Müde und mies gelaunt? Das hilft gegen Winterdepression

  • 18

Dunkelheit und Kälte können im Winter aufs Gemüt schlagen. Diese Verhaltensweisen und Hausmittel helfen, den Winterblues wieder loszuwerden. 

Winterdepression: Ursachen, Symptome und was tun?
Foto: © sematadesign / iStock / Thinkstock

In der kalten Jahreszeit öfter agespannt zu sein und lustlos, ist nicht ungewöhnlich. Uns fehlt Tageslicht und Kälte wie auch Viren setzen unserem Immunsystem zu. Doch es gibt einiges, das Sie gegen den Winterblues tun können: 

Raus an die frische Luft für mindestens eine halbe Stunde, und zwar mehrmals die Woche. Selbst wenn der Himmel wolkenverhangen ist, bekommen unsere Augen genügend Licht ab, um das stimmungsaufhellende Serotonin in ausreichendem Masse zu bilden. Ein Spaziergang an der frischen Luft stärkt auch die Abwehrkräfte. Tipp: Morgens ist die Helligkeit des Lichts in der kalten Jahreszeit am intensivsten. 

Johanniskraut ist ein natürliches Heilmittel, das unter anderem Lustlosigkeit und Müdigkeit vertreiben kann. Täglich hiervon eine Tasse Tee und die Stimmung steigt allmählich wieder. Aber passen Sie bei dem Kraut auf, denn über einen längeren Zeitraum eingenommen, verstärkt es die Empfindlichkeit der Haut und kann die Wirksamkeit einiger Medikamente beeinflussen. 

Gleiches erzielen sommerliche, frische Aromen, die man beispielsweise in eine Duftlampe geben kann. Als besonders stimmungshebend bei Winterdepression haben sich ätherische Öle auf Basis von Zitrusfrüchten oder Jasmin erwiesen. Einen solchen Raumduft können Sie auch gut selber machen. 

Gute Nachrichten für alle Schokoholics, denn Schoggi hilft auch gegen Winterdepression. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen, denn Schokolade enthält den Eiweissstoff Tryptophan, welcher wie ein Glückshormon wirkt. 

Winterdepression: Symptome und was dagegen hilft

Foto: © victoriya89 / YelenaYemchuk / looby / iStock / Thinkstock

Mit Schärfe kann man ebenfalls die Winterdepression bekämpfen. Pasta arrabiata, Chili con carne oder ein scharfes Curry vertreiben den jahreszeitlichen Blues. Hier wird die gute Laune durch das Schmerzempfinden ausgelöst, welches der scharfe Bestandteil von Chilischoten, das Capsaicin, verursacht. Wenn es brennt, schüttet der Körper das Hormon Endorphin aus und die Laune bessert sich.

Tryptophan ist übrigens auch in Nudeln, Reis und Kartoffeln enthalten, in magerem Fleisch, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Weizenkeimen oder Nüssen. Wer diese Grundnahrungsmittel regelmässig auf den Teller bringt, sorgt so für einen Ausweg aus dem Stimmungstief.

Durch Vitamin D die Winterdepression bekämpfen

Bei Mangel an Vitamin D hilft die Lichttherapie ebenso wie ein regelmässiger, etwa halbstündiger Spaziergang an der frischen Luft. Bereits das wenige Licht, das wir dann auf das Gesicht bekommen, genügt, um ausreichend Vitamin D zu bilden. 

Alternativ kann man auf eher fettigen Fisch aus dem Meer setzen, auf Milchprodukte, Pilze und Eier. Welche weiteren Lebensmittel viel von dem Sonnen-Vitamin enthalten, zeigt der Artikel «Fit mit Vitamin D: Diese Lebensmittel gleichen Mangel im Winter aus.»

Ob bei einem Mangel der im Winter bei vielen beliebte Gang ins Solarium hilft, ist unter Fachleuten umstritten. Denn um Vitamin D zu bilden, ist UVB-Strahlung nötig, aber im Solarium bekommt unser Körper vor allem UVA-Strahlung ab. 

Therapie mit Licht kann gegen Winterdepression helfen

Wird man besonders stark von der Winterdepression getroffen, kann eine spezielle Lichttherapie helfen. Diese wird mit starken Leuchten durchgeführt, vom Fachmann oder für den Hausgebrauch mit speziellen Lampen. Doch, hier ist Vorsicht geboten und das Ganze sollte nicht ohne ärztliche Abklärung durchgeführt werden. 

Winterdepression: Symptome und was dagegen hilft

Foto: © Rocky89 / iStock / Thinkstock

Alternativ kann bereits eine helle Energiesparlampe oder LED-Lampe zumindest ein wenig helfen, besser durch den Winter zu kommen. Wenn diese hell genug sind, kommen sie von der Stärke dem Sonnenlicht recht nahe. Meist tragen solche Leuchtmittel die Bezeichnung «reinweiss» oder Tageslichtlampe. 

Eine bessere Orientierung bieten Leuchten, deren Farbtemperatur in Kelvin angegeben sind. Besitzt die Lampe eine Leistung von 5'500 K und mehr, dann ähnelt sie dem Tageslicht. 

Ursachen und Symptome einer Winterdepression

SAD, Seasonal Affective Disorder, nennt sich das Phänomen der Winterdepression. Der Frust vieler Schweizerinnen und Schweizer während der kalten Jahreszeit kann sich durch den Tageslichtmangel erklären. Dieser führt dazu, dass wir weniger von dem Botenstoff Serotonin produzieren, welcher unsere Stimmung hebt und uns fit hält. 

Hier spielt auch der Mangel an Vitamin D mit, das durch die Sonne über die Haut gebildet wird. Zusätzliche Müdigkeit entsteht dank vermehrt gebildetem Melatonin, das uns im schlimmsten Fall auch richtig miese Laune beschert. 

Dazu kann als Folge ein gesteigerter Hunger kommen. Denn wegen der dauerhaften Müdigkeit schaltet der Körper auf eine Art Energiesparmodus und will sich dafür mit ausreichend Energie versorgen. Zudem scheint unser Körper in den Lebensmitteln auf der Suche nach ein wenig Glück zu sein. 

Vorsicht: Winterdepression kann auf Krankheit deuten 

Gerade müde und schlapp zu sein, kann auch ein erstes Anzeichen für verschiedenste Krankheiten sein, wie etwa Grippe oder Erkältung. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen sollten Sie deshalb unbedingt zum Arzt gehen und die Ursachen abklären lassen. 

Wenn Sie sich längere Zeit müde und traurig fühlen, dann könnte dies auch auf eine tatsächliche Depression deuten. Diese Depression unterscheidet sich klar von der als Winterdepression bezeichneten saisonalen Müdigkeit. Im Falle einer tatsächlichen Depression sollten Sie deshalb ärztlichen Rat aufsuchen, da diese Tipps nur für die saisonale Winterdepression gelten.

Winterdepression kann die Abwehr schwächen: So beugen Sie vor

Die ständig schlechte Laune und Müdigkeit kann sich im schlimmsten Fall auch auf das Immunsystem schlagen und zu einer leichteren Angriffsfläche für Erkältungen machen. Dem kann man mit einer ausgewogenen Ernährung und einigen natürlichen Hilfsmitteln entgegenwirken. Wie das geht, erklärt der Beitrag «Abwehrkräfte stärken: Diese Hausmittel helfen am besten». Und wenn es dann doch passiert ist, sind Honig und weitere Hausmittel gegen Erkältungen eine gute Wahl.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann