Nachhaltiger Winterurlaub: Pisten ökologisch erklimmen

Ein nachhaltiger Winterurlaub beginnt mit einer Bahnfahrt. Insbesondere Autofahrten belasten das Klima mit hohem CO2-Ausstoss. Um die Umwelt zu schützen gibt es verschiedene autofreie Ferienangebote in der Schweiz. So ermöglichen Bus und Bahn ökologisches Reisen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Urlaub zu fahren ist nachhaltiger.
Mit dem Zug in die Skiferien zu fahren ist nachhaltiger als das eigene Auto zu nehmen, denn es senkt den eigenen CO2-Verbrauch. Foto: © JolieQ / iStock / Thinkstock
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Der Berg ruft. Dieser Aufforderung kommen jährlich viele Schweizer im Winterurlaub nach. Doch erholen können sich nur die Reisenden: Der Tourismus verursacht rund fünf Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstosses und ist daher ein wichtiger Mitverursacher des Klimawandels. In der Schweiz sind es grösstenteils Urlaubsfahrten mit dem Privatwagen, welche die Umwelt mit CO2 verpesten. Kein Weg ist zu weit - doch nur mit dem eigenen Auto. Die zunehmende Mobilität spürt man auch in den alpinen Urlaubsregionen. Deshalb wollen verschiedene Initiativen das umweltbelastende Reiseverhalten positiv beeinflussen und bauen das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln stärker aus. Beim Schweizer Tourismus «reist» die Angst vor den gravierenden Folgen des Klimawandels mit. Infolgedessen fördert man verstärkt das umweltschonende Reisen und den Umweltschutz.

Ökologischer Urlaub mit der Bahn

Heutzutage sind viele Urlaubsorte mit der Bahn gut zu erreichen. Die Strecke von 200 Kilometern mit der Regionalbahn belastet das Klima mit 2,6 Kilogramm CO2. Auf der gleichen Strecke stösst ein Regionalbus 21,4 Kilogramm CO2 und ein Personenwagen 37,4 Kilogramm des Treibhausgases aus. Höchste Zeit CO2 einzusparen und das Urlaubsverhalten zu überdenken.

Nachhaltiger Winterurlaub in Alpine Pearls

Schweizer Skiorte arbeiten mit anderen Destinationen aus den Nachbarländern zusammen, um nachhaltiges Reisen und sanfte Mobilität in insgesamt 24 Urlaubsorten zu fördern. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man alle Freizeitangebote, was umweltschonendes Reisen ohne Auto ermöglicht. Neben Interlaken ist Arosa eine «alpine Perle». In Arosa wird schneesicherer und nachhaltiger Winterurlaub angeboten. So können sich Reisende beim Buchen des Pauschalurlaubs entscheiden, ob sie die CO2-Emissionen kompensieren lassen wollen. Weiterhin bietet der Ort einen mit sauberer Energie angetriebenen Bus, der ganzjährig kostenlos nutzbar ist. In Interlaken stehen insgesamt 25 unterschiedliche Transportmittel bereit - ob Zug, Gondel oder Bus. Auch verschiedene Elektromobile können gemietet werden. Wer weniger Pferdestärken bevorzugt, kann die Natur bei einer Kutschfahrt erkunden. Mehr Informationen für umweltschonendes Reisen bietet die Webseite Alpine Pearls (www.alpine-pearls.com).

Ökologischer Urlaub in Winterorten

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) untersuchte 14 Urlaubsorte hinsichtlich umweltfreundlicher Mobilität. Viele Punkte erhielten Regionen, die mit der Bahn schnell erreichbar waren, die einen gut ausgebauten Regionalverkehr hatten und eine kompetente Beratung in den Tourismusbüros nachwiesen. Die ersten Ränge belegen Zermatt, Saas Fee, St. Moritz, Engelberg, Grindelwald und Scuol. Der VCS lobt besonders folgende praktische, touristische Angebote:

  • Urlauber, die in Grindelwald in Ferienwohnungen oder Hotels wohnen, erhalten eine Gästekarte, die eine kostenfreie Nutzung aller Verkehrsmittel vor Ort erlaubt.
  • St. Moritz überzeugt mit einem gut ausgebauten Busnetz, in dem die Busse noch bis in die späten Abendstunden fahren.
  • Startpunkte für Ausflüge sind in Scuol auf Fahrtzeiten des öffentlichen Verkehrs abgestimmt. Pauschalangebotsreisende können u.a. Bus und Bahn kostenlos nutzen.
  • Taschenfahrpläne gibt es z. B. in Scuol, Grindelwald und St. Moritz.
  • Wer zu Fuss geht, reist am nachhaltigsten. Deshalb zeigt man in Grindelwald die Dauer der jeweiligen Strecke für Fussgänger an. In Zermatt sowie in Scuol wird die Weglänge auf Schildern angegeben.

Weitere Informationen zur nachhaltigen Ferienplanung kann man auf der VCS-Webseite nachlesen.