Rechtzeitig Tulpen im Garten und auf dem Balkon pflanzen

Tulpen als Frühjahrsboten gedeihen im Garten genauso wie auf dem Balkon. Wann und wie Sie Tulpen am besten pflanzen, wie Sie Tulpen richtig pflegen und gute Pflanz-Kombinationen.

Tulpen setzen im eigenen Garten: So gelingt es
Foto: © Jurgute/ iStock / Getty Images Plus, lubilub/ E+, Collage: Redaktion nachhaltigleben.ch
  • 25

Die Vielfalt der Tulpen ist dank zahlreicher Züchtungen fast unendlich und in fast jeder Farbe ist der Frühjahrsblüher heute erhältlich.

Die beste Zeit, um Tulpen zu pflanzen, ist im September und Oktober.

Tulpenzwiebeln schieben zeitig im Spätwinter bereits ihre Triebe aus der Erde – keine Sorge, sie erfrieren auch bei kalten Temperaturen nicht – und zeigen, je nach Sorte, von März bis Ende Mai ihr traumhaftes Blütenkleid.

Auch wer meint, keinen grünen Daumen zu besitzen, kann mit dem Pflanzen von Tulpen nicht viel falsch machen.

Tulpen pflanzen: So einfach geht's

Tipp: Die Tulpenzwiebel sollte richtig schön fest sein und keinerlei Fäulnis aufweisen.

Tulpen pflanzen ist einfach. Geeignet sind sonnig bis halbschattig gelegene Beete oder auf dem Balkon ein entsprechender Platz für den Topf.

Wenn Sie die Tulpenzwiebeln im Garten pflanzen, dann sollten etwa 10 Zentimeter Abstand zwischen den einzelnen Zwiebeln liegen.

Bei nährstoffreichem und durchlässigem Gartenboden: Stechen Sie ein Loch ins Beet, das mindestens 2- bis 3-mal so tief ist wie der Durchmesser der Tulpenzwiebel und setzen Sie den Frühlingsblüher hinein. Anschliessend das Loch zumachen, etwas die Erde andrücken und fertig.

Bei eher festem bis lehmigem Boden, der Wasser stark speichert:  Hier graben Sie ein Loch, das 4- bis 5-mal so tief ist wie der Durchmesser der Tulpenzwiebeln und verbessern den Boden vor dem Einsetzen mit Kompost. Auch Sand oder Splitt kann hierbei helfen. Zudem macht es bei sehr feuchten Böden Sinn, die Tulpenzwiebeln auf eine Schicht Sand oder Split zu setzen. So können die Wurzeln nicht faulen.

Tulpen im Rasen pflanzen

Eine hübsche Idee ist es, die Tulpen in den Rasen zu setzen. Dann ist es sinnvoll, sie in kleinen, natürlich wirkenden Gruppen zu setzen. Hierzu können Sie die Grasnarbe etwa 5, 6 Zentimeter tief in Kreisen oder Quadraten ausstechen, vorsichtig abnehmen, ein Loch in der nötigen Tiefe ausheben und darin die Tulpen pflanzen. Nun nur noch die Erde wieder aufbringen, Grasnarbe platzieren und gut andrücken. Hier wie im Beet ist es sinnvoll, die Tulpenzwiebeln kräftig anzugiessen.

Tulpen im Topf setzten

Tulpen pflanzen im Topf

Foto: © Mumemories/ iStock / Getty Images Plus

Auch in Töpfen können Sie Tulpen pflanzen. Da die Blumenzwiebeln nicht sonderlich tief wurzeln, ist kein allzu tiefes Gefäss nötig. Besonders eindrucksvoll wirkt ein Topf der nur mit Tulpen bepflanzt ist. Dann müssen Sie auch nicht unbedingt den angegebenen Pflanzabstand einhalten, um einen maximal blumigen Effekt im Frühjahr zu erzielen.

Zudem ist es im Topf – aber auch im Beet – möglich, die Pflanztiefe etwas zu variieren. Damit lässt sich die Blütezeit verlängern. Wen Sie so Tulpen setzen, also schön eng, dafür mit jeder Menge Blüten, dann ist regelmässiges Düngen Pflicht. Die Lebensdauer der Tulpenzwiebel kann so allerdings etwas kürzer ausfallen.

Tulpen und ihre Pflege

Wo es Tulpen gefällt, da bereiten sie jahrelang Freude. Sie sind nicht besonders anspruchsvoll und fordern vom Gärtner auch nicht sonderlich viel Pflege.

Tulpen richtig düngen

Tulpen pflegen für schone Blütenpracht im Frühling

Foto: © Big_Suttawat/ iStock / Getty Images Plus

Dennoch sind sie blühfreudiger, wenn sie vor und nach der Blüte eine Düngung erhalten. Das kann Urgesteinsmehl oder feine Hornspäne sein – beides tolle Universaldünger und Bodenverbesserer – und im Topfgarten freuen sich Tulpen über einen flüssigen Universal- oder den Tomatendünger. Auch eine jährliche Kompostgabe hilft der Tulpenzwiebel, lange Jahre zufrieden mit ihrem Standort zu sein.

Blüten nicht zu früh schneiden

Ein Fehler, der dem allzu ordnungsliebendem Hobbygärtner widerfährt: Verblühte Tulpen zu früh abschneiden. Ist die Tulpe verblüht, dann zieht die Tulpenzwiebel zur Stärkung noch jede Menge Energie aus ihren Blättern. Erst wenn diese völlig gelb sind, sollten sie daher abgeschnitten werden.

Was man direkt nach dem Verblühen machen sollte, ist die Knospe zu entfernen. Denn sonst bildet die Tulpe Samen, was ihr ebenfalls die Kräfte raubt.

Nach etwa 3, 4 Jahren ist es sinnvoll, die Zwiebelblüher im Spätsommer auszugraben und die Tulpen mit neuem Kompost und Langzeitdünger an einem anderen Ort zu pflanzen. Denn mit der Zeit kann es sein, dass die Blumenzwiebel in der ausgelaugten Erde blühfaul wird.

Mehr Tipps und Tricks zur richtigen Tulpenpflege.

Tulpenpflanzen zwischenlagern

Wer die Tulpen durch Sommerblüher ersetzen möchte, kann die Tulpenzwiebel nach dem völligen Eintrocknen des Laubs kühl und dunkel, und in trockenem Sand oder Zeitungspapier eingeschlagen bis zum nächsten Tulpenpflanzen lagern.

Was insbesondere der Topfgärtner noch beachten sollte: Tulpen mögen keine Staunässe. Daher ist es sinnvoll, gerade wenn Sie Tulpen in Töpfe setzen, diese in der feucht-nassen, kalten Jahreszeit etwas geschützt zu platzieren.

Tipp für Tulpenfans: Von April bis Mitte Mai feiert Morges WD mit über 100‘000 gepflanzten Tulpen im Park der Unabhängigkeit ein kunterbuntes Tulpenfest. Infos unter Morges-Tourisme.

Von Tulpen und Wühlmäusen

Wühlmäuse bringen so manchen Hobbygärtner zum Verzweifeln. Die in der Erde lebenden Gartenbewohner lieben es, an vielen unterirdischen Pflanzenteilen zu knabbern. Auf Nährstoffreiche Blumenzwiebeln haben sie es besonders abgesehen.

Abhilfe schafft ein selbstgemachter Pflanzkorb aus engmaschigem Draht, der in jedes Pflanzloch gegeben wird und mit der Oberfläche bündig schliessen sollte. Das macht zwar Arbeit, aber diese Massnahme hält die Wühlmäuse von den Tulpenzwiebeln fern.

Die Tulpe und das Bienenfutter

Zugegeben, Tulpen sind nicht gerade die nektar- und pollenreichsten Frühlingsblüher. Dennoch dürfen die Schönheiten selbst in den Naturgarten und auf dem Bio-Balkon einziehen. Dagegen hat nicht einmal der Naturgarten-Spezialist Christoph Winistörfer etwas, Landschaftsgärtner mit Schwerpunkt naturnahe Gärten, wie er gegenüber Ktipp betont.

Wer Bienen und anderen Nektarsammlern etwas Gutes tun möchte, kombiniert Tulpenzwiebeln einfach mit besseren Nektarspendern. Angefangen bei den frühen Schneeglöckchen, über Winterlinge, Krokusse und Hyazinthen, über früh blühende, meist niedrig wachsende Stauden wie Gänsekresse, Schaumblüte und andere Steinbrechgewächse. Dazu gesellen sich dann noch so Nektar- und Pollenspender wie die hübsche Akelei, das Tränende Herz oder den zweijährigen Fingerhut.

Offen blühende Tulpen machen es, wie bei anderen, einfach blühenden Pflanzen, den Nektar- und Pollensammlern einfacher, an das begehrte Futter zu kommen.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann