Äpfel und Co. vom Balkon? Säulenobst machts möglich

Dank Säulenobst ernten Sie auch auf dem Balkon oder im Mini-Garten Äpfel, Birnen oder Pfirsiche. Welches Säulenobst besonders gut geeignet ist und  wie Sie Säulenbäume pflegen, damit der Ertrag im kleinen Garten stimmt.

Säulenobst: So schneiden und pflegen Sie die Säulenbäume richtig
Wer keinen Platz im Garten hat, kann Obstbäume auch in Kübeln pflanzen. Foto: © sangri, iStock / Getty Images Plus, GomezDavid / E+, Alfio Manciagli / iStock / Getty Images Plus
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Säulenobst erfreut sich zunehmender Beliebtheit, denn ein Säulenbaum braucht wenig Platz, ist vergleichsweise pflegeleicht und bringt eine stattliche Ernte für seine Grösse. 

Wer gar keinen oder nur einen kleinen Garten hat, muss trotzdem nicht auf eigenes Obst verzichten. Immer mehr Obstbäume sind auch als sogenanntes Säulenobst zu haben. Für die Säulenobstbäume braucht es nicht mal einen Garten – ein Balkon oder eine Terrasse genügt.

Wir zeigen besonders geeignete Säulenobst-Sorten für den heimischen Mini-Garten und wie Sie Säulenobst pflegen und schneiden, damit Sie gut wachsen und jedes Jahr feine Früchte bilden.

Säulenobst vom eigenen Mini-Baum

Säulenobst hat einen kompakten Wuchs und die Früchte wachsen ganz nah am Stamm. Deshalb brauchen diese Pflanzen, im Vergleich zu normalen Obstbäumen, deutlich weniger Platz. Die schlanke Form erhält das Säulenobst meist durch einfache Schnittmassnahmen, die im zeitigen Frühjahr oder Sommer durchgeführt werden.

Seltener handelt es sich bei den schmalen Säulenbäumen um spezielle Züchtungen, die nicht oder kaum in die Breite gehen. Passend für beispielsweise den Balkon, wird der Höhenwuchs der Pflanzen zudem durch die Sortenauswahl, Veredelungen und den Schnitt auf 2 bis 3 Meter begrenzt.

Die besten Säulenobst-Sorten im Überblick

Zu den besten Sorten unter den vielen Säulenbäumen gehören jene, die robust und für den Wuchs im Topf geeignet sind. Dazu gedeihen diese Sorten auch bei eher rauem Klima und auf engstem Raum. Ein besonders Plus: Die vorgestellten Sorten sind besonders bienenfreundlich. 

 Inzwischen gibt es bereits zahlreiche Sorten von Säulenobstbäumen. Besonders beliebt sind Säulenäpfel.

Die echten Säulenäpfel basieren dabei laut der Baumschule Lubera auf einer natürlichen Mutation, die zufällig im Kanada der 1960er-Jahre entdeckt wurde. Die Äpfel bedürfen wenigen bis gar keinen Schnittmassnahmen und bleiben ausgewachsen trotzdem lediglich 60 bis 80 cm breit. Säulenäpfel bieten zudem eine reiche Ernte und saftige Früchte mit gutem Geschmack. Bei den Säulenäpfeln gehören die Sorten Galahad pomredrobust, Pomgold und Rhapsodie zu den besten Sorten.

Ähnlich wie die Säulenäpfel ist es auch bei der neu gezüchtete Säulenbirne Pirini Myway®. Auch die Säulenbirnen sind pflegeleicht und bieten einen guten Ertrag an feinem Obst. auch die Sorte Decora Säulenbirne ist empfehlenswert. Sie gehört zu den robusten Sorten und hat einen schlanken Wuchs.

Bei den Kirschen eignen sich die beiden Sorten Sylvia (Säulensüsskirsche) und Jachim (Säulensauerkirsche) besonders gut für den heimischen Garten. Bei Steinobst ist es allerdings schwierig, echte Säulenobstzüchtungen zu finden. Meist handelt es sich um entsprechend geschnittene Pflanzen. Das gilt im Übrigen auch für Birnen. Die meisten Sorten an Steinobst müssen jedes Jahr kräftig geschnitten werden, um die Säulenform zu erhalten. Als bereits gestutztes Säulenobst verkauft werden Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen sowie Aprikosen, Pfirsiche oder auch Nektarinen.

Bei diesen Säulenobstbäumen ist es wichtig, dass Sie ein bis zwei Mal im Jahr zur Gartenschere greifen. Mit unserer einfachen Anleitung schneiden Sie Säulenbäume ganz einfach selber.

Der Ertrag von Säulenbäumen

Was ein normaler Baum abwirft, ist beim Säulenobst nicht zu erwarten. Dafür kann er sich über die Jahre zu wenig ausbreiten. Dennoch kann sich die schlanke Pflanze lohnen. Gemessen an der geringen Grösse und dem Umfang bilden viele Sorten trotzdem ziemlich viele Früchte. Gerade auch der richtige Schnitt kann dabei helfen.

Säulenobst richtig pflegen

Ein sonniger bis halbschattiger Standort, der etwas geschützt ist, eignet sich am besten für Säulenbäume. Am richtigen Standort wächst das Säulenobst sowohl in der Erde als auch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse. 

Säulenobstbaum eintopfen

Säulenbäume werden im Kübel gekauft. Je nach Alter der Pflanze, dauert es ein bis drei Saisons, bis er Früchte trägt. Das ist bei normalen Bäumen, die im Garten oder auf dem Feld wachsen, aber nicht anders.

Nach dem Kauf sollten Sie Ihren Säulenobstbaum in einen grösseren Topf setzen. Ein Kübel von etwa 20 bis 30 Litern Volumen ist optimal, damit der Obstbaum im Sommer nicht austrocknet.

Anders als Obstbäume, die im Garten wachsen, sind Säulenobstbäume auf regelmässiges Düngen angewiesen. Am besten Sie verwenden einen organischen Dünger. Wenn möglich sollten Sie Ihren Säulenbaum alle vier bis fünf Jahre in einen grösseren Kübel umtopfen.

Säulenobst schneiden – die Anleitung

Der Schnitt ist je nach Sorte unterschiedlich. Die meisten Säulenobstbäume sollten Sie aber im Frühjahr oder zeitigen Sommer schneiden. Bei Säulen-Kirschen hingegen ist es ratsam, den Schnitt erst nach der Ernte durchzuführen. Dies gilt auch für Säulen-Brombeeren oder andere Säulen-Beeren.

Beim sogenannten Sommerschnitt kürzen Sie die langen Seitentriebe des Baumes auf 10 bis 15 cm Länge zurück. Am besten wird das mit einer Gartenschere gemacht. Wichtig ist, dass die Schneide schön scharf ist.

Geschnitten wird so, dass jeder zu kürzende Zweig hinter einem nach unten zeigenden Auge abgeschnitten wird.

Bei Äpfeln, Birnen und Pfirsichen sollten Sie ausserdem die Früchte ausdünnen, damit Ihr Säulenobstbaum regelmässig hohe Erträge liefert. Am besten Sie lassen etwa 30 bis 35 pro Baum ausreifen und entfernen die restlichen Früchte im späten Frühling.

Bei Säulen-Kirschen, Säulen-Zwetschgen oder Säulen-Aprikosen ist es nicht nötig, einzelne Früchte zu entfernen. Es reicht, wenn Sie diese Sorten wie oben beschrieben schneiden.

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