«Für mehr Nachhaltigkeit braucht es praxisorientierte Lösungen»

Photovoltaik-Anlage auf Muottas Muragl.

Die Röhrenkollektoren an den Zimmerfenstern fangen das Sonnenlicht ab. Foto: kmu-fotografie.ch

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich in Zukunft wünschen?

Eine unbeschränkte Menge an emissionsfreier Energie, welche auf der ganzen Welt hergestellt werden könnte und überall zur Verfügung stehen würde.

Eine globale Klimapolitik wird als Voraussetzung für eine nachhaltige Gesellschaft gesehen. Kann man sich überhaupt nur noch auf die Politik verlassen?

Es ist vermessen zu glauben, man könne auf der ganzen Welt, mit ihrem unterschiedlichsten Gefüge, materiell und immateriell, in Frieden eine Weltordnung definieren und durchsetzen. Das gilt leider auch für das Klima.

Was muss dann passieren, damit Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft zum Alltag gehört?

Es müssen sich praxisorientierte, marktgerechte Systemlösungen in unserem Alltag durchsetzen. Kurz: Nachhaltigkeit muss alltagstauglich werden. Regulativ verordnete oder durch Pseudo-Anreize «schmackhaft» gemachte Teillösungen als das Heil aller Dinge zu preisen, wird nicht Bestand haben.

Was planen Sie persönlich in den nächsten zwei Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Unsere Unternehmung will die erste Bergbahn weltweit sein, die standardmässig diesel-elektrische Pistenfahrzeuge, mit einer Effizienzsteigerung von 20 – 25%, einsetzt.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild – oder eben Sonnenkollektoren mitten im Bergparadies. Wirkt Ihr Hotel trotzdem noch romantisch auf die Besucher?

«Dä Füfer und s'Weggli ha» gilt auch bei diesem Thema nicht. Die neuen Technologien, gepaart mit intelligenter Architektur lassen aber bereits heute Lösungen zu, die nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Mit unserer Photovoltaikanlage entlang dem Trassee der Standseilbahn, einem bereits technischen Konstrukt in der Landschaft, ist dem Generalplanungsbüro, das die Architektur und die energetische Planung übernommen hatte, aber ein Wurf gelungen, der unseren Gästen noch genug Platz für Romantik lässt.

Text und Interview: Sabrina Stallone