Für sattes Grün: Wann und wie Sie am besten Rasen säen

Rasen säen ist eigentlich ganz einfach, dennoch sollte man einiges dabei beachten. Wann das frische Grün am besten in die Erde kommt und wie Sie beim Rasen säen einer grossen Fläche vorgehen oder kleine Lücken verschwinden lassen.

Anleitung zum Rasen säen: Wann, Tipps und Tricks für Reparatur und Neuaussaat
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Vor dem Nachsäen oder der Neuanlage einer Rasenfläche sollte man etwa die Grösse der Fläche wissen und, weitaus wichtiger, die Lichtverhältnisse. Ist der Garten in der vollen Sonne oder an der einen oder anderen Stelle schattig? Daran sollte man bereits beim Kauf der Rasensamen denken, da es für verschiedene Lichtbedingungen unterschiedliche Rasensamen gibt.

Auch wie der neu angelegte Rasen später genutzt wird, ist nicht unwichtig. So gibt es spezielle, sehr robuste Nutzrasensamen, die auch das regelmässige Fussballspiel der Kinder unbeschadet verkraften. Andere Mischungen wiederum sind empfindlicher, sehen aber dafür schöner aus.

Rasen neu ansäen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Allgemein ist das Rasen ansäen im milderen Frühjahr – die Monate April und Mai sind hier gut geeignet – oder im frühen Herbst ideal, wie etwa im September. Als Faustregel gilt, dass zum Rasen säen kein Frost mehr drohen darf. Die Bodentemperatur sollte zudem gleichmässig sein, nicht mehr im einstelligen Bereich liegen und die Erde sollte nicht auszutrocknen drohen.

Der September ist meist die beste Wahl für das Säen des Rasens, denn im Frühjahr gibt es eher späte Fröste als frühe Fröste im Herbst. Im Sommer ist es meist zu heiss und oft zu trocken. Das überstehen weder die Samen noch junge, grüne Halme unbeschadet.

Tipp: Vor der Aussaat den Wettertrend im Auge behalten. Zwar sind die Vorhersagen nicht immer zuverlässig, aber zumindest kann man so ungefähr abschätzen, was auf den neu gesäten Rasen zukommt.

Den Boden auf das Rasen säen vorbereiten

Zunächst sollte der Boden für die Aussaat von Steinen und Wurzeln befreit, gut gelockert und geglättet werden. Ist der Boden sehr schwer, kann man ihn mit Sand auflockern, was die Drainage, also den Wasserabfluss fördert. Wenn die Zeit ausreicht, empfiehlt es sich, die Erde nun ein bis zwei Wochen ruhen zu lassen, bevor man mit dem Rasen ansäen beginnt.

Wer sicher sein möchte, ein ideales Umfeld für den neuen Rasen zu schaffen, kann kurz vor der Aussaat noch den pH-Wert des Bodens messen. Dieser sollte nicht unter 5,5 liegen. Für den Test gibt es einfache Sets im Fachhandel. Ist der pH-Wert zu niedrig, kann die Fläche mit Gartenkalk nach Anleitung bearbeitet und anschliessend gut gewässert werden.

Handelt es sich um nährstoffreichen Mutterboden, auf dem man den Rasen ansäen möchte, sind keine weiteren Vorbereitungen nötig. Ist die Erde eher ausgelaugt, kann man eine Woche vor der Aussaat Rasendünger ausbringen oder Bodenaktivator. Bodenaktivator gibt es in Bio-Qualität, welcher rein natürliche Zutaten enthält und ebenso bestens für das ausgelaugte Gemüsebeet geeignet ist.

Die Rasenaussaat: So klappt es mit dem Säen

Das eigentliche Rasen säen beginnt mit dem Einebnen. Man kann hier wörtlich Schritt-für-Schritt im Gänsemarsch die Erde fest treten oder aber mit Hilfe eines Brettes oder einer Bodendiele die Fläche verdichten. Bei grösseren Flächen ist es ratsam, sich eine Gartenwalze zum gleichmässigen Einebnen auszuleihen.

Da Rasensamen Lichtkeimer sind, kann man nach dem Ausstreuen keine dicke Erdschicht auf ihnen abladen, jedoch tolerieren sie eine dünne Auflage. Diese sollte nicht dicker als maximal einen halben Zentimeter sein. Sinnvoll ist das leichte Abdecken der Samen, weil ansonsten der angesäte Rasen schnell von findigen Vögeln aufgefressen wird.

Für das Rasen säen rechnet man zwischen 25 und 50 Gramm pro Quadratmeter Samen. 25 Gramm der Samen ist etwa so viel, wie in eine kleine Hand passt. Man kann mit etwas Geschick den Samen grosszügig von Hand auswerfen. Das Ergebnis ist dann aber meist eher ungleichmässig. Ein Aussaatwagen ist hier sehr hilfreich. Längs und quer über die Fläche gerollt wird das Rasen ansäen genauer und das spätere Ergebnis lückenlos.

Bei der Aussaat hilfreich: Sand und Samen zu gleichen Teilen mischen, denn dann verteilen sich die Samen besser und, wenn später gewässert wird, haften die Samen an dem feuchten Sand. Es sollte beim Rasen säen zudem windstill sein. Die Samen sind nämlich so leicht, dass sie schnell vom Winde verweht werden können.

Rasen nach dem Säen andrücken und bewässern

Nach dem Rasen ansäen sollten die Samen angedrückt werden. Dies gelingt wunderbar mit einer breiten Holzlatte. Anschliessend ist Bewässern mit feinem Sprühstrahl angesagt. Der Boden sollte jedoch nicht ertrinken, auch sollten sich keine Pfützen bilden.

Den Boden dauerhaft relativ feucht halten und nach etwa 10 Tagen zeigen sich die ersten Halme. Erfolgreich wird das Rasen neu ansäen, indem man den Rasen idealerweise erst dann wieder betritt, wenn er das erste Mal gemäht werden kann. Dies ist ab einer Grösse von mindestens sechs bis acht Zentimetern mehr der Fall. Dabei sollte nicht zu viel vom Rasen ab, bis auf vier Zentimeter runter ist es optimal.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann