Warum Sie nur noch Blumenerde ohne Torf kaufen sollten

Der Abbau von Torf belastet die Umwelt enorm. Mit einfachen Tipps lässt er sich beim Gärtnern aber bestens umgehen.

Torf in der Blumenerde: Warum Sie darauf verzichten sollten
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Für die Aufzucht von Pflanzen bietet Torf viele Vorteile. Daher ist es nach wie vor üblich, ihn unter die Erde für Garten und Balkon zu mischen. 50 bis annähernd 100 Prozent kann der Anteil an Torf in der gekauften Garten- oder Blumenerde betragen – mit deutlichen Folgen für die Umwelt.

Was ist Torf?

Torferde entsteht in Mooren, die aus sehr feuchten Böden bestehen und in denen keine Luft durchdringt. Hier verrotten Pflanzen und Moose nicht gänzlich, wie etwa in einem Wald, sondern das Pflanzenmaterial wird eben zu Torf. Dieser Vorgang geschieht extrem langsam. Pro Jahr setzt sich in einem Moor rund ein Millimeter Torf ab.

Wie der Abbau von Torf der Umwelt schadet

Sei es für Gertenerde oder als Brennstoff, um den Torf zu gewinnen, muss das Moor zunächst trockengelegt werden. Der intensive Torfabbau hat aber dazu geführt, dass Moore zu den weltweit am meisten bedrohten Ökosystemen gehören.

Doch Moore sind komplexe Ökosysteme, die viele spezielle Pflanzen und Tierarten beheimatet. Mit dem Trockenlegen des Moors wird diese wichtige Umgebung zerstört und mit ihr ein Teil der Artenvielfalt.

Zudem speichern Moore grosse Mengen an CO2. Zum Vergleich: Moore machen gerade mal drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, enthalten aber 33 Prozent des in Böden gespeicherten CO2. Der Torfabbau setzt das klimaschädliche Gas frei, was die Umwelt vor Ort enorm belasten kann.

Torf wird aus getrockneten Mooren entnommen.

Torf wird aus getrockneten Mooren entnommen. Foto: © Louis-Michel DESERT / iStock / Thinkstock

In der Schweiz stehen Moore deshalb seit 1987 unter Schutz. Dennoch enthält normale Sackerde, die es hier zu kaufen gibt, häufig einen grossen Anteil importierten Torf. Dieser stammt vorwiegend aus Nordeuropa.

Warum Blumenerde noch viel zu oft Torf enthält

Torf ist ein ausgezeichneter Speicher für Wasser und Nährstoffe, darüber hinaus lockert er die Gartenerde auf. Diese Effekt können auch Holzfasern, zerkleinerte Baumrinden und Kompost sowie Tongranulate erreichen. Allerdings sind diese meist teurer, weshalb viele Produzenten noch immer auf Torf in der Blumenerde setzen.

Woran Sie umweltfreundliche Erde erkennen

Wer bewusst auf Torf verzichten möchte, sollte den Aufdruck «torffrei» oder «ohne Torf» beachten. Garantiert torffrei sind etwa Erden von Bio Suisse. Aber auch die Eigenmarken vieler Baumärkte, wie Coop Bau und Hobby haben Erde ohne Torf im Angebot.

Für den Abbau von Torf müssen wertvolle Moore zerstört werden.

Für den Abbau von Torf müssen wertvolle Moore zerstört werden. Foto: © alder7 / iStock / Thinkstock

Ohne Torf bedeutet allerdings nicht immer nachhaltig. Denn Blumenerde kann neben Holz, Kompost oder Ton auch Kokosfasern enthalten, die ebenfalls ähnliche Effekte wie Torf haben. Diese Fasern müssen von weit her anreisen, was das Klima deutlich belastet.

Um diese wie auch andere wenig umweltfreundliche Zutaten zu vermeiden, lohnt deshalb ein zusätzlicher Blick auf die genauen Inhaltsstoffe der Erde. Meist befinden diese sich auf der Rückseite der Verpackung. 

Erde wiederverwenden statt neu kaufen

Wenn beispielsweise die Balkonblumen ausgedient haben für das Gartenjahr, dann landen sie meist mitsamt ihrer Erde im Abfall oder auf dem Kompost. Gerade Erde aus Kübeln muss jedoch nicht jedes Jahr erneuert werden. Die Pflanzen im nächsten Frühling freuen sich meist noch ebenso über diese alte Erde.

Zur mehrfachen Nutzung sollten Sie jedoch die Erde durch Umwälzen auf sichtbare Schädlinge untersuchen. Und sie kann mit etwas Kompost oder neuer Blumenerde angereichert werden, um den Nährstoffgehalt wieder zu erhöhen. Zusätzlich können Sie nach Anleitung natürliche Langzeitdünger wie Urgesteinsmehl oder Hornspäne zugeben, um den Gehalt vorgedüngter, frischer Erde zu erhalten.

Quellen: gabot.de, parlament.ch, nabu.de, swiss-biochar.ch, Redaktionsgarten