Vogelfütterung im Winter leicht gemacht

Die Vögel kommen dank Fütterung durch den Winter.

Kerne helfen den Vögeln, durch die kalten Wintermonate zu kommen. Foto: taviphoto, iStock, Thinkstock

Neben den bekannten Maisenködeln und Ringen gibt es witterungsgeschützte Vogelhäuser oder Futterflaschen, die man selber fertigen kann. Darin wird das Futter vor Wasser und Kot geschützt, wodurch man die Übertragung von gefährlichen Krankheiten verhindert. Sollte es doch zu Verunreinigungen kommen, dann sollte man diese schnellstmöglich mit heissem Wasser entfernen. Insbesondere nahe stehende Bäume und Sträucher schaffen eine sichere Atmosphäre bei der Futterstelle, sodass die Vögel diese gerne besuchen. Dennoch sollte die nahe Umgebung gut einsehbar und weitestgehend vor Wildtieren wie Mardern und Katzen geschützt sein.

Vogelfütterung von Eulen und Greifen

Man kann nicht nur den «Vegetariern» unter den Vögeln helfen, sondern auch den Fleischfressern. Eine Zufütterung ist bei ihnen jedoch sehr selten nötig. Mäusebussarde und Waldkäuze kommen als Greifvögel erst nach wochenlangem Bodenfrost in Not. In dieser Zeit ist es kaum möglich, Mäuse zu fangen. Stattdessen flüchten die Bussarde in wärmere Gebiete und die Schleiereule und Käuze jagen Kleinvögel. Um Greifvögel zu füttern, bedarf es spezieller Fachkenntnisse. Eine geeignete Futterstelle errichtet man auf einem freien Feld, dessen Ruhe nicht durch Strassen oder Bahnschienen gestört wird. Das Fleisch wird auf einer 40 mal 40 Zentimeter grossen Holzplatte mit Drähten festgemacht, die wiederum auf einem maximal zwei Meter hohen Pfahl angebracht wurde. Rohe Stücke mageren Muskelfleisches und frische Kleintier-Kadaver mit Pelz eignen sich zur Vogelfütterung. Fleischabfälle und Innereien sind keine gute Wahl. Eine einfachere Lösung ist, Mäuse mit Körnern aus dem Schnee anzulocken, die dann von den Greifvögeln gejagt werden können. Fütterungen sind jedoch nur Überlebenshilfen. Nachhaltiger wäre, eine vielfältige Landschaft mit Ufergebüschen, Hecken und Hochstamm-Obstbäumen zu fördern, um Wildtieren Unterschlupf und Nahrung zu bieten.

Wasservögel: Füttern verboten trotz Eisschicht

Wer kennt es nicht aus der eigenen Kindheit: Sonntagnachmittag war die Zeit zum Enten füttern. Viele sehen es noch heute als Spass für die ganze Familie an. Dennoch schadet es der Umwelt. Die regelmässige Fütterung lässt auch kranke und schwache Wasservögel durchkommen. Damit bringt man den natürlichen Kreislauf durcheinander. Das führt zu einer Übervölkerung auf sehr begrenztem Raum. Zu viele Schnäbel fressen die Ufer kahl, wodurch sich die Gewässer nicht mehr selber reinigen können. Ob Sommer oder Winter – in der Regel ist es unnötig Enten, Gänse und Schwäne mit Brot zu füttern. Diese finden ausreichend Nahrung und müssen erst bei starkem Frost in wärmere Gebiete ausweichen.

Die Winterfütterung ermöglicht vielen Schweizern naturnahe Erlebnisse vor der eigenen Fensterscheibe. Viele von ihnen werden durch die Vogelfütterung im Winter zu mehr Naturschutz angeregt, sodass sie sich beispielsweise einen eigenen Naturgarten anlegen. Das wäre die nachhaltigste Art und Weise der Winterfütterung, weil sich die Vögel das Futter auf eigene Faust suchen können.

Kritik an Vögel füttern im Winter

Die Winterfütterung kommt grösstenteils nur den Brut- und Gastvögeln zu Gute. Die bedrohten Arten, wie Kiebitz, Uhu, Dohle oder Bartmeise, kommen nicht zu Besuch. Inzwischen sind 39 Prozent der brütenden Vögel gefährdet, weil sich die Zerstörung des Lebensraumes weiter fortsetzt. Auch wenn sich Fachleute über die Sinnhaftigkeit streiten, in jedem Fall kann die Vogelfütterung im Winter nicht schaden. Kritiker meinen jedoch, dass der Mensch in die natürliche Auslese eingreife und so auch schwächere Vögel überleben könnten. Diese würden dann den zurückkehrenden Zugvögeln die Brutplätze wegnehmen.

 

Linktipps:

Der SVS erklärt, wie man Eulen und Bussarden im Winter richtig füttert-

Das Bundesministerium (BAFU) informiert, welche Vögel vom Aussterben bedroht sind.

nachhaltigleben erklärt, wie aus einer Plastikflasche ein handliches Silo für das Vogelfutter im Winter wird.

 

 

Quellen: SVS / Birdlife, Bafu, pressemitteilungen online, oeko-forum Text: Kerstin Borowiak