

Neue Produkte sind dabei die ersten Verdächtigen. Was Sie schon länger benutzen, kann auch Allergien auslösen. Bei einem neuen Produkt ist es jedoch wahrscheinlicher, weil Sie dann etwas darin vielleicht grundsätzlich nicht vertragen.

Nachweisen, ob eine Creme, Lotion oder ein Deo eine Allergie auslöst, lässt sich dagegen ganz einfach, jedoch vielleicht mit etwas nötiger Geduld. Dafür geben Sie von dem Produkt etwas auf eine ausgesuchte Körperstelle und warten 1 - 2 Tage lang ab, ob sich eine Reaktion zeigt.

Wieso Allergene im Nagellack besonders hinterhältig sind

Formaldehydharz ist ein Stoff mit allergenem Potenzial, der häufig in Nagellack enthalten ist. Das Problem dabei: Er kann eine Allergie  sich überall am Körper auslösen. Vor allem im Gesicht, zum Beispiel an den Augenlidern und im Nackenbereich treten dadurch oft Reaktionen auf, weil sie besonders häufig mit den Fingern in Berührung kommen.

Das erschwert eine eindeutige Diagnose. Neben Nagellack warnt das Deutsche Grüne Kreuz deshalb auch vor Kunstnägeln. Hier sind es insbesondere die acrylhaltigen Dämpfe, die sich beim Aushärten oder Verkleben lösen und auch auf unsere Haut gelangen.

Wie Sie Allergene in Kosmetik vermeiden

Es ist gar nicht so einfach, Allergenen in Kosmetik ganz aus dem Weg zu gehen. Denn konventionelle wie auch natürliche Kosmetik können sie enthalten. Wer allergieauslösende Stoffe meiden will, kann jedoch auf Bemerkungen wie «parfümfrei», «frei von Konservierungsstoffen» oder «hypoallergen» achten.

Mehr zu der stetig steigenden Zahl von Konservierungsstoff-Allergien lesen Sie in dem Beitrag «Schadstoffe in Kosmetik: Was haltbar macht, kann Ekzeme auslösen».

Quellen: Wissen.de, ugb.de, daab.de, dgk.de

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann