Agrarabfälle sollen für Biokosmetik genutzt werden

Pflanzenhalme, Schalen und Hülsen fallen in der ökologischen Landwirtschaft in grossen Mengen als Abfälle an. Diese sollen nun in der Biokosmetik Verwendung finden, denn Forscher wollen sie zur nachhaltigen Herstellung von Biotensiden verwenden, die in der Kosmetik zum Einsatz kommen.

Agrarabfälle werden für Biokosmetik verwertet.
Agrarabfälle und Biokosmetik? Mit neuesten Forschungsergebnissen passt das zusammen! Foto: © nubia87 - Fotolia.com
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Kosmetika, Shampoos, Duschgele und Badezusätze bestehen bis zu 40 Prozent aus Tensiden. Diese bewirken, dass sich Öl und Wasser vermischen lassen. Bisher werden rund 18 Millionen Tonnen Tenside produziert, und das überwiegend auf chemischem Weg und auf Erdölbasis. Doch auch Mikroorganismen können solche Stoffe produzieren, die als Biotenside gehandelt werden. Bisher werden jedoch nur wenige dieser Biotenside industriell produziert, sodass die Herstellung noch recht teuer ist.

Das soll sich nun ändern, denn die Biotenside sollen für die Biokosmetik lukrativ werden. Forscher des deutschen Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik entwickeln dazu einen nachhaltigen, kostensenkenden Herstellungsprozess. Cellulose- und ölhaltige Agrarabfälle aus der ökologischen Landwirtschaft wie zum Beispiel aus Pflanzenhalmen oder Schalen sollen hierfür genutzt werden. In einem Bioreaktor können diese Rohstoffe von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen in Biotenside umgewandelt werden. So können die Biotenside industriell erzeugt werden. Diese weisen gegenüber herkömmlich hergestellten Tensiden grosse Vorteile auf: Sie sind umweltverträglicher und biologisch abbaubar.

«Die Verwendung von Abfallprodukten aus der ökologischen Landwirtschaft senkt nicht nur die Produktionskosten, sondern stellt auch die Nachhaltigkeit der Tenside sicher», sagte Dr. Ana Lucia Vasquez, Koordinatorin des Projekts gemäss einer Medienmitteilung des Frauenhofer-Instituts. «Wir werden alle Zertifizierungsschritte begleiten. So können grosse Mengen Abfall aus zertifiziertem ökologischem Anbau effektiv genutzt werden.»

Quelle: idw Text: Miriam Dippe