Tiere leiden oft für Alltagsprodukte

Tierversuche: Sind sie für Waschmittel wirklich nötig?

Auch für Alltagsprodukte wie Waschmittel werden Tierversuche durchgeführt. Foto: © MichaÅ Różewski / iStock / Thinkstock

Sind Tierversuche für Abwaschmittel und Kosmetik wirklich nötig?

Tierversuche sind nicht nur in Medikamenten, sondern auch in Putzmitteln oder Zigaretten versteckt. Manchmal ist sogar das Hundefutter mit Tierversuchen entwickelt worden. Die Liste an Produkten ist lang, deren Rohstoffe man vorher im Labor kontrollierte. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner beklagt, dass viele Kosmetikfirmen Tierversuche verschweigen. Das schliesst auch manche Naturkosmetik-Produkte ein. Zudem sind Neuentwicklungen aus Sicht der Tierschützer unnötig, weil bereits mehr als 8000 Rohstoffe für Kosmetika bekannt sind.

2010 kontrollierten der Schweizer Tierschutz STS und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS verschiedene Anbieter für Abwaschmittel. Es zeigte sich, dass viele schlichtweg kein Interesse am Thema zeigen oder nichts darüber wissen. Grund war, dass unter anderem der Rohstoffeinkauf globalisiert abläuft. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) geht davon aus, dass für jede neue Substanz knapp 10.200 Versuchstiere leiden müssen. Das heisst, je mehr Substanzen ein Waschmittel enthält, desto mehr Tiere mussten für die Tests herhalten. Das wird jedoch nicht immer deutlich ausgewiesen.
Wer als Verbraucher sicher gehen möchte, sollte auf gekennzeichnete tierversuchsfreie Lebensmittel und Alltagsprodukte  beim Kauf achten oder das Verkaufspersonal dazu befragen.

Alternativen zu Tierversuchen

Seit mehreren Jahrzehnten existiert die 3 V Methode in der Forschung. Die 3 Vs stehen für Vermindern, Verbessern und Vermeiden von Tierversuchen. Moderne Technologien erlauben, dass man die Versuche mit deutlich weniger Tieren durchführen oder ganz darauf verzichten kann. Dabei helfen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz (MRI), Positronenemissionstomografie (PET) oder Computertomografie (CT). Damit werden beispielsweise Krankheitsverläufe am lebenden Tier ersichtlich. Dafür benötigt man nur noch ein Versuchstier. Früher musste man jeweils ein Tier in jedem Krankheitsstadium töten und obduzieren. Zudem ersetzen Computersimulationen und mathematische Modelle manche Tierversuche. Wichtig sind auch künstliche Zellkulturen. Damit können inzwischen einzelne Organe nachgebildet werden. Beispielsweise ersetzen Blutzellen etwa 500.000 lebende Kaninchen Jahr für Jahr. Bisher ist es jedoch nicht möglich, komplexe Vorgänge des Körpers nachzuvollziehen. Daher gelangen die  Methoden ohne Tierversuche schnell an ihre Grenzen.

Der Verein zur Abschaffung der Tierversuche spricht sich allerdings gegen die 3 V Methode aus. Damit würde man Tierversuche als nützliche Methode anerkennen und nicht abschaffen.

Sollte man Tierversuche verbieten?

Wenn man die Tierversuche generell verbietet, würden die Experimente ins Ausland verlegt, wo deutlich weniger Tierschutzgesetze existieren. Trotzdem sind Unternehmen gefragt, damit mehr Produkte ohne Tierversuche hergestellt werden. Verbraucher können auch etwas tun: Wer sich gesund ernährt und eine gesunde Lebensweise hat, benötigt beispielsweise weniger Medikamente! Damit unterstützen Sie den Tierschutz. Genauso, wie wenn Sie bei Alltagsprodukten bewusst darauf achten, etwa tierversuchsfreie Kosmetik oder Waschmittel zu kaufen.

Quelle:  Stiftung 3 R, BVET,  Ärztinnen und Ärzte für Tierschutz, netap, STS, SKS, Zürcher Tierschutz, animalexperiments.ch,forschung-leben.ch, forschung3r, kosmetik-ohne-tierversuche.ch, tierschutz.com, agstg.ch, DFG, interpharma.ch

Text: Kerstin Borowiak

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