Neue Richtlinie lässt mehr Schwermetalle in Spielzeug zu

Ab Juli 2013 passt die Schweiz die Grenzwerte für Spielzeug an die neuen EU-Richtlinien an. Diese beinhalten einen höheren Wert von Schwermetallen wie Quecksilber und Arsen als bisher, was in Deutschland und auch hierzulande auf starke Kritik stösst.

Neue Richtlinie lässt mehr Schwermetalle in Spielzeug zu
Die Neuregelung ist ab Ende Juli gültig. Foto © iStockphoto / Thinkstock
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Die Neuregelung enthält neben strengeren Sicherheitsauflagen auch ein Verbot von 55 allergieauslösenden Stoffen. Der neue kritisierte Richtwert von Schwermetallen ist hierin höher festgesetzt als in den alten Richtlinien. Laut Informationsdienst info-eu.de wurde es «auf die Hälfte der als sicher geltenden Werte festgesetzt» worden und soll demnach keine Gefahr darstellen.

Die Anpassung der EU-Richtlinien für Spielzeug bereitet vielen Deutschen und Schweizern Experten dennoch Sorgen und die Erhöhung der Werte für Schwermetall wird scharf kritisiert. Anders als Deutschland, welches gegen die neue Verordnung klagt, hat die Schweiz die neuen Richtlinien aber bereits im Oktober 2012 akzeptiert. Das bestätigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das ebenfalls keine Gefahr für Kinder durch die höheren zugelassenen Werte für Arsen Quecksilber und Co sieht. Ab Ende Juli diesen Jahres werden deshalb die Spielsachen nach den neuen Regeln produziert.

Der gleichen Meinung ist auch Sandro Küng, vom Spielwarenverband Schweiz. Er geht von keinerlei Gefahr durch die höheren Grenzwerte für Schwermetalle aus, wie er gegenüber srf.ch bestätigt. Peter Wenk, Kantonschemiker in Basel, stellt sich dem entgegen und weist auf mögliche Gefahren hin: «Wenn man von einer maximalen Aufnahme der Stoffe beim Kind ausgeht, kann es Probleme geben.» Welche Gefahren tatsächlich bestehen, ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Nähere Details zu den neuen EU-Richtlinien für Spielzeug erhalten Sie unter www.eu-info.de.

Worauf Sie bei Spielzeug achten sollten

Sehen Sie am besten davon ab Spielwaren aus dem Internet oder auf Jahrmärkten zu kaufen, da Sie hier nie sicher sein können, woher diese ursprünglich stammen. Ein intensiver Geruch nach Parfüm oder Chemikalien, sowie ein Plastikgeschmack zeichne die Spielwaren als ungesund aus, ebenso wie Spielsachen bei denen sich die Farbe lösen lässt. Plastikspielzeug, das mit der Nummer 3 gekennzeichnet ist, deutet daraufhin, dass das es PVC, also Weichmacher enthält. Achten Sie bei Holzspielsachen darauf, dass das Holz unbehandelt ist. Wer ganz sicher gehen will, kann sich bei an dem Laben «GS» orientieren, welches garantiert, dass Produkte eines Herstellers von einer unabhängigen Prüfstelle untersucht wurden.

 


Quellen: srf.ch, tagesanzeiger.ch, bag.ch

Text: Katharina Kehler

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