Säuglingspflege: Was zu meiden und zu empfehlen ist

Die Säuglings- oder Babyhaut ist besonders empfindlich und benötigt eine sehr schonende, besonders sanfte Pflege. Doch, auf welche Produkte ist wirklich Verlass und gibt es sogar schädliche Babypflege-Produkte? Tipps hierzu und warum der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Alarm schlägt.

Säuglingspflege und Babypflege Produkte mit ungesunden Inhaltsstoffen
Bei Baby-Pflegeprodukten sollte man sich über die Inhaltsstoffe besonders gut informieren. Foto: iStock / Thinkstock
  • 27
  • 0

Man mag seinen Augen nicht trauen, recherchiert man einmal auf dem Produktecheck-Portal Codecheck die Inhaltsstoffe von Babypflege-Produkten. Die für Jedermann völlig unverständlichen Formulierungen und Formeln auf der Rückseite verraten nicht wie sie wirken, ob sie rein natürlichen Ursprungs sind, gesund oder eher bedenklich. Daher die Frage: Welche gilt es zu meiden?

Babypflege-Produkte: Was Sie unbedingt meiden sollten

Konventionelle Säuglingspflege muss nicht unbedingt schlechter sein als Natur- oder Biokosmetikprodukte. Denn viele Hersteller haben erkannt, dass in Babycreme und Co. keine allergieauslösenden Parfüme oder andere schädliche Zusatzstoffe gehören. Doch leider ist nach wie vor immer wieder der eine oder andere Stoff enthalten, der nicht in ein Baby- oder Säuglingspflege-Produkt gehört. So etwa PEGs oder PEG-Derivate. Dies sind Emulgatoren oder waschaktive Tenside, die laut Codecheck die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen können.

Dies sei laut Ökotest nicht ganz unbedenklich, da durch das PEG die zarte Babyhaut durchlässiger für Schadstoffe wird. Noch dazu sollen Zutaten auf PEG-Basis die Haut auf Dauer austrocknen. Um PEGs bei der Säuglingspflege zu vermeiden, sollten Eltern auf Nummer sicher gehen und unter den Inhaltsstoffen auf die Bezeichnung «PEG» (gross oder klein geschrieben) oder das Wortteil «-eth» achten, wodurch das Tensid bezeichnet wird.

Auch alle Produkte, die unter den Inhaltsstoffen Zutaten mit dem Wortteil «edta» auflisten sind nicht zu empfehlen. Denn dieser Inhaltsstoff, bezeichnet immer Konservierungsmittel, wirkt ähnlich wie genannte PEGs und schadet zusätzlich noch der Umwelt.

Bild: 1 von 8

Die Weleda Babycreme überzeugt im Test auf ganzer Linie

Die Weleda Calendula Babycreme enthält keine bedenklichen Inhaltsstoffe und besteht den Babypflege-Test somit mit sehr guten Noten. Das Naturprodukt setzt auf die Kraft der Kamille und pflegt die Babyhaut sehr sanft. Weitere Infos zum Inhalt der Weleda Babycreme gitb es hier. Foto: © Weleda

Weitere Bilder anschauen

Es gibt zudem viele Säuglingspflege-Produkte, von der Babycreme bis zum Shampoo, die als Konservierungsmittel Parabene enthalten. Parabene sollen Allergien auslösen, bei Föten und Kleinkindern sogar eine östrogene Wirkung haben, damit Hormonhaushalt beeinflussen, und sogar krebserregend sein. Ein Stoff also, denn man insbesondere in der Babypflege vermeiden möchte. Doch laut einer Studie des BUND, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., sind Parabene sehr oft in Kosmetikprodukten zu finden. Dänemark hat nach intensiven Studien Parabene aus Babypflege-Produkten verbannt. Wer Parabene nicht nur in der Baby- oder Säuglingspflege veremiden möchte, sollte auf die Bezeichnung «PHB» achten. Auch sehr hilfreich, um diesen und weitere, hormonell wirkende Stoffe in Pflegeprodukten zu finden: Die neue ToxFox-App, die eine Übersicht über die Inhalte von mehr als 60'000 Kosmetikprodukten liefert.

Babypflege soll gesund sein

Das Wohlergehen des Babys steht auch bei der Pflege an erster Stelle. Foto: © iStockphoto / Thinkstock

Ebenfalls meiden sollten Sie Säuglingspflege-Produkte mit Paraffinen. Der einfache Grund: Die in der Kosmetik beliebte Substanz basiert auf billigem Erdöl, trocknet bei regelmässiger Anwendung die Haut eher aus, als dass sie pflegt und kann sich in den Organen ablagern.

Wie viel Unsinniges befindet sich in Babypflege-Produkten?

Auf der Seite des Informationsdienstes Codecheck liest man so manch schlechte, zumindest aber weniger empfehlenswerte Zutat in Produkten zur Säuglingspflege. Eine Zufallsentdeckung ist «Disodium Phosphate». «Disodium Phosphate» ist ein Mittel, welches laut Ökotest-Kosmetikliste für Kariesschutz sorgt. Zwar sei diese Stoff weniger bedenklich,  doch, die Frage ist, was diese Zutat in «Papers Baby Fresh Feuchtetücher» zu suchen hat wie es in der Auflistung der Inhaltsstoffe auf Codecheck zu lesen ist? Vielleicht nur eine Randnotiz, aber ein Beispiel dafür, das manchmal weniger doch mehr ist und viele Zusatzstoffe strenggenommen gar nicht nötig wären.

Mit zertifizierter Bio- und Naturkosmetik auf Nummer sicher gehen

Besorgte Eltern können auf dem Verbraucherportal Codecheck selbst beim Einkauf und mittels einer App die Inhaltsstoffe einer Säuglingspflege auf ihre Verträglichkeit testen. Und wer ganz sicher bei Babypflege-Produkten sein möchte, wählt im Zweifelsfall zertifizierte Natur- oder Biokosmetik. Diesen Siegeln können Verbraucher vertrauen.

Quellen: Ökotest, Codecheck, BUND, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

So viel Natürliches steckt wirklich in Naturkosmetik

So viel Natürliches steckt wirklich in Naturkosmetik

Natürliche Zahnpasta selber machen: So einfach geht es

Natürliche Zahnpasta selber machen: So einfach geht es

Label gegen Leid: So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik

Label gegen Leid: So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik