Mit diesen 6 Hausmitteln Trauermücken bekämpfen

Trauermücken tauchen besonders in der kalten Jahreszeit in der Blumenerde von Zimmerpflanzen auf. Die kleinen schwarzen Fliegen können den Pflanzen schaden. Doch es gibt einige effektive Hausmittel, um Trauermücken zu bekämpfen.

Trauermücken: Mit diesen Hausmitteln Trauermücken bekämpfen
Trauermücken sind ganz schön lästig und ihre Larven schaden den Pflanzen. Doch es gibt effektive Hausmittel gegen die kleinen schwarzen Fliegen. Foto © Henrik_L/ iStock / Getty Images Plus
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Trauermücken: Den Schädling erkennen

Trauermücken sind dunkle, längliche, kleine Fliegen. Das Insekt wird nur wenige Millimeter gross (kleiner und schmaler als Fruchtfliegen). Charakteristisch ist ihr tänzelnder Flug und, wenn sie nicht fliegen, dann tummeln sich die kleinen Fliegen auf der Oberfläche der Erde von Topfpflanzen.

Trauermücken, genauer ihre Larven, haben ein hohes Schadpotenzial. In der Natur gehören die winzig kleinen, weissen Larven zu den fleissigsten Kompostieren. Sie fressen totes Laub und ganze Komposthaufen kurz und klein, sorgen so für die wertvolle Humusbildung. Die kleinen Fliegen flattern sicher auch in Ihrem Garten und auf Balkonien umher. Die kleinen Fliegen richten übrigens keinen Schaden an, nur deren Larven. Sie leben nur wenige Tage und mit dem Ziel, sich zu vermehren. Haben sie sich gepaart, dann legt das Weibchen bis zu 200 Eier in die Erde. Dort schlüpfen innerhalb kürzester Zeit die Larven, deren Leibspeise die Wurzeln von Pflanzen sind.

Wie aus dem Nichts: Wo kommen Trauermücken eigentlich her?

Die kleinen Fliegen erscheinen wie aus dem Nichts und vermehren sich rasend schnell. Doch woher kommen Trauermücken eigentlich? Folgende Quellen sind möglich: Sie haben eine neue Pflanze gekauft – Trauermücken, meist als Larven, in der Erde inklusive. Oder Sie haben neue Blumenerde für Ihre Pflanzen erstanden, um im Haus oder draussen etwas zu pflanzen oder umzutopfen.

Dabei ist es egal, welches Pflanzsubstrat Sie kaufen. Blumenerde für Topfpflanzen, Pflanzerde für den Garten oder Anzuchterde für die Pflanzenzucht im Frühjahr. Jede Erde, aber auch Rindenmulch, kann Trauermücken oder deren Larven enthalten. Meist ist der Befall beziehungsweise ihre Vermehrung im Freien nicht so massiv und der Schaden hält sich in Grenzen oder wird erst gar nicht bemerkt.

Auch möglich: Man trägt die Larven mit im Haus überwinternden Pflanzen herein. Das kann mit Blattläusen, weissen Fliegen und Spinnmilben übrigens genauso passieren, wie mit dieser Fliege.

Billigerde Schuld?

Oft ist zu lesen, dass man sich die Fliegen oder deren Larven mit Billigerde einschleppt. Das muss aber nicht sein und auch teure, hochwertige Blumenerde von Markenherstellern kann mit den schwarzen Mücken oder eben ihrem Nachwuchs befallen sein.

Beste Bedingungen: Wo sich Fliege und Larve besonders wohlfühlen

In den wohlig-warmen Wohnungen und auch im Gewächshaus finden die kleinen Fliegen sehr gute Bedingungen. Gerade frisch gekaufte Zimmerpflanzen, die vom Hersteller oft in Gewächshäusern gezogen werden, enthalten den kleinen Schädling. Schnell schlüpfen die Fliegen und man stellt erst jetzt den Befall der Pflanze fest. Leider sind sie eine echte Plage, gegen den Sie zeitnah etwas unternehmen müssen.

Nicht minder schlimm ist es, wenn Sie auch dem coolen Trend der eigenen Pflanzenanzucht im Frühjahr folgen, also Tomaten, Gurken, Zucchini, Blühpflanzen und Co. selber ziehen und diese Zucht befallen wird. Ohne Gegenmassnahmen kann das zu grossen Schäden und einem 100-prozentigen Ausfall führen.

Gleich welche Pflanzen im geschlossenen Raum befallen sind, Sie sollten sofort mit der Bekämpfung der Mücken und ihr Nachwuchs beginnen.

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Mit Quarzsand die Trauermücken vom Eier legen abhalten

Ihre Eier legen Trauermücken meistens von oben in die Blumenerde. Die Larven fühlen sich dabei in feuchter Erde besonders wohl. Um zur Bekämpfung der Schädlinge nicht die Blumenerde austrocknen lassen zu müssen, kann man ihnen den Weg mit einer Schicht Quarzsand versperren. Foto: © NorthHatley / iStock / Thinkstock

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Was Sie gegen Trauermücken tun können:

Mit vorbeugenden Massnahmen Trauermücken bekämpfen

Da sich die kleinen Plagegeister in feuchtem Pflanzsubstrat besonders wohlfühlen, sollte man darauf achten, dass insbesondere befallene Blumenerde im Topf immer erst richtig gut trocken ist, bevor erneut gegossen wird. Topfuntersetzer sollten zudem kein Wasser enthalten.

Frisch gekaufte Pflanze als Ursache für den plötzlichen Flugbetrieb ausgemacht? Dann lohnt sich der Versuch, diese zu separieren. Mit etwas Glück werden andere Pflanzen nicht befallen. Gerade in der wärmeren Jahreszeit könnte diese Pflanze, je nach Licht- und Temperaturwünschen, ins Freie umziehen. Zusammen mit möglichst trockener Erde kann sich der Befall von allein erledigen.

Besonders effektiv: Die frisch gekaufte Blumenerde oder Anzuchterde für einige Minuten in der Mikrowelle erhitzen. Wahlweise im Backofen bei über 100 Grad für etwa 20 Minuten.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Erde komplett mit einer Schicht, 2, 3 cm, Quarzsand (Bau- oder Spielsand) zu bedecken. Dadurch kommen die Weibchen nicht an die Erde, um ihre Eier dort abzulegen. Tipp: Idealerweise dann von unten mit Wasser giessen. Auch das Umtopfen aller Pflanzen in eine Hydrokultur kann den Befall verhindern.

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen einige hilfreiche Mittel. Sie sollten hier immer gleich mehrere Massnahmen durchführen, um den Schädling in und ausserhalb des Pflanzsubstrats zu bekämpfen.

Einfache Hausmittel gegen Trauermücken

1. Umtopfen oder Blumenerde trocknen lassen

Wenn nur einzelne Pflanzen betroffen sind, reicht es oft schon, diese umzutopfen, um die Trauermücken zu bekämpfen. Die alte Blumenerde sollte dabei möglichst vollständig von der Pflanze entfernt und die Wurzeln mit Wasser abgespült werden. Auch der Topf muss gründlich gereinigt sein. Eine Schicht Quarzsand hilft hier zusätzlich.

Zudem die Zimmerpflanze wirklich komplett abtrocknen lassen. Leider vertragen diese Massnahme nicht alle Pflanzen.

2. Streichhölzer in die Töpfe

Ein hilfreiches Mittel bei der Bekämpfung sind auch Streichhölzer. Hierzu werden pro Topf jeweils 2, 3 Zündhölzer kopfüber in die Blumenerde gesteckt. Den Schwefel daran mögen die Trauermücken-Larven gar nicht. Alle paar Tage nachlegen. Das sollte helfen, den Schädling in der Erde zu minimieren.

3. Hausmittel aus der Küche

Drücken Sie 2, 3 Knoblauchzehen an und übergiessen Sie diese mit einem Liter kochendheissem Wasser. Den Sud abkühlen lassen, abseihen und jeder betroffenen Pflanze ein paar Schluck hiervon gönnen. Alternativ in jeden Blumentopf 2, 3 Knoblauchzehen stecken.

Zimt, Natron oder Backpulver mögen die kleinen Insekten auch nicht. Einfach mit einer der Zutaten die Erde dünn bestreuen. Nachteil: Backpulver kann schimmeln. Und dann soll es auch helfen, je Liter Giesswasser 20 Tropfen Teebaumöl oder Lavendelöl zuzugeben und hiermit zu giessen.

4. Ins Netz gegangen

Pflanzen, die nur einen Stamm haben, also nicht eher buschig aus dem Grund wachsen, können Sie mit folgendem Versuch retten: Stülpen Sie ein abgeschnittenes Bein einer Strumpfhose über den Blumentopf. Das andere Ende fixieren Sie um den Stamm. Durch das feinmaschige Netz kommt keine Fliege mehr zur Erde, legen also keine neuen Eier mehr und geschlüpfte Raupen nicht mehr heraus. Diesen optisch etwas seltsam anmutenden Zustand sollten Sie mindestens 14 Tage beibehalten oder eben so lange, wie andere Blumentöpfe noch befallen sind.

5. Bekämpfung mit Gelbtafeln

Auf gelb fliegen die kleinen Mücken einfach. Der auf Gelbtafeln aufgetragene Lockstoff und Kleister tut sein Übriges. In befallene Pflanzen Gelbtafeln zu stecken ist eine gute Massnahme, um den Befall der lästigen Fliegen einzudämmen. Alleine reicht diese Massnahme wiederum nicht aus. Achtung: Nicht im Gewächshaus anwenden, wo Nützlinge ebenfalls an den Tafeln kleben bleiben.

Gegen erwachsene Trauermücken helfen bedingt auch fleischfressende Pflanzen. Werden diese in der Nähe befallener Pflanzen aufgestellt, kann der Befall verringert werden. Ein weiteres Hausmittel gegen Trauermücken sind Streichhölzer, die mit dem Kopf in die Erde gesteckt werden. Der Schwefel tötet die Larven der Trauermücke sehr zuverlässig ab. Als Alternative kann man hier auch Knoblauch verwenden.

6. Trauermücken mit Nematoden bekämpfen

Nematoden sind Nützlinge, mit denen Schädlinge bekämft werden. Auch gegen Träuermücken können Sie Nematoden einsetzen. Es gibt winzig kleine Fadenwürmer (mit dem blossen Auge nicht zu erkennen). Hiervon gibt es verschieden und sie sind ein wirkungsvoller Feind aus der Biogartenkultur für Zimmerpflanzen, den Obst- und Gemüseanbau. Eines der Lebewesen, Steinernema feltiae, ist optimal, um die Larven der Trauermücke zu bekämpfen.

Die Nematoden werden in einem Pulver verkauft, das Sie im Fachhandel bestellen und zeitnah per Post erhalten. Der Grund: Die Nematoden leben nicht lange und das Substrat sollte nach Erhalt auch möglichst kühl gelagert werden. Daher haben Gartenfachmärkte die Nematoden nur selten vorrätig.

Dieses Pulver geben Sie nach Anleitung in das Wasser und giessen die betroffenen Pflanzen. Tipp aus der Praxis: Selten werden Sie die ganze Menge an Nematoden zur Bekämpfung benötigen. Stellen Sie den Rest des Pulvers in den Kühlschrank und wiederholen Sie etwa wöchentlich die Behandlung. Der Grund für diese Massnahme ist, dass das Insekt immer in verschiedenen Stadien (Mücke, Ei, Raupe) vorhanden ist, die Nematoden jedoch nur die Larven fressen. Mit einer einmaligen Behandlung kann der Befall wieder aufflammen.

Wenn Sie dieses Mittel einsetzen, dann muss die Erde immer feucht bleiben. Nur so überleben die natürlichen Feinde in der Blumenerde. Tipp: Auch hier empfiehlt es sich, parallel weitere Massnahmen zu treffen. Ergänzend und in Kombination sehr effektiv ist das Aufbringen von Sand, das Platzieren von Gelbtafeln und/oder die Netzstrumpfmethode.

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