Dieses Resort in Afrika zeigt, wie sanfter Tourismus geht

Die Bisate Lodge wurde so geplant, dass ihr Bau die Umwelt möglichst wenig belastet. Und der Besuch hier trägt dazu bei, natürliche Lebensräume zu erhalten.

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Nachhaltig wohnen in einem erloschenen Vulkan

Die Bisate Lodge liegt im Halbkessel eines erloschenen Vulkans und versucht, die umgebende Natur möglichst wenig zu beeinflussen. Sie besteht aus 6 Villen, die sich unauffällig in die Landschaft Ruandas einbetten. Von den Luxus-Hütten aus haben die Besucher freie Sicht auf drei Vulkane. Auch wilde Gorillas können so hier nah an einem Nationalpark manchmal beobachtet werden. 

Bisate will zudem helfen, den Nationalpark auszuweiten, die Gegend aufzuforsten und damit dem Berggorilla seinen ursprünglicher Lebensraum zu sichern. Bisher pflanzten die Verantwortlichen dafür fast 15'000 Bäume. Foto: © David Crookes / wilderness-safaris.com

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Der bezeichnende Spitzname Ruandas ist das Land der 1'000 Berge. Die Luft hier oben auf fast 2‘400 Metern Höhe ist rein und klar, die einzigartige wie auch bedrohte Natur lädt zum Entdecken ein, vor allem zu einem ganz besonderen Erlebnis: Berggorillas in freier Natur beobachten.

Genau hier findet sich die Bisate Lodge, eines von 50 Safari-Camps, des afrikanischen Öko-Tourismus-Spezialisten Wilderness Safari. Die Zimmer und das Haupthaus sollten die Umwelt beim Bau möglichst wenig verändern und dennoch eine luxuriöse Ausstattung bieten.

Im Öko-Hotel umgeben von Luxus einnisten

Wie Nester von Webervögeln schmiegen sich die Villen des Öko-Hotels an den Rand eines ehemaligen Kraters im Volcano-Nationalpark, inmitten von sattem Grün. Tolle Ausblicke aus den grossen Panoramafenstern oder von der eigenen kleinen Terrasse auf die umliegende Berglandschaft sind hier garantiert.

Eröffnet erst im Jahr 2017, bietet das Öko-Hotel Luxus der Sonderklasse, ohne pompös daherzukommen und die Nachhaltigkeit ausser Acht zu lassen. Die 2-Personen-Ferienhäuser sind aus heimischen Materialien wie Schilf, Stein und Holz gefertigt.

Die jeweils 90 Quadratmeter grossen Häuser verfügen über einen grosszügigen Eingangsbereich, ein repräsentatives Wohn- und Schlafzimmer mit Kaminofen sowie ein Designerbad und verzaubern mit einer schicken, aber folkloristisch gehaltenen Einrichtung.

Nachhaltigkeit geniessen bis in kleine Details

Neben überwiegend verwendeten regionalen Baumaterialien, kann auch die Energieversorgung mit nachhaltigen Standards durchaus mithalten. Solaranlagen sorgen etwa für Strom und Warmwasser.

Dazu kommen umweltfreundliche Ausstattungen, die bis ins Detail gehen – stylische Upcycling-Kronleuchter beispielsweise, die aus Altglas bestehen.

Zum Frühstück gibt es dann Bio-Kaffee von einer Farm, die gerade mal eine Stunde entfernt ist. Und abends lässt man sich auf Kissen nieder, die mit Stoffen aus und im Design der ruandischen Kultur hergestellt wurden.

Rund ums Öko-Hotel einzigartige Natur erleben

Die Bisate Lodge liegt im Vulkan-Nationalpark, inmitten des Albertine Rift. Diese einmalige Naturlandschaft bietet eine unvergleichliche Artenvielfalt und ist berühmt für abwechslungsreiche Landschaften, die von tropischen Urwäldern bis zu weitläufigen Savannen reichen.

Neben annähernd 700 Vogelarten – viele kommen nur hier vor, der Fachmann spricht von endemisch – sowie unzähligen Reptilien- und Amphibienspezies sind hier 150 Säugetierarten heimisch. Darunter lassen sich 15 Primaten wie die lediglich hier vorkommende Goldmeerkatze und deren unangefochtener König, der imposante Berggorilla, in der Gegend erleben.

Die Bisate Lodge ist einer der wenigen Orte an denen man den König des Urwaldes aus nächster Nähe beobachten kann. So führen erfahrene Guides sicher zu einer der 12 Gorillafamilien, die die Nähe des Menschen akzeptieren. Teilnehmer müssen allerdings mindestens 15 Jahre alt sein.

Warum «Gorilla-Watching» mehr hilft als es schadet

Die Tiere werden in ihrem natürlichen Lebensumfeld gestört, mögen Kritiker bei diesem Reiseangebot vielleicht sagen. Doch von dem Angebot der Gorilla-Safari profitieren auch Mensch, Natur und zahlreiche bedrohte Tierarten. Allen voran der Berggorilla.

Die Menschen vor Ort haben erkannt, dass im Erhalt des Urwaldes – und damit des Lebensraums der Tiere – eine Jobgarantie und ein gewisser Wohlstand liegt. Dies ist die beste Schutzmassnahme in einem für seine Rohstoffe und Bodenfruchtbarkeit ausgebeuteten Gebiet.

Quelle: Bisate Lodge

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann im September 2017