Mehr Wildunfälle durch das Umstellen auf Sommerzeit

 

In der Sommerzeit wird uns eine Stunde Schalg genommen.

Foto: © ca2hill / iStock / Thinkstock

Wildtiere sind in der Morgendämmerung auf der Futtersuche. Bei der Sommer-Zeitumstellung fällt der Wildwechsel häufig mit dem Berufsverkehr zusammen. Deshalb warnt der Verband der Jagdaufseher in Niedersachsen vor der erhöhten Gefahr von Autounfällen. Die Schweizer Tierschutznews berichteten von vermehrten Wildunfällen im März und April. Deshalb raten Experten, besonders an Wald- und Feldrändern aufmerksam zu fahren.

Gesundheit: Minijetlag im Gepäck der Zeitumstellung

Ob Alt oder Jung – alle haben mit dem Wechsel zur Sommerzeit zu kämpfen. Ältere Menschen, Säuglinge und Kinder können sich jedoch schwerer an die neue Situation gewöhnen. Die Krankenkasse DAK fand sogar ein erhöhtes Herzinfarktrisiko in den ersten drei Tagen der Sommerzeit. So stiege die Gefahr eines Herzanfalls um ein Viertel, was sich durch Schlafmangel und geänderten Biorhythmus erklären lässt. Ein Forscherteam um Professor Till Roenneberg (Ludwig-Maximilians-Universität München) überprüfte, welchen Einfluss die Sommer-Zeitumstellung auf die innere Uhr hat. Normalerweise wird diese durch das Tageslicht gesteuert und taktet sich fast minutengenau auf die Morgendämmerung ein. Dieser Mechanismus wird durch die Sommer-Zeitumstellung empfindlich gestört. Insbesondere die «Eulen» trifft es hart. Dieser Schlaftyp geht spät zu Bett und schläft entsprechend länger. Die innere Uhr läuft jedoch in der Normalzeit (Winterzeit) weiter – so dass sie «gefühlt» eine Stunde hinterherhinken. Ob Eule oder Lerche (Frühaufsteher) – die Forscher gehen davon aus, dass sich die innere Uhr nicht vollständig auf die Sommerzeit umstellt.
 

Nachhaltige Zeitumstellung: Sich vorher an die Sommerzeit gewöhnen

Gesundheitsexperten raten, bereits eine Woche vor der Zeitumstellung mit der stufenweisen Eingewöhnung zu beginnen. Statt unter tagelanger Müdigkeit und Schlafstörungen zu leiden, kann man Mahlzeiten und Zubettgehzeiten im zehn-Minuten-Takt vorverlegen. Zudem helfen  Kräutertees und eine leichte Bettlektüre gegen mögliche Schlafstörungen. Helles Licht mit erhöhtem Blauanteil soll das morgendliche Aufwachen erleichtern. Damit baut sich das Schlafhormon Melantonin schneller ab, womit man den Minijetlag vermeidet. Eine andere Möglichkeit ist ein Schlafphasenwecker. Die eingebauten Bewegungssensoren erkennen, wann genau der beste Zeitpunkt gekommen ist, um den Träger sanft aufzuwecken.

Linkliste

Im Alltag Strom sparen -  Unsere Tipps um unabhängig von der Zeitumstellung Energie einzusparen.

Richtig heizen und Lüften – Wie Sie mit richtigem Heizverhalten Geld sparen können.

Mitteilung der EU-Kommsion zur Regelung der Sommerzeit

Studie von Kotchen und Grant – Die amerikanischen Forscher untersuchten den Energieverbrauch von sieben Millionen Haushalten im Staat Indiana.

Sleeptracker – Das Gerät hilt beim Aufwachen nach dem eigenen Biorhythmus.

 

 

Quellen: die-energie-bin-ich.ch, bdew, mweltbundesamt, idw, Klinik für Schlafmedizin, Jagdaufseher-niedersachsen.de, tierschutznews.ch, wikipedia, Kliniken des Main-Taunus-Kreises, DAK, Sleeptracker, www2.bren.ucsb.edu Text: Kerstin Borowiak

 

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