So fördern Sie die Biodiversität im eigenen Garten

Um im eigenen Garten oder auf dem Balkon die Artenvielfalt zu fördern, braucht es gar nicht viel. Tipps und Tricks wie Hobbygärtner und Profis die Biodiversität fördern können.

Im eigenen Garten mit der richtigen Artenvielfalt Tieren ein zu Hause geben
Die Artenvielfalt im eigenen Garten bietet einheimischen Tieren ein zu Hause an. Foto: yanikap, iStock, Thinkstock
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Früher pflegte jeder Gemüse- und Obstbauer seine eigenen speziellen Sorten, die meist perfekt auf die jeweilige Region abgestimmt waren. Dieses Wissen und die Samenvermehrung ging jedoch immer mehr verloren. Doch heute ist die Artenvielfalt und Biodiversität ein wichtiges Thema für die Gesellschaft. Naturnahes Gärtnern mit Vielfalt statt Eintönigkeit im Blumenbeet erlebt einen regelrechten Boom.

Viele Händler bieten heute wieder Saatgut und Setzlinge fast vergessener Arten an. Wer sein Gemüsebeet möglichst unterschiedlich bepflanzt, hat zudem mehr Abwechslung auf dem Teller und kann durch eine gut gewählte Fruchtfolge seine Beete optimal nutzen.

Gesunde Böden durch Abwechslung

Gesunde Böden sind wichtig für die Artenvielfalt im Garten. Deshalb sollten sie auf die richtige Fruchtfolge setzen. Als Vor- oder Nachkultur im gleichen Jahr eignen sich Sorten mit kurzer Kulturzeit. Hier drei gängige Beispiel:

  • Spinat ist beispielsweise eine gute Vorkultur für Karotten,
  • Buschbohnen können Sie auf dem abgeernteten Kartoffelfeld sähen.
  • Nüsslisalat passt als Nachkultur von Kohlarten oder Zwiebeln, da er ziemlich kälteunempfindlich ist.
Biodiversität im Garten fördern mit guter Fruchtfolge und Mischkultur

Mit der richtigen Fruchtfolge und Mischkultur schaffen Sie gesunde Böden für mehr Biodiversität im Garten. Foto © yoh4nn/ iStock / Getty Images Plus

Eine optimale Fruchtfolge ergeben Arten aus verschiedenen Familien mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf und unterschiedlich langer Kulturzeit. Noch wichtiger als eine durchdachte Fruchtfolge ist ein jährlicher Fruchtwechsel. Ausser bei mehrjährigen Gemüse- oder Obstarten wie Spargel, Erdbeeren oder Rhabarber sollte die Anbaufläche möglichst jedes Jahr gewechselt werden. So wird verhindert, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird. Denn nicht alle Pflanzen benötigen die gleiche Menge an Nährstoffen.

Zu den so genannten Starkzehrern gehören Kartoffeln und alle Kohlarten. Aubergine, Gurken und Lauch haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Mit wenig zufrieden sind Erbsen, Radieschen und die meisten Kräuter.

Durch den jährlichen Wechsel kann sich die Erde erholen und zudem werden Krankheiten und Schädlingen vorgebeugt. Auch Pflanzen derselben Familie sollten möglichst nicht nacheinander auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dies gilt vor allem für Kohl- und Nachtschattengewächse.

Tipps, wie Sie ganz einfach die Artenvielfalt fördern, erhalten Sie in unserem Dossier.

Mischkultur schützt natürlich vor Schädlingen

Monokulturen sind auch im Gemüsegarten nicht sinnvoll. Bei Mischkulturen stehen die Pflanzen weniger in Konkurrenz und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. Einige Arten schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Der Duft der Karotten vertreibt zum Beispiel die Zwiebelfliege und umgekehrt mag die Karottenfliege den Zwiebelgeruch nicht. Mehr Tipps für Mischkulturen erhalten Sie hier.

Entscheidend ist auch, möglichst biologische Samen und Setzlinge zu verwenden und auf künstliche Dünger oder gar giftige Schädlingsbekämpfer zu verzichten.

Durch naturnahes, biologisches Gärtnern werden auch Nützlinge angelockt, die Gemüse und Obst vor Läusen und anderen ungebetenen Gästen schützen. So kann oft auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden.

Den verschiedensten Tieren ein Zuhause bieten

Der ökologische Garten liefert gesundes Gemüse, braucht dafür Pflege

Mit viel Pflege züchten Sie im eigenen Garten biologisches Gemüse und schöne Blumen. Foto © fotomem/ iStock / Getty Images Plus

Besonders praktisch: Im naturnahen Garten, darf der Gärtner ruhig etwas faul sein. Das fördert nämlich die Artenvielfalt.

Wenn Sie einen Teil der Rasenfläche durch heimische Wildblumen ersetzen, sieht das nicht nur schöner aus und fördert die Artenvielfalt im Garten, es gibt erst noch weniger Arbeit, weil weniger Rasen gemäht werden muss. Wildblumenwiesen sind auch Lebensraum für Raupen, Käfer und viele weitere Insekten. Schmetterlinge und Bienen freuen sich besonders über blühende Kräuter und Wildblumen. Wer dann noch Nisthilfen für Wildbienen anbringt, kann auf kleinem Raum - sogar auf einem Balkon - ein richtiges Naturparadies schaffen.

Sie müssen Ihren Garten auch nicht ständig aufräumen. Alte Äste auf einem Haufen oder ein Laubhaufen im Herbst bietet den perfekten Unterschlupf für Insekten aber auch grössere Tiere wie den Igel. Und wer Marienkäfern, Vögeln und Ohrwürmern ein Zuhause bietet, hat keine Arbeit mehr mit Blattläusen. Deshalb können Sie ruhig zwei, drei Vogelhäuschen aufhängen, und für die Ohrwürmer Tontöpfe mit Holzwolle verkehrt herum aufstellen.

Abgestorbene Bäume oder Äste bieten einen natürlichen Nistplatz für Wildbienen. Wer kann, sollte solche deshalb stehen lassen.

Büsche und Steine für die Biodiversität

Auch abseits der Beete und Blumenwiesen gibt es in einem Garten einiges, was für die Artenvielfalt getan werden kann. Einheimische Sträucher und Hecken sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Gartenzaun und bieten mit ihren Pollen und Früchten eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Wildtiere. Auch die Trockenmauer gibt einen guten Zaunersatz und wird zugleich das zu Hause von kleinen Tieren wie Eidechsen, Spinnen und Käfern. Wer eine sonnige Ecke frei hat, kann einen Steingarten anlegen. Auch er fördert die Artenvielfalt und bietet zahlreichen heimischen Tieren ein zuhause. 

 

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung der Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Erfahren Sie, wie das Projekt «Blühende Schulen» die Artenvielfalt in der ganzen Schweiz fördert, wie damit die «Mission B» für mehr Biodiversität unterstützt wird und entdecken Sie hier Fotos und Videos von Blühenden Schulen aus der ganzen Schweiz.

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