Der Berg ruft. Dieser Aufforderung kommen jährlich viele Schweizer im Winterurlaub nach. Doch erholen können sich nur die Reisenden: Der Tourismus verursacht rund fünf Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstosses und ist daher ein wichtiger Mitverursacher des Klimawandels. In der Schweiz sind es grösstenteils Urlaubsfahrten mit dem Privatwagen, welche die Umwelt mit CO2 verpesten. Kein Weg ist zu weit - doch nur mit dem eigenen Auto. Die zunehmende Mobilität spürt man auch in den alpinen Urlaubsregionen. Deshalb wollen verschiedene Initiativen das umweltbelastende Reiseverhalten positiv beeinflussen und bauen das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln stärker aus. Beim Schweizer Tourismus «reist» die Angst vor den gravierenden Folgen des Klimawandels mit. Infolgedessen fördert man verstärkt das umweltschonende Reisen und den Umweltschutz.

Ökologischer Urlaub mit der Bahn

Heutzutage sind viele Urlaubsorte mit der Bahn gut zu erreichen. Die Strecke von 200 Kilometern mit der Regionalbahn belastet das Klima mit 2,6 Kilogramm CO2. Auf der gleichen Strecke stösst ein Regionalbus 21,4 Kilogramm CO2 und ein Personenwagen 37,4 Kilogramm des Treibhausgases aus. Höchste Zeit CO2 einzusparen und das Urlaubsverhalten zu überdenken.

Nachhaltiger Winterurlaub in Alpine Pearls

Schweizer Skiorte arbeiten mit anderen Destinationen aus den Nachbarländern zusammen, um nachhaltiges Reisen und sanfte Mobilität in insgesamt 24 Urlaubsorten zu fördern. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man alle Freizeitangebote, was umweltschonendes Reisen ohne Auto ermöglicht. Neben Interlaken ist Arosa eine «alpine Perle». In Arosa wird schneesicherer und nachhaltiger Winterurlaub angeboten. So können sich Reisende beim Buchen des Pauschalurlaubs entscheiden, ob sie die CO2-Emissionen kompensieren lassen wollen. Weiterhin bietet der Ort einen mit sauberer Energie angetriebenen Bus, der ganzjährig kostenlos nutzbar ist. In Interlaken stehen insgesamt 25 unterschiedliche Transportmittel bereit - ob Zug, Gondel oder Bus. Auch verschiedene Elektromobile können gemietet werden. Wer weniger Pferdestärken bevorzugt, kann die Natur bei einer Kutschfahrt erkunden. Mehr Informationen für umweltschonendes Reisen bietet die Webseite Alpine Pearls (www.alpine-pearls.com).

Ökologischer Urlaub in Winterorten

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) untersuchte 14 Urlaubsorte hinsichtlich umweltfreundlicher Mobilität. Viele Punkte erhielten Regionen, die mit der Bahn schnell erreichbar waren, die einen gut ausgebauten Regionalverkehr hatten und eine kompetente Beratung in den Tourismusbüros nachwiesen. Die ersten Ränge belegen Zermatt, Saas Fee, St. Moritz, Engelberg, Grindelwald und Scuol. Der VCS lobt besonders folgende praktische, touristische Angebote:

  • Urlauber, die in Grindelwald in Ferienwohnungen oder Hotels wohnen, erhalten eine Gästekarte, die eine kostenfreie Nutzung aller Verkehrsmittel vor Ort erlaubt.
  • St. Moritz überzeugt mit einem gut ausgebauten Busnetz, in dem die Busse noch bis in die späten Abendstunden fahren.
  • Startpunkte für Ausflüge sind in Scuol auf Fahrtzeiten des öffentlichen Verkehrs abgestimmt. Pauschalangebotsreisende können u.a. Bus und Bahn kostenlos nutzen.
  • Taschenfahrpläne gibt es z. B. in Scuol, Grindelwald und St. Moritz.
  • Wer zu Fuss geht, reist am nachhaltigsten. Deshalb zeigt man in Grindelwald die Dauer der jeweiligen Strecke für Fussgänger an. In Zermatt sowie in Scuol wird die Weglänge auf Schildern angegeben.

Weitere Informationen zur nachhaltigen Ferienplanung kann man auf der VCS-Webseite nachlesen.

Wenn der Schnee ausbleibt, braucht's Schneekanonen.

Nachhaltigkeit nützt auch den Wintersportgebieten, denn bleibt der Schnee aus, muss mit Schneekanonen gearbeitet werden. Foto: © aarrows / iStock / Thinkstock

Nachhaltiger Ausflug in den Schnee mit «Bus Alpin»

Schwer erreichbar war gestern. Busse bringen Urlauber zu etwas abgelegenen Ausflugszielen in inzwischen acht Bergregionen. Für den nachhaltigen Winterurlaub fahren Schneebusse durch die Region Gantrisch, die als Wintersportregion bekannt ist. Skibegeisterte finden Pulverschneeromantik in Moosalp und im Regionalpark Chasseral. Der Park wird von einem Snowbus - von Neuenburg nach Bugnenets-Savagnières - angefahren. Die anderen Regionen setzen bisher nur im Sommer auf den Bus Alpin. Umfassend informiert die Webseite des Vereins.

Ride & Glide: 157 Winterorte für umweltschonendes Reisen

Ziel ist es, dass mehr Wintersportler auf das Auto verzichten und auf Bus sowie Bahn umsteigen. Aus diesem Grund verglich der VCS 157 Schweizer Wintersportgebiete. Die zweite Auflage des «Ride&Glide» informiert nicht nur über den öffentlichen Verkehr sondern auch über Skivermietung, Ausflugsziele und Skidepots. Den kostenfreien PDF-Download stellt der VCS auf seiner Webseite zur Verfügung.

Nachhaltiger Winterurlaub in autofreien Orten

GaSTfreundlich, heisst auch auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Seit 1988 haben sich verschiedene Urlaubsorte zu der Initiative GaST zusammengeschlossen und den Autoverkehr aus den Städten verbannt. Urlauber atmen so frische abgasfreie Luft und geniessen die stressfreie Zeit, die der wenige Strassenverkehr erlaubt. Viele Destinationen sind sowohl Sommer- als auch Winterurlaubsziele: Braunwald, Bettmeralp, Mürren, Riederalp, Rigi, Saas Fee, Stoss, Wengen und Zermatt. Mehr über das Projekt erfahren Sie auf der GaST-Webseite.

Die Sorge wächst, dass der Schnee in den nächsten Jahrzehnten vielerorts ausbleiben könnte. Bereits heute warten einige Urlaubsregionen vergebens auf die weisse Pracht und müssen mit Schneekanonen nachhelfen. Statt abzuwarten, können Wintersportler etwas für den Umweltschutz tun, ohne gross an Komfort einbüssen zu müssen. Nachhaltiger Winterurlaub heisst, auf das eigene Auto zu verzichten und so eine enorme Menge an CO2-Emissionen einzusparen. Das Umsteigen kommt auch den Urlaubern zu Gute, weil sie sich so von Stau und Verkehrsstress verabschieden können.

Weitere Links zum nachhaltigen Winterurlaub:

  • Bus Alpin - Der Verein organisiert für Busse, damit Touristen auch bisher schlecht erschlossene Regionen umweltfreundlich erreichen können.
  • GaST - Die Schweizer Initiative engagiert sich für autofreie Städte

 

 

Quellen: BFS VCS WWF Schweiz Tourismus Verband öffentlicher Verkehr Alpine Pearls Bus Alpin GaST

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