Fit für die Zukunft

Im letzten Jahrhundert hat der intensive Tourismus den Schweizer Alpenraum geprägt. «Schade» denken viele, die sich eine unberührte Bergwelt wünschen. Aber auch die Zukunft der Schweizer Bergregion hängt vom Tourismus ab. Nur mit Unterstützung ihrer Gäste können Berggemeinden ihre touristischen Infrastrukturen erneuern und attraktive Angebote entwickeln. Zusammen mit den Gästen in die Zukunft investieren ist denn auch der Grundsatz eines Projektes, das vom Gemeindenetzwerk «Alliance für die Alpen» lanciert wurde.

Klimafreundliche Reisen und Ausflüge in der Schweiz
Eine nach wie vor sehr populäre Aktivität ist das klimafreundliche Velofahren. Foto: Dominik Siegrist
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Finanziert durch das Programm innotour des Staatssekretariats für Wirtschaft und unterstützt von der HSR Rapperswil und der HTW Chur entwickeln fünf beliebte Schweizer Tourismusorte Ideen und Projekte, um ihre Gäste für die Zukunft ihres Urlaubsortes zu begeistern. Der Projekttitel «Klimaschutz – jetzt und hier» zeigt das Bewusstsein für zukünftige Herausforderungen und die Entschlossenheit zum Handeln.

«Klimaschutz ist das Thema, an dem wir unser Projekt aufgehängt haben», erklärt Peter Niederer vom Gemeindenetzwerk Allianz für die Alpen. Der Klimawandel repräsentiere eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft. Er sei omnipräsent und aktuell, wie zuletzt durch den Sturm in den USA gezeigt. Im Alpenraum zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels besonders deutlich. Prof. Dr. Dominik Siegrist von der Hochschule für Technik Rapperswil weiss wovon er spricht. Erst in diesem Jahr hat er ein internationales Projekt über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus im Alpenraum abgeschlossen. «Es ist sehr zielführend, nun auch ein Projekt zur Umsetzung unserer Erkenntnisse begleiten zu können», kommentiert er sein Engagement. Es gehe aber nicht nur um Solarpanels auf Hoteldächern oder Elektrofahrzeuge für Touristen. Am Klimawandel können die Tourismusorte lernen, sich auf Veränderungen vorzubereiten – durch bessere Zusammenarbeit, innovative Angebote und den Willen die Zukunft aktiv mit zu gestalten.

Die Initiative für das Projekt ging von den Destinationen selbst aus. Jeder einzelne Urlaubsort hat in den letzten Jahren seine eigenen Erfahrungen mit dem Klimawandel gemacht. Scuol im Engadin musste die technische Beschneiung ausbauen, als der Schnee im Winter ausblieb. Braunwald im Glarnerland musste das Konzept für das beliebte Oldtimer-rennen über den Klausenpass überarbeiten. Nostalgien ohne Visionen für die Zukunft waren für die Sponsoren nicht mehr attraktiv. Im rasch wachsenden Sattel am Hoch-Stuckli ging die Initiative von der lokalen Bevölkerung aus. Mit knappen Ressourcen haushälterisch umgehen ist hier das Motto. Saas-Fee im Wallis erfreut sich in den letzten Jahren an immer mehr warmen Tagen – der Gletscher aber wird immer kleiner. Was bedeutet das für die Zukunft des Ortes? Die Gemeinden am Rigi – der Perle der Berge – wollen eine Energieregion werden. Energieautarkie ist hier ein Ansatz, die gemeinsame Identität zu stärken.

Trotz dieser Vielfalt der Ausgangslagen können die Destinationen viel voneinander lernen. Davon ist das Projektteam „Klimaschutz – jetzt und hier“ überzeugt. Roger Walser, der seit Jahren in Chur im Tourismus lehrt und forscht, sieht Parallelen zwischen der Entwicklung verschiedener Urlaubsorte; nicht nur in der Schweiz sondern auch in Österreich und Italien. «Wir dürfen mit unserem Projekt keinem Trend hinterher laufen, sondern müssen von den Trend-Settern lernen; die Schlüssel ihrer Erfolge verstehen und ihre Fehler vermeiden». Mit den Organisationen «MyClimate» und «Climatop» hat das Team zwei Trendsetter mit an Bord. Durch ihre Expertise stellen sie sicher, dass internationale Standards im Klimaschutz und CO2-Labelling eingehalten werden.