Weinreben vor dem Frühling noch in Form schneiden

Wein hat die Eigenschaft, sich überall dort festzuklammern, wo er Halt findet. Deshalb sollten Sie Weinreben regelmässig Schneiden, egal ob sie im Berg oder am Haus wachsen. So trägt die Pflanze jedes Jahr üppig und breitet sich nicht planlos aus. Zum kalendarischen Frühling sollte der Winterschnitt abgeschlossen sein. Tipps und Tricks zum Reben Schneiden.

Tipps und Tricks zum Weinreben schneiden
Jetzt die Weinreben schneiden und so ein unkontrolliertes Ausbreiten verhindern! Foto: © iStock / Thinkstock
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Weinreben schneiden: Nicht zu zaghaft sein

Die Reben schneiden Sie mit einer scharfen Gartenschere zwischen zwei Augen. Von den vorjährigen gelbbraunen oder rotbraunen Trieben (je nach Rebsorte) werden im ersten Grobschnitt vier bis fünf Knospen abgeschnitten. Im zweiten Grobschnitt suchen Sie sich aus den bereits gekürzten Trieben einige kräftige Triebe heraus (etwa fünf pro Quadratmeter). Diese bleiben stehen, alle anderen Weinreben schneiden Sie bündig am Stammholz ab.

Der anschliessende Feinschnitt erfordert Fingerspitzengefühl und ist nur erforderlich, wenn Sie Wein anbauen und ernten möchten. Hierbei werden einige der gesicherten Triebe nochmals auf zwei bis drei Augen reduziert. Diese bilden nun die Zapfen. Die anderen bleiben unberührt und werden Stecker genannt. Nach dem erfolgreichen Weinreben Schneiden sollten sich an Ihrem Rebstock etwa 20 Augen pro Quadratmeter befinden.

Erst bei vierjährigen Weinstöcken Reben schneiden

Junger Wein darf vier Jahre lang wachsen, wie er möchte. Erst dann erfolgt der erste Schnitt. Je nach Erfahrung und Ziel kommen drei Schnitttechniken zur Anwendung, wenn Sie Weinreben schneiden: kurzer Schnitt (Zapfenschnitt), Mittelschnitt und Langschnitt. Der Langschnitt zielt auf einen hohen Ertrag ab, kurzer und mittlerer Schnitt sorgen für ein kräftiges Blattwachstum und können auch von Laien vorgenommen werden.

Im Frühjahr erfolgt zudem das Ausbrechen unerwünschter Jungtriebe am Stammholz. Diese sogenannten Wasserschosse erkennen Sie an der hellgrünen Farbe und dem schnellen Wachstum. Wasserschosse rauben dem Weinstock Kraft, wenn Sie nicht rechtzeitig die Reben schneiden und sie davon befreien. Auch Doppel- oder Mehrfachtriebe an den erwünschten Reben werden bis auf den kräftigsten Trieb entfernt. Dieser sollte bereits Fruchtansätze zeigen.

Igelaustrieb beim Reben schneiden korrigieren

Reben schneiden in der Kurzform verursacht oft ein starkes Austreiben an den Schnittstellen. Diese werden durch Ausbrechen korrigiert, sodass nur die Triebe weiter wachsen, die auch erwünscht sind. Tipp: Zur Begrünung eines Gartenhäuschens oder Rankgitters lassen Sie den Wein einfach wachsen und entfernen Sie übers Jahr nur die Triebe, die offensichtlich das Gesamtbild stören. Zwar schmecken dann die Weintrauben im Spätsommer nicht besonders süss, aber der Rebstock erfreut Sie mit Schatten spendendem Blattwerk.   

Tipps vom Profi zum Weinreben schneiden