Zahnpasta im Test: Viele enthalten sogar Erdöl

Zahnpasta soll eigentlich die Zähne und damit unsere Gesundheit schützen. Doch viele zeigen im Test sehr bedenkliche Inhaltsstoffe, welche uns teilweise sogar gefährden können.

Test Zahnpasta: Einige fallen durch
Von einigen Zahnpastas lässt man lieber die Finger, da sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Foto: iStock / Thinkstock
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Bei einem sind sich die Experten einig: Zahnpasta sollte Fluorid enthalten. Fluorid ist für den Aufbau und Erhalt der Knochen- und Zahnsubstanz wichtig. In der Zahnpasta ist Fluorid besonders wichtig, denn beim regelmässigen Zähneputzen werden so die Zähne mit dem wichtigen Mineral versorgt, was für einen optimalen Kariesschutz sorgt. Denn: Vieles was wir zu uns nehmen wird letztlich zu einer Säure im Mund, die den Zahnschmelz angreift und ihm dadurch Mineralien entzieht. Fluorid wirkt dem entgegen, macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säuren. Zwar gibt es auch Zahnpasta ohne Fluorid, die insbesondere für Fluoridallergiker geeignet sein soll. Doch Ökotest geht in einem seiner letzten Zahnpasta-Tests mit der Expertenmeinung konform, dass die geringe Fluoridkonzentration keinerlei allergische Reaktionen auslöse.

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Zahnpasta im Test: Welche sind gut und welche fallen durch?

Strahlend weisse Zähne brauchen die richtige Pflege. Doch leider verstecken sich in vielen herkömmlichen Zahnpasten Inhaltsstoffe, die wir lieber nicht im Mund haben wollen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel «Test: Zahnpasta, was ist drin und wie gesund oder schädlich ist sie». Welche Zahnpasta man problemlos benutzen kann und von welchen man besser die Finger lässt, zeigen wir in der Bildgalerie. Foto: © TomFreeze / iStock / Thinkstock

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Stehen Zahnpastas im Test weniger in der Kritik aufgrund des Fluoridgehaltes, so sind es doch einige andere Inhaltstoffe, die die Tester mit Besorgnis betrachten. Von 36 getesteten Zahncremes erhielten 14 die Note «sehr gut» oder «gut», aber auch neun der getesteten Zahncremes fielen bei dem Test durch, da teils bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt wurden.

Test Zahnpasta: Warum so einige gesundheitsschädlich sind

In der Zahnpasta ist so manches enthalten, das man sich nicht einmal auf die Haut schmieren, geschweige denn für die Zahnhygiene benutzen möchte. Da sind – in nahezu allen Kosmetikprodukten üblich – PEGs und PEG-Derivate enthalten, die die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Gerne enthalten ist laut Zahnpasta-Tests weiterhin Natriumlaurylsulfat, ein Tensid, das als Schäumungsmittel eingesetzt wird, aber aggressiv ist und die Schleimhäute reizen kann.

Die beste Zahnpasta sollte antibakterielle Wirkung haben? Die Colgate Total bietet eine antibakterielle Wirkung mit dem Inhaltsstoff Triclosan. Triclosan wird von Forschern jedoch als bedenklich eingestuft, da er im Verdacht steht, Bakterien resistent gegenüber Antibiotika zu machen. Mehr noch mahnt der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Union, kurz USCCS,  einen vorsichtigen Umgang mit Triclosan an. Denn, so das USCCS, Triclosan kann die Haut reizen und die Leberfunktion beeinträchtigen. Dioxin könne bei der Produktion von Triclosan auch noch entstehen. Im Test war die Colgate Total übrigens nicht die einzige Zahnpasta, die Triclosan enthielt. Als Alternative, so die Tester: Zahnpasta mit ätherischen Ölen wirken auch antibakteriell. Dann aber ganz natürlich.

Zahnpasta im Test reinigt oft mit Plastikkügelchen

Die beste Zahnpasta, so mag man meinen, ist jene, die die Zähne ganz toll reinigt und natürlich vor Karies und anderen Unannehmlichkeiten in unserem Mund schützt. Früher übernahm die effiziente Reinigung natürliche Schlemmkreide. Heute wird diese Reinigungswirkung in einigen Zahnpastas teilweise durch Micro-Beads erreicht. Das sind kleine Kügelchen, die sozusagen den Zahnbelag abrubbeln. Ein Hersteller nennt sie auch Pflege-Perlen.

Micro-Beads klingt zunächst einmal nichtssagend. Doch, weiss man erstmal, dass es Mirko- oder Nanoplastik ist, ultrakleine Kügelchen aus Polyethylen – Polyethylen wird sonst auch für Frischhaltefolie oder Plastiktüten verwendet –, dann sieht das vielleicht anders aus. Forscher der Universität Oldenburg haben belegt, dass bis zu drei Prozent des Inhalts einer Zahnpastatube Micro-Beads sind. Aufgrund des geringen Gewichtes ist in einer Tube Zahnpasta fast eine Kinderhand voll enthalten, die mittels Polyethylen die Zähne besser reinigen sollen.

Wo das Nanoplastik nach dem Zähneputzen landet, wie es wirkt und was eine Forscherin dazu sagt in einem Video zu Nanoplastik in Zahnpasta und Kosmetik:

 

Welche Zahnpasta im Test positiv, welche negativ aufgefallen ist und was sonst noch so alles in ihnen enthalten ist, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Quellen: Ökotest, Stiftung Warentest, Codecheck.info, Project Blue Sea, Das Erste, Arte, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann, November 2013.