Weitere natürliche Dünger für den Biogarten

 

Mit dem Kressetest können sie die Qualität des Kompost testen.

Mit dem Kressetest können sie die Qualität des Komposts testen. Foto: Saskia Massink, Hemera, Thinkstock

Mist

Frischer Mist ist nicht für den Biogarten zu empfehlen, weil dieser den Pflanzen schadet. Man bringt diesen erst nach dem Kompostieren und Verrotten auf die Beete, wodurch man die Bodenstruktur, den Wasserspeicher sowie den Nährstoffgehalt verbessert. Möhren, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen, Petersilie und Rettich sind für leicht angerotteten Mist dankbar.

  • Rindermist mit Stroh enthält wichtige Nährstoffe, worüber sich starkzehrendes Obst und Gemüse freut. Man sollte jedoch keinen Kalk verwenden, da sich der Stickstoff sonst verflüchtigt. Getrockneter Rindermist eignet sich für Wurzelgemüse.
  • Pferdemist heizt Frühjahrsbeeten ein.
  • Kompostierter Schweinemist düngt Sellerie, Lauch und Himbeeren.
  • Kompostierter Schaf-, Ziegen- und Kaninchenmist ist reich an Stickstoff und hilft Starkzehrern auf die Sprünge.
  • Hühner- und Taubenmist ist sehr scharf, enthält aber Phosphor, Stickstoff und Kali,was sich als Kraftfutter für Starkzehrer anbietet. Inzwischen gibt es auch pelletierten Hühnermist zu kaufen.
  • Man holt sich den  Mist am besten vom Bio-Hof, da in der Bio-Landwirtschaft keine Medikamente eingesetzt werden.

 

Kompost

Kompost speichert Wasser und sorgt für guten Luftaustausch, sodass dieser starken Regengüssen gegen Verschlammungen und Nährstoffauswaschungen entgegenwirkt. Zudem lockert Kompost schwere Böden auf und verbessert sandiges Erdreich. Der Humus verhindert Bodenmüdigkeit – und das sogar über einen langen Zeitraum. Aus diesem Grund verwendet man Kompost auch bei Stark- und Mittelzehrern, wie Tomaten, Wirsing, Rot- und Weisskohl, Kohlrabi, Spinat und Zwiebeln. Tipp: Um eine ein Zentimeter hohe Schicht auf fünf Quadratmeter auszubringen, benötigt man etwa 100 Liter Kompost, was einer Schubkarre entspricht.

Kressetest für Kompostqualität

Um die Qualität des Kompostes zu testen, nutzt man Kresse. Man füllt ein Glas halbvoll mit dem Bio-Dünger und ein anderes Glas mit Gartenerde. Man sät die Kresse aus und schliesst die Deckel. Wenn sich die Kräuter ohne Weiteres entwickeln, sind beide Böden schadstoffrei.

Organischer Dünger

Man stellt aus Hörnern und Hufen konzentrierte Hornspäne, -gries und -mehl her. Je grobkörniger es ist, desto langsamer werden die Nährstoffe freigesetzt. Deshalb sollte man Horndünger stets sparsam einsetzen und nur dann verwenden, wenn kein Mist verfügbar ist. Ansonsten freuen sich Gemüse und  Stauden über diesen Bio-Dünger. Rizinusschrot regt hingegen die Humusproduktion an. Dieser ist, ähnlich wie Traubenrest, für fast alle Gemüse- und Obstsorten einsetzbar. Algenkalk stammt von Meereslebewesen und Meeresalgen. Diese kommen meist in Flüssigdüngern vor. Eine Alternative ist ein organischer Volldünger, in dem alle Nährstoffe enthalten sind. Dieser eignet sich für die meisten Gemüse- und Obstpflanzen.

Holzasche

Reine Holzasche ist reich an Kali, Kalk und Spurenelemente. Diese Stoffe wirken pilz- und fäulnishemmend und sind für Wurzelgemüse, Sellerie, Möhren und Rosen dienlich.

Bio-Dünger für Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Experten raten, den Boden im Frühjahr und Sommer zu verbessern. Das hängt auch vom Nährstoffbedarf der Gemüse- und Obstarten ab, die man im Folgejahr pflanzen möchte. Dementsprechend fällt die Wahl des Düngers aus.

Starkzehrer Brokkoli, Grünkohl, Gurke, Paprika, Tomate und Zucchini

Ausnahme: Kohl nie mit Mist düngen.
 

Im Spätsommer eine Gründüngung oder  Mist, halbreifen Kompost oder organischen Dünger ausbringen.

Knapp einen Monat vor dem Auspflanzen bringt man noch organischen Volldünger – etwa 120 Gramm pro Quadratmeter - aus.
 

Tomaten   Tomaten benötigen besonders viele Nährstoffe. Deshalb füllt man das Pflanzloch mit Kompost und organischem Volldünger. Im Juli beginnt das Hauptwachstum und man mulcht regelmässig mit trockenem Grasschnitt. Zudem bringt man ein bis zwei Mal monatlich Brennnesseljauche als Flüssigdünger auf.
Mittelzehrer Stangenbohnen, Möhren, Kopfsalat, Rote Beete, Zwiebeln und Schalotten Es genügt Kompost aufzubringen, bevor man die Gemüsepflanzen ins Beet setzt.
Schwachzehrer Erbsen, Radieschen und Feldsalat Die Gemüsepflanzen sind sehr genügsam. Ist der Boden von vornherein humusreich, ist eine organische Düngung unnötig. Sandböden oder schwere Böden reichert man durch Kompost und Gründüngung an.

 

Im Herbst kann man die Beete für Mittel- und Schwachzehrer mit reifem Kompost mulchen oder organischen Dünger – etwa 60 Gramm pro Quadratmeter – in den Boden einarbeiten. Wenn das Frühjahr anbricht, räumt man die Mulchschicht ab, lockert den Boden und düngt erneut, wenn es notwendig wird. Zur richtigen Nährstoffversorgung gehört auch die entsprechende Fruchtfolge sowie die Mischkulturen zu beachten und so den Boden zu schonen.

Quellen: «Der Biogarten für Einsteiger» von Marie Luise Kreuter (2012), «Kompost, Erde, Düngung» von Robert Sulzberger (2012), «Biologisch gärtnern» von garden organic (2009), «Praxis Biogarten» von Gisela Keil (1993), Natur im Garten, Bioterra Text: Kerstin Borowiak