Seife im Ökotest: Was ist drin und wie gut ist sie?

Schon im frühen Mittelalter gab es Seife aus rein natürlichen Zutaten, die für Körper, Bekleidung oder im Haushalt ein Allzweckreiniger waren. Heute hat es fast unzählige Seifenformen. So wie die beliebte Flüssigseife für Hand und Gesicht. Aber wie schneiden die heutigen Seifen im Ökotest ab?

Seife Ökotest: Warum natürliche Seife besser ist
Natürliche Seife ist beim Reinigen meist die bessere Wahl. Foto: Ls9907 / iStock / Thinkstock
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Hände waschen gehört für viele zum mehrmals täglichen Ritual. Und das ist auch nötig, bei all den Dingen, mit denen unsere Hände den lieben langen Tag in Kontakt kommen. Doch was ist drin und wie gut oder schädlich sind die Inhaltstoffe in so einer Seife. Ökotest sagt: Seife, speziell die beliebte Flüssigseife, ist gar nicht so schlecht. Mit einigen Ausnahmen.

Das Fazit von Ökotest zu Seife: Sämtliche Seifen im Test – 10 an der Zahl – erhalten mindestens die Note «befriedigend» und sind damit nicht so schlecht wie manch anderes Körperpflegeprodukt. Die beiden sehr guten Seifen im Test sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte wie die Speick Natural Flüssigseife. Eine Note Abzug gab es dafür, dass in den anderen acht Seifen im Test PEG oder PEG-Derivate enthalten waren, die die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen.

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Der Klassiker Dove überzeugt nicht

Ein Klassiker ist diese feste Seife Beauty Cream Bar von Dove. Die Seife enthält drei Stoffe die von codecheck.info als «weniger empfehlenswert» eingestuft werden. Welche Stoffe das genau sind und was für Auswirkungen sie haben, lesen Sie hier. Foto: Screenshot der Redaktion nachhaltigleben.ch

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Fünf der getesteten Flüssigseifen erhielten hierdurch die Note gut. Die Palmolive Aquarium Flüssigseife ist eines dieser Produkte. Eine Note schlechter gab es für die restlichen drei Seifen im Ökotest, da darin weitere kritische Substanzen zu finden sind. So bekamen diese drei Seifen lediglich eine drei, da sie entweder allergieauslösende Duftstoffe enthalten, wie die Dusch Das Silk Moments Flüssigseife, oder Parabene. Parabene stehen im Verdacht hormonell zu wirken.

Nicht nur für den Seifen-Test: Mit Codecheck auf Nummer sicher

Wer zum Einkaufen geht, hat eher selten seinen «Ökotest-Seife» oder einen anderen Seifen-Test parat. Der nachhaltige Tipp: Mit dem Mobiltelefon die Produkte scannen und auf dem unabhängigen Verbraucherportal Codecheck testen. Dank der grossen Datensammlung zu den Inhaltsstoffen von Alltagsprodukten aller Art kann man so zuverlässig Schadstoffe ausschliessen. Nicht nur bei Seifen.

Beim Zufallstest der Inhaltsstoffe im Detailhandel kommt etwa die «Fa Seife Refreshing Lemon» mit ihrer gelb-grünen Verpackung optisch richtig erfrischend daher und die vielen saftigen Zitronenscheiben versprechen natürliche Zutaten. Tatsächlich sind hier aber von 25 Inhaltsstoffen in der Seife 5 wenig bis eingeschränkt empfehlenswert, zwei gar nicht zu empfehlen. Letzteres sind Farbstoffe, die für das kräftige, eher giftige Grün der Seife zuständig sind. Ci 11680 ist laut Oekotest Kosmetikrichtlinie – auf der die Codecheck-Informationen basieren – ein Farbstoff, der die Leber angreifen und giftiges Anilin abspalten kann. Anilin gilt als krebserregend. Zudem sollte dieser Farbstoff nicht mit Schleimhäuten in Verbindung kommen.

Auch viele andere herkömmliche Seifen zeigen Inhaltsstoffe, die man nicht unbedingt gerne auf das Gesicht auftragen möchte. Deshalb ein kleiner Geheimtipp beim Einkaufen: Babyseifen sind eine gute Alternative. Sie haben in einem aktuellen Ökotest alle mit der Note «sehr gut» abgeschnitten. Unter anderem gibt es auch zwei, die gänzlich ohne Parfüm auskommen, was nicht nur empfindliche Babyhaut, sondern auch Duftstoffallergiker erfreuen dürfte.

Natürliche Seifen: Eine gesunde Alternative?

Natürliche Seifen gibt es heute vermehrt im Handel. Eine hautfreundliche Alternative zu den Fläschchen mit vielen Zusatzstoffen am Waschbecken, auf dem Badewannenrand oder unter der Dusche. Ein weiterer Vorteil: Man muss vielleicht nicht so oft zu Handpflegemitteln nach der Handwäsche mit natürlichen Seifen greifen. Denn diese machen die Haut weniger spröde.

Quellen: Ökotest, Codecheck.info, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

 

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