Bio-Lebensmittel aus dem eigenen Garten

In der Schweiz gibt es rund 700'000 Hobbygärtner. Doch damit der Gartenbau biologischen Kriterien genügt, muss einiges beachtet werden. Mit organischem Dünger und Fruchtwechsel kommt man dem Biogärtnern einen Schritt näher.

Fit und Gesund durch gesunde Ernährung aus dem Bio-Garten.
Ernähren Sie sich gesund mit Gemüse aus dem heimischen Bio-Garten. Foto: Rich Legg, iStock, Thinkstock
  • 0
  • 0

Wenn man einen Biogarten anlegt, gestaltet man seinen Garten im Einklang mit der Natur. Dabei wird nicht nur der Umwelt geholfen, sondern man kann sich auch sicher sein, dass die Nahrungsmittel frei von Schadstoffen im Suppentopf oder auf dem Teller landen.

Es geht im Biogarten aber nicht nur um die Pflanzen selbst, sondern auch darum, ihre Wachstumsbedingungen optimal zu gestalten. Im Biogarten werden die Pflanzen gefordert, Stoffe mit den Lebewesen aus dem Boden auszutauschen. Dadurch bilden sie kräftige Wurzeln, die auch an der Oberfläche für eine kräftige Pflanze sorgen.

Im Gegensatz zu einem konventionellen Garten geht es im Biogarten nicht darum, wie die Pflanze am schnellsten wächst. Hier schiesst die Pflanze zwar schnell in die Höhe, ist aber auch anfälliger gegen Schädlinge oder Krankheiten. Deshalb ist im herkömmlichen Garten chemischer Pflanzenschutz oft ein Muss.

Einen Biogarten anzulegen ist keine Sache, die von heute auf morgen passiert. Denn die Böden in den Schweizer Wohngebieten sind oft mit verschiedenen Schadstoffen, vor allem mit Schwermetallen wie Blei, Zink, Kadmium oder Kupfer belastet. Hinzu kommt auch die Überdüngung vieler Gärten. Laut Bioterra, der grössten Schweizer Organisation für biologischen Gartenbau, sind vier von fünf Gärten überdüngt.

Wer einen Biogarten will, sollte die Finger von chemischen Mitteln und Düngern lassen. Nach Bioterra führen diese bei den Pflanzen nämlich zu Trägheit und verminderter Wurzelbildung. Die Alternative sind organische Dünger. Aber auch hier gilt: «Weniger ist mehr.» Kompost, der im Frühling ausgebracht wird, wirkt beispielsweise düngend auf den Boden. Das Ausgangsmaterial für den Kompost sollte aber natürlich auch schadstoffarm sein. Fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter reichen im Normalfall aus. Er sollte ein paar Zentimeter oberflächlich eingearbeitet werden, jedoch nicht zu tief, da sonst Wurzeln beschädigt werden können.

Umstellung auf biologischen Garten-Bau

Der erste Schritt für einen gesunden Garten ist die Bodenuntersuchung. Denn man muss wissen, womit die Erde angereichert werden muss, welche Stoffe im Überfluss vorhanden sind oder ob der Boden zu fest oder zu locker ist. In der Schweiz gibt es verschiedene Labors, die eine Bodenanalyse durchführen. Wer den Entschluss fast, seinen Garten ab dem nächsten Frühling biologisch umzustellen, kann den Boden mit einer Gründüngung bereits im Herbst vorbereiten. Im Vordergrund stehen dabei die Bodenlockerung, Erosionsschutz und die Verbesserung der biologischen Aktivität.

Laut Demeter eignen sich für die Herbst-Gründüngung bis Ende August Buchweizen, Klee, Ackerbohnen oder Erbsen. Bis Mitte September dann Senf, Inkarnatklee oder Ölrettich und bis Anfang Oktober Wickroggen. Die Gründüngung könne aber auch noch im Frühling, etwa eineinhalb Monate vor der Bepflanzung, stattfinden. Im Frühling stehe dabei die Nährstoffversorgung im Vordergrund. Denn durch das spätere Einhacken der Biomasse werde der Boden besonders effizient mit Nährstoffen angereichert und gelockert. Während der Pflanzzeit sollte von einer Tiefenlockerung abgesehen werden, eine oberflächliche Bearbeitung reicht dann völlig aus.

Im kleinen Garten mehr ernten: 6 einfache Tipps

Im kleinen Garten mehr ernten: 6 einfache Tipps

Moderne Landwirtschaft treibt Schweizer Bauern in den Suizid

Moderne Landwirtschaft treibt Schweizer Bauern in den Suizid

Garten im Oktober

Garten im Oktober