Biodiversität im eigenen Garten fördern

Das Jahr der Biodiversität ist zwar vorbei. Aber das Thema Artenvielfalt bleibt natürlich weiterhin aktuell. Für Gartenbesitzer gibt es viele Möglichkeiten, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere in ihrem Garten aktiv zu unterstützen und zu fördern.

Im eigenen Garten mit der richtigen Artenvielfalt Tieren ein zu Hause geben
Die Artenvielfalt im eigenen Garten bietet einheimischen Tieren ein zu Hause an. Foto: yanikap, iStock, Thinkstock
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Früher pflegte jeder Gemüse- und Obstbauer seine eigenen speziellen Sorten, die meist perfekt auf die jeweilige Region abgestimmt waren. Dieses Wissen und die Samenvermehrung ging jedoch immer mehr verloren, Saatgut wurde meist nur noch im Laden gekauft, viele Sorten sind nach und nach verschwunden und das Angebot war landesweit gleich. Biodiversität sieht anders aus. Hier kann der moderne Gärtner einen Beitrag leisten. Viele Händler bieten heute wieder Saatgut und Setzlinge fast vergessener Arten an. Wer sein Gemüsebeet möglichst unterschiedlich bepflanzt, hat zudem mehr Abwechslung auf dem Teller und kann durch eine gut gewählte Fruchtfolge seine Beete optimal nutzen.

Böden nicht auslaugen

Als Vor- oder Nachkultur eignen sich Sorten mit kurzer Kulturzeit. Spinat ist beispielsweise eine gute Vorkultur für Karotten, während Buschbohnen auf abgeernteten Kartoffelfeldern gesät werden können. Feldsalat wiederum passt als Nachkultur von Kohlarten oder Zwiebeln, da er ziemlich kälteunempfindlich ist. Eine optimale Fruchtfolge ergeben Arten aus verschiedenen Familien mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf und unterschiedlich langer Kulturzeit. Noch wichtiger als eine durchdachte Fruchtfolge ist ein jährlicher Fruchtwechsel. Ausser bei mehrjährigen Gemüse- oder Obstarten wie Spargel, Erdbeeren oder Rhabarber sollte die Anbaufläche möglichst jedes Jahr gewechselt werden. So wird verhindert, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird. Denn nicht alle Pflanzen benötigen die gleiche Menge an Nährstoffen.

Zu den so genannten Starkzehrern gehören Kartoffeln und alle Kohlarten. Aubergine, Gurken und Lauch haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Mit wenig zufrieden sind Erbsen, Radieschen und die meisten Kräuter. Durch den jährlichen Wechsel kann sich die Erde erholen und zudem werden Krankheiten und Schädlingen vorgebeugt. Auch Pflanzen derselben Familie sollten möglichst nicht nacheinander auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dies gilt vor allem für Kohl- und Nachtschattengewächse.

Monokulturen sind auch im Gemüsegarten nicht sinnvoll. Bei Mischkulturen stehen die Pflanzen weniger in Konkurrenz und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. Einige Arten schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Der Duft der Karotten vertreibt zum Beispiel die Zwiebelfliege und umgekehrt mag die Karottenfliege den Zwiebelgeruch nicht. Entscheidend ist auch, möglichst biologische Samen und Setzlinge zu verwenden und auf künstliche Dünger oder gar giftige Schädlingsbekämpfer zu verzichten.