Mehr Tierversuche in der Schweiz

In 2010 hat die Zahl der Tierversuche in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Der Anstieg liegt laut BVET an Praxisversuchen in der Geflügelproduktion. Aber auch für Kosmetik wurde erstmals wieder mit Tieren getestet.

Die Zahl der Tierversuche ist im letzten Jahr in der Schweiz gestiegen.
Die Zahl der Tierversuche ist im letzten Jahr in der Schweiz gestiegen.
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Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hat Statistiken veröffentlicht nach denen die Zahl der Tierversuche von 2009 auf 2010 um 7,9 Prozent gestiegen ist. Damit erhöhte sich die Anzahl um 55.571 Versuche auf 761.675 insgesamt. In diesem Jahr wurden zudem erstmals wieder Tiere für Versuche im Kosmetik-Bereich eingesetzt.

Abgenommen haben von 2009 auf 2010 laut BVET die schwerbelasteten Tierversuche mit Schweregrad 3. Diese sanken um 14,1 Prozent. Somit wurden 2010 insgesamt 15.046 Tiere weniger als im Vorjahr Versuchen mit einem hohen Schweregrad ausgesetzt.

An der Verteilung und Anzahl an Tierversuchen hat sich zwischen 2009 und 2010 wenig verändert, wie das BVET angibt. «Praxisversuche mit grossen Geflügelherden im Kanton Luzern sind die Ursache für diese grosse Zunahme 2010 (+57‘000). Die Schwankungen in den anderen Bereichen sind gering», heisst es in der Presseerklärung des Bundesamts für Veterinärwesen.

Bei den verwendeten Versuchstieren handelt es sich zu 74 Prozent um Nagetiere wie Mäuse, Ratten, Hamster und Meerschweinchen. 16 Prozent der Tiere sind Vögel, hauptsächlich Geflügel, die überwiegend für Tests zur Fütterung und Untersuchungen für tiergerechte Haltung und «zur intensivierten Produktion» herangezogen werden, wie das BVET bestätigt.

Quelle: Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)