Ökotourismus: Beim Wandern die Schweizer Naturparks entdecken

Immer mehr Schweizer zieht es zurück zur Natur. Deshalb steht wandern in der Schweiz hoch im Kurs. Besonders interessant sind die Reiseangebote im Ökotourismus. Ein mögliches Ziel sind Schweizer Naturparks. In diesen einzigartigen Landschaften wird nachhaltig reisen zum Kinderspiel.

Ökotourismus in der Schweiz erleben Sie beim Wandern in den Schweizer Naturparks.
Foto: xalanx / iStock / Thinkstock
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Wanderschuhe statt Strandschlappen: Wer Erholung sucht, findet sie oftmals in der Natur. Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Schweizer. Wer ins Grüne reist, braucht nicht in die Ferne schweifen. Es genügt oftmals die Bahn, die einen zu Schweizer Naturparks bringt. Doch reicht das aus, um wandern in der Schweiz mit Ökotourismus gleichzusetzen?

Nachhaltig Reisen: Wandern in der Schweiz als Ökotourismus

Immer mehr touristische Angebote setzen in der Schweiz auf nachhaltige Qualität, öffentliche Transportmittel sowie saisonale und regionale Lebensmittel. Umweltschutz, einzigartige Naturerlebnisse und Kultur machen nachhaltiges Reisen aus. Man versteht, warum der eigene Urlaub nicht zu Lasten der Natur gehen sollte. Beim Ökotourismus steht die Beobachtung von Tieren, der respektvolle Umgang mit der Pflanzenwelt, aber auch der Kontakt zu den Einheimischen im Mittelpunkt. Wer dann noch das Auto zu Hause stehen lässt und mit der Bahn zum Urlaubsort fährt, rundet seine nachhaltigen Ferien ab.

Nachhaltig reisen mit dem Qualitätslabel Schweizer Pärke

Urlauber wandern in «Schweizer Pärke» durch ursprüngliche Natur- und Kulturlandschaften, in denen Traditionen und Umwelt schonend behandelt werden. Sie erleben hautnah die aussergewöhnliche Natur und geniessen die heimische Gastfreundschaft. In der Schweiz gibt es inzwischen drei Parklandschaften, die das Label «Park von nationaler Bedeutung» tragen. Das Bundesamt für Umwelt zeichnete damit die UNESCO Biosphäre Entlebuch,den regionalen Naturpark Thal und die Biosfera Val Müstair aus. Im Sinne des heimischen Ökotourismus, sollen sich sowohl Besucher als auch Einheimische an die Regeln des Umweltschutzes halten. Ein intensives Naturerlebnis ist auch ohne Anfassen möglich. Das Verkosten von regionalen Spezialitäten ist hingegen erwünscht und soll die regionale Wirtschaft nachhaltig stärken. 2011 kamen sieben weitere Naturparks hinzu: Naturpärke Binntal, Chasseral, Diemtigtal, Ela, Gantrisch, Thunersee-Hohgant sowie Jurapark Aargau und Gruyère Pays-d'Enhaut. Eine komplette Übersicht bietet die Webseite der Schweizer Pärke.

Wandern in der Schweiz: UNESCO Biosphäre Entlebuch

In diesem Jahr feiert die Biosphäre Entlebuch ihr zehnjähriges Bestehen. Bereits seit 2008 gehört der 400 Quadratkilometer große Landstrich zu den nationalen «Pärke». Einmalig ist, dass dieser zu einem Viertel von Mooren bedeckt ist. Im Wilden Westen von Luzern ist die Tier- und Pflanzenwelt noch sehr vielfältig. Genauso bunt ist das touristische Programm. So können sich Urlauber in der Kneippanlage oder im Moorbad erholen, auf dem Moorlandschafts- oder Geomorphologiepfad wandern oder an geführten Exkursionen teilnehmen. Eine Wanderwoche wird nicht ausreichen, um den Naturpark auf all seinen Wegen kennenzulernen. Neben Tagestouren gibt es auch mehrtägige Bergtouren. Für ein breites, kulturelles Angebot sorgt die lange Geschichte der acht Gemeinden, die in Museen, in Ausstellungen und bei Festen gezeigt wird. Die Gastgeber pflegen ihre Traditionen und lassen die Besucher daran teilhaben. Wer ein Zimmer auf einem Bauernhof oder Bed&Breakfast bucht, übernachtet nicht nur nachhaltig, sondern erfährt den Alltag aus erster Hand. Die Gastfreundschaft geht auch durch den Magen und viele der regionalen und saisonalen Produkte können zu jeder Mahlzeit genossen werden. Sämtliche Informationen über die UNESCO Biosphäre Entlebuch sind auf der Webseite www.biosphaere.ch nachzulesen.

Ökotourismus: Wandern in der Schweiz ist ideal für nachhaltiges Reisen.

Wandern in der Schweiz ist nachhaltes Reisen in wunderschöner Umgebung. Foto: Andrey Kryuchkov / iStock / Thinkstock

Ökotourismus im Naturpark Thal

Der 140 Quadratkilometer große Naturpark liegt in einem abwechslungsreichen Landstrich in der Nähe von Basel, Bern und Zürich. Besonderer Höhepunkt sind die Berge des Solothurner Juras zwischen Weissenstein und Wasserfallen, die sich in weitläufigen Naherholungsgebieten befinden. In der typischen Kettenjuralandschaft leben viele seltene Pflanzen- und Tierarten, die diese Region so besonders machen. Das Spannungsfeld der Geschichte erkennt man anhand des historische Erbes an Burgen, Plattenwegen und Manufakturmuseen. Die Umgebung kann in Tages- oder mehrtägigen Pauschaltouren erkundet werden. Auf dem markierten Wandernetz «Juraweg Thal» erfahren Besucher auf 57 Informationstafeln Wissenswertes über Geografie, Geologie, Geschichte, Natur, Jagd sowie Land- und Forstwirtschaft. Nach einer langen Wanderung können Naturfans im Stroh übernachten. Umfassende Wandertouren finden Interessierte unter www.naturparkthal.ch.

Schweizer Naturparks: Biosfera Val Müstair

Die fast unberührte Landschaft erstreckt sich über 198 Quadratkilometer. Das Klima ist mild und es regnet selten. Dennoch ist es die artenreichste Region der Schweiz, in der man viele seltene Tier- und Pflanzenarten vorfindet. Der nahe gelegene Schweizerische Nationalpark und das Nachbarland Südtirol bieten weitere Ausflugsziele, um einmalige Naturerlebnisse zu erfahren. Regionale Kulturgeschichte erwartet Besucher im weltbekannten UNESCO Weltkulturerbe Kloster St. Johann und in weiteren Museen. Die größtenteils ökologisch geführten landwirtschaftlichen Betriebe tischen Reisenden vorzugsweise regionalen Gaumenschmaus auf. Auf zahlreichen, teils mehrtägigen Touren lernen Wanderer die Biosfera Val Müstair-Parc Naziunal kennen. Die Kurz-Wanderreise «Heublumen-Grüsse» entführt beispielsweise auf Blumenwiesen in der hochalpinen Landschaft. Nachhaltige Übernachtungen ermöglicht die Steinbock-Label zertifizierte Jugendherberge in Sta. Maria. Weitere Tipps gibt die Webseite www.biosfera.ch.

Steinbock-Label

Das Steinbock-Label bewertet den nachhaltigen Betrieb von Unterkünften in der Schweiz. Dabei werden Umwelt, Soziales, Regionale Verankerung, Wirtschaftlichkeit und Management überprüft. 54 Jugendherbergen, Hostels und Hotels sind mit bis zu fünf Steinböcken zertifiziert.

Tipps für nachhaltiges Wandern in der Schweiz

Beim Wandern verbrennt man hauptsächlich die eigene, erneuerbare Energie. Für den Urlaubsspass braucht es aber noch mehr - z. B. eine passende Ausrüstung. Fehlen sollte nie festes Schuhwerk, dem Wetter angepasste Kleidung, ein Rucksack mit ausreichend Verpflegung, Regenschutz, Sonnencreme und eine Karte. Wer den signalisierten Wanderwegen folgt, geht auf Nummer sicher. Um Kräfte aufzutanken, müssen regelmässige Pausen eingeplant werden. Wer durch die Naturparks wandert, darf jedoch die Umweltschutz-Regeln nicht vergessen.Denn mehr als die persönlichen Eindrücke und Fotos dürfen nicht mit nach Hause genommen werden. Gute Reise!

 

Quellen: BAFU, WWF, Naturpärke, Steinbock-Label, Schweizer Tourismus, SECO

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