Schnee und Frost: Vögel richtig füttern in der kalten Jahreszeit

Schnee lässt Sperling und Meise schnell zu Hungerleidern werden. Dann hilft eine Winterfütterung. Vögel füttern im Winter gestaltet sich nicht immer einfach, denn nicht alle mögen das angebotene Vogelfutter gleichermassen. Lesen Sie hier, was generell bei einer Vogelfütterung zu beachten ist.

Das Füttern hilft den Vögeln, durch den Winter zu kommen.
Vögelfüttern im Winter will gekonnt sein: Mit diesen Tipps tun sie dem Gefieder etwas Gutes. Foto: Prensis, iStock, Thinkstock
  • 12

An manchen Wintertagen ist nicht gut Futterpicken. Damit aus Kohlmeisen, Rotkehlchen und Sperlingen bei Schneeeinbruch keine Pechvögel werden, raten Tierschutzorganisationen zur Winterfütterung. Vögel, die in der Schweiz überwintern, sind zwar an heimische Klimabedingungen angepasst, doch helfen Futterstellen während wochenlanger Kälte beim Überleben.

Der richtige Zeitpunkt für die Vögelfütterung im Winter

Normalerweise finden die Tiere noch Blütenreste, überwinternde Insekten oder Beeren in Naturgärten. Sobald die natürlichen Futterstellen unter einer dicken Schneedecke verschwinden, sind die Brut- und Gastvögel jedoch auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Auch Dauerfrost und Eisregen erschweren ihre Nahrungssuche. Morgens und nachmittags sind die beste Zeiten zur Winterfütterung, so der Schweizer Vogelschutz. Nach einer langen Nacht stillen die Vögel ihren Hunger und stärken sich dann in der zweiten Tageshälfte für den Abend. Neue Forschungsergebnisse beweisen, dass Vogelfreunde die Fütterung schrittweise bis spätestens Ende März einstellen sollten. Sonst könnten die Tiere im April nicht ungestört brüten.

Was fressen Vögel im Winter?

Nicht alle Vögel haben die gleichen Nahrungsgewohnheiten. Finken, Sperlinge und Ammerun sind Körnerfresser. Diese ernähren sich hauptsächlich von Sonnenblumenkernen und Hanfsamen. Weiterhin mögen sie auch in Öl getunkte Haferflocken, Rosinen, Haselnüsse und sogar angefaultes Obst - was auch als Nahrungsquelle für Weich – und Insektenfresser dient. Dazu gehören unter anderem Amseln und Rotkehlchen, die sich jedoch nicht häufig am Vogelhäuschen sehen lassen. Wer Zugvögeln helfen möchte, kann Komposthaufen im Garten abdecken, Sträucher vom Schnee befreien oder Haferflocken und Rosinen auslegen. In jedem Fall darf das Vogelfutter weder aufbereitet noch verunreinigt sein oder chemische Zusätze enthalten. Besonders nachhaltig ist selber hergestelltes Futter, wenn man auf Palmöl, Kokosfett und Erdnüsse verzichtet. Diese Bestandteile haben teils weite Transportwege hinter sich. Darüber hinaus empfehlen Vogelschutzverbände, statt Getreide und Nüsse eher dunkle Sonnenblumenkerne und Hanfsamen auszulegen. Deshalb eignen sich gesalzene Erdnüsse nur als Snack für Menschen, aber nicht zur Vogelfütterung im Winter.

 Durch Vogelfütterung im Winter länger schlafen

Männliche Kohlmeisen singen sich bereits in den Wintermonaten für das Balzen warm. Ein Forscherteam um Katja Saggese und Dr. Valentin Amrhein von der Universität Basel untersuchte, wie sich die Vogelfütterung im Winter und im Frühjahr auswirkt. Dafür legte man bis Anfang April Futter aus. Das Ergebnis zeigt, dass die gefütterten Männchen etwa 20 Minuten später am Morgen singen. Das ist einerseits ein Vorteil für die Vogelhausbesitzer, weil sie so länger schlafen können. Andererseits vermuten die Forscher weit grössere Folgen für die Kohlmeisenmännchen: Die «Spätaufsteher» könnten mehr Kuckuckseier im Nest haben. Ihr morgendlicher Gesang hält vermutlich das Weibchen vom Fremdgehen ab.