Haargel-Test: Mit viel Chemie im Kampf gegen die Schwerkraft

«Shockwaves Massive Wonder Gel», «Structurizing Styling Gel» oder einfach nur Haargel heissen die vielversprechenden Produkte, mit der man die Schwerkraft besiegen soll. Und was ist dran an den Versprechen? Das sagt der Haargel-Test.

Haargel Test: Welches ist das beste Haargel und Haarwachs
Haargel ist bei vielen Menschen beliebt, kann jedoch mit seinen Inhaltsstoffen nicht immer überzeugen. Foto: Goodluz / iStock / Thinkstockphotos
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Haargel-Test: Was ist drin in den Stylingprodukten?

Als einer der Hauptbestandteile ist immer ein Lösungsmittel zu finden. Meist wird hier auf Alkohol zurückgegriffen, welcher allmählich verdunstet und die charakteristische Gelfrisur zurücklässt. Weitere mögliche Inhaltsstoffe, wie die Stiftung Warentest in einem Haargel-Test feststellte, sind bedenkliche Weichmacher. Dazu kommen Tenside und, Beispiel Axe Apollo Cream Gel, PEGs oder PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.

Einige Haargels im Test enthalten zudem Silikonöle – erkennbar an dem Wortteil «eth» wie in Dimethicone – oder zellmembranschwächende und umweltrelevante Konservierungsmittel (Trisodium Edta), wie sie etwa im NIVEA Styling Gel Ultra Strong zu finden sind.

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Haargel im Test: Welche Produkte schneiden gut ab?

Haargel im Test: Mann und Frau greift gerne zu Haargel oder Haarwachs, um der Frisur noch den letzten Schliff zu geben. Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich, denn nicht alle Haargele können überzeugen. Einige enthalten gesundheitsschädliche Stoffe, andere sind umwelttechnisch schlecht abbaubar. Mehr dazu gibt es in unserem Artikel «Haargel-Test: Mit viel Chemie im Kampf gegen die Schwerkraft». Foto: Goodluz / iStock / Thinkstock

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Die Hauptbestandteile, die für den richtigen Halt sorgen, sind oftmals Polymere wie Copolymer oder Crosspolymer (ebenfalls NIVEA Haargel). Das sind letztlich Kunststoffe, die man spätestens bei der nächsten Haarwäsche den Abfluss hinunterspült.

Doch empfindliche Menschen können bereits auf so übliche Duftstoffe wie Coumarin (Gard Men Extreme Styling Gel) allergisch reagieren. Dagegen seien teilweise zugefügte Vitamine völlig wirkungslos laut den Experten von Stiftung Warentest. Der Grund: Vitamine können allenfalls von der Haarwurzel aufgenommen werden. Auf das Haar aufgetragen seien sie aber gänzlich nutzlos.

Haargel im Test: Schadstofffreie Alternativen

Um keinem stilbewussten Menschen dem Spass an der Frisur zu nehmen, es gibt auch empfehlenswerte Produkte im Haargel-Test. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer chemiefreien Alternative aus dem Naturkosmetikregal. So sorgt beispielsweise das Lavera Styling-Haargel für den richtigen Halt durch althergebrachten Schellack, der als unbedenklich gilt. Ökotest empfielt weiterhin in seinem aktuellen Spezialheft über Naturkosmetik zum «Logona Mann Haar Gel Bio Gingko & Coffein».

Und wie steht es mit Haarwachs im Test?

Styling Gel oder Haargel verleiht dem Haar mehr oder weniger Halt, die meisten verleihen zudem den obligatorischen Wetlook. Der Nachteil: Besonders wer viel von dem Haarbändiger verwendet, hat nach dem Auskämmen viele hässliche Schuppen auf seinem Kopf. Da ist Haarewaschen angesagt. Nicht so bei Haarwachs. Zwar verleiht der Glanzmacher nicht ganz so viel Halt wie die üblichen Haargele, meist auch nicht den typischen Wetlook von Haargel, doch dafür erhalten die Haare mit Haarwachs einen mehr oder minder starken Glanz. Zudem bleiben die Schüppchen aus. Trotzdem geben sie der Frisur Halt.

Beim Blick auf die Inhaltsstoffe von Haarwachs stellt der Konsument fest: Auch hier sind in den handelsüblichen Produkten nahezu die identischen Chemikalien enthalten wie beim Haargel-Test aufgelistet. Noch dazu basieren viele auf «Petrolatum», besser bekannt unter Vaseline, einem erdölbasierten Fett. Doch, wer möchte sich wirklich Erdöl in die Haare schmieren? Petrolatum ist auch dann Bestandteil Nummer eins, wenn mit einer grossen Kokosnuss auf der Verpackung (Swiss-O-Par Kokos-Haarwachs) oder mit Früchten (Garnier Fructis - Style Gloss Wax Strong) geworben wird.

Allerdings: Haarwachs besteht zu einem grossen Teil aus Fetten, ob nun chemischer oder natürlicher Herkunft. Zwar pflegen die rein natürlichen Fette wie etwa der Kokosnuss (Body Shop Coconut Hair Shine) die Haare, wodurch aber auch ein anderes Problem auf den Anwender wartet: Erneut häufigeres Haarewaschen. Mal ganz abgesehen vom Kopfkissenbezug.

Wie man es auch dreht und wendet: Haargel und Haarwachs helfen beim Hairstyling, enthalten in ihrer konventionellen Variante oftmals aber auch unangenehme oder gar schädliche Inhaltsstoffe. Die Haare benötigen durch deren Verwendung zudem mehr Pflege, um nach einem schick frisierten Tag nicht ungepflegt auszusehen. Übrigens noch bedenklicher in Sachen Gesundheit schnitten Haarsprays ab. Mehr dazu, lesen Sie hier.

Quellen: Ökotest, Stiftung Warentest, Codecheck.info

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann