So hilft das Kontakttagebuch gegen die Ausbreitung von Corona

Händewaschen, Abstand halten, Maske tragen – und ein Kontakttagebuch führen. Warum es jetzt sinnvoll ist, Kontakte zu notieren, wie Sie ein Kontakttagebuch anlegen und nützliche Apps.

Wie das Kontakttagebuch gegen die Ausbreitung von Corona hilft
Ein Kontakttagebuch hilft, sich an alle Kontakte der vergangenen Woche zu erinnern. Foto © alvarez / E+
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Mittagessen mit Kollegen, Geburtstagsbrunch bei den Nachbarn und Filmeabend mit Freunden – wenn man alle Kontakte aufzählen soll, die man in der vergangenen Woche hatte, gelangen die grauen Hirnzellen schnell ins Straucheln.

Dabei zählt die Kontaktverfolgung zu den wichtigsten Massnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Denn wenn eine Person in Ihrem Bekanntenkreis oder Sie selbst erkranken, geht es darum, alle Kontaktpersonen zu informieren um die Infektionskette möglichst schnell zu stoppen.

Da längst noch nicht alle die «SwissCovid App» nutzen, ist es sinnvoll, selbst aktiv zu werden und mit wenig Aufwand etwas nachzuhelfen. Wir zeigen, wie Sie ein Kontakttagebuch führen.

Mit einem Kontakttagebuch die «SwissCovid App» ergänzen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bezeichnet das Ermitteln von Kontaktpersonen als «eine der wirksamsten Massnahmen zur Bekämpfung von Epidemien». Denn dadurch kann man Übertragungsketten erkennen und unterbrechen, indem alle Betroffenen informiert werden und sich in Quarantäne begeben.

Doch das sogenannte «Contact Tracing» stösst an seine Grenzen, je mehr Menschen am Virus erkranken. Solange die Zahl der täglichen Neuinfektionen niedrig ist, können die kantonalen Behörden gemeinsam mit der infizierten Person alle Kontakte der letzten Tage rückverfolgen, um die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten. Bei über 3'000 Neuinfektionen pro Tag sind die kantonalen Behörden jedoch schnell überlastet.

Und auch die «SwissCovid App» erleichtert die Kontaktverfolgung nur begrenzt. Bis heute haben nur knapp 2,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer die App heruntergeladen, aktiv genutzt wird sie jedoch nur von 1'770'000, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) berichtet. Konkret heisst das: Höchstens jede vierte Person, der Sie begegnen, nutzt die Corona-App.

Sie haben die «SwissCovid App» noch nicht installiert? Hier geht's zum Download im App Store und im Google Play Store.

So führen Sie ein Kontakttagebuch

Es ist also sinnvoll, als Ergänzung zur «SwissCovid App» ein persönliches Kontakttagebuch zu führen, in dem Sie alle Bekannten und Freunde verzeichnen, zu denen Sie Kontakt haben. Dazu rät auch Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut, die Strategien zur Eindämmung der Pandemie erforscht, in einem Interview mit Zeit online.

Wie gründlich Sie Ihr Kontakttagebuch führen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Genauso wie die Wahl des Mediums – Sie können das Tagebuch etwa auf einem Notizblock oder digital auf dem Handy führen.

Diese Informationen gehören ins Tagebuch:

  • Wen habe ich heute gesehen?
  • Wie lange hatte ich Kontakt zu der Person?
  • Wie nah bin ich der Person gekommen und welche Schutzmassnahmen (Maske, Abstand) haben wir eingehalten?

Genauso wichtig ist es, die Aktivität zu notieren, die Sie zusammen unternommen haben. Denn wie hoch die Ansteckungsgefahr ist, variiert je nachdem, ob Sie sich in einem geschlossenen Raum wie einem Café oder draussen zu einem Spaziergang getroffen haben. In Innenräumen und bei Aktivitäten, bei denen besonders viele Aerosole produziert werden (etwa beim Singen oder beim Sport) ist die Ansteckungsgefahr umso höher.

Ausserdem sollten Sie Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Familientreffen notieren, rät der deutsche Virologe Christian Drosten. Denn bei grossen Zusammenkünften ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch, wenn eine infizierte Person dabei ist.

Tipp: Integrieren Sie Ihr Kontakttagebuch in Ihr persönliches Bullet Journal. Inspiration gesucht? Hier erfahren Sie, wie Sie ein kreatives Bullet Journal anlegen und führen.

So kann ein Kontakttagebuch aussehen

privaten Kontakt im Tagebuch notieren

Notieren Sie im Kontakttagebuch auch die Dauer und die Art des Kontaktes. Foto © Redaktion

Einen Coiffeur-Besuch im Tagebuch notieren

Auch einen Coiffeur-Besuch sollten Sie im Tagebuch notieren. Foto © Redaktion

«Coronika» – eine App, die das Tagebuchführen erleichtert

Für alle, die möglichst wenig Aufwand für das Kontakttagebuch betreiben möchten, gibt es die sogenannte «Coronika»-App. Hier können Sie bequem eintragen, wann Sie sich wo mit wem getroffen haben und wie lange das Treffen gedauert hat. Gruppen, die Sie täglich sehen – wie etwa Familienmitglieder, Mitbewohner oder Kollegen – können Sie als Gruppe festlegen und eintragen.

Die App gibt's kostenlos, aktuell können Sie «Coronika» im Google Play Store herunterladen, bald soll sie auch im App Store erhältlich sein.