In guten Händen? Was Osteopathie bewirken kann

Mit einigen Handgriffen Schmerzen beseitigen, das ist, vereinfacht gesagt, Osteopathie. Was steckt hinter der Heilmethode und wie vielversprechend ist sie?

Osteopathie kann Schmerzen auf natürliche Weise heilen.
Ostheopathie kann Schmerzen lindern und sogar ganz von Schmerzen befreien und das mit nur wenigen Handgriffen. Foto: © F1online / Thinkstock
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Vor allem in Verbindung mit Rückenschmerzen hört und liest man von den teils «wundersamen» Wirkungen der Osteopathie. Doch die Beseitigung des Schmerzes ist eher eine, wenn auch erwünschte, Begleiterscheinung. Denn die Behandlung setzt wesentlich tiefer an. «Uns interessiert vor allem die Ursache hinter den Schmerzen und Funktionsstörungen und weniger die Symptome», sagte der Osteopath Frank Aertgeerts in der SRF-Sendung «Puls» am 1. Oktober 2012.

Was ist eigentlich Osteopathie?

Um die Ursache der Beschwerden herauszufinden, ertastet der Osteopath bei der Untersuchung den gesamten Körper des Patienten. Dabei erfasst er Spannungsdifferenzen und Bewegungseinschränkungen, die er schliesslich durch sanften Druck seiner Hände korrigiert.

Eine bis sechs Sitzungen sind in der Regel erforderlich, bei chronischen Beschwerden auch mehr. Denn, so heisst es in dem Bericht weiter, meist ist es nicht nur eine einzige Blockade, die Probleme verursacht, sondern es sind mehrere Systeme betroffen, etwa Knochen, Bindegewebe, Organe oder Nerven. Dazu Frank Aertgeerts: «Mit gezielten Griffen lösen wir die Spannungen, durch die wiedererlangte Beweglichkeit wird die Durchblutung und nervliche Versorgung aktiviert.» Auf diese Weise würden vor allem die Selbstheilungskräfte des Körpers stimuliert. Die Behandlungen sind überwiegend schmerzfrei.

Osteopathie: Was hindert den Körper am Gesundwerden?

In der Schweiz kennt man die Osteopathie erst seit rund zwei Jahrzehnten. Das Heilverfahren stammt aus den USA, wo es bereits seit fast 150 Jahren angewendet wird. Der Schweizerische Verband der Osteopathen (SVO-FSO) bestätigt den Erfolg der Behandlungsmethode. Den Osteopathen oder die Osteopathin interessiert demnach nicht nur, weshalb eine Krankheit ausbricht, sondern auch, was den Körper daran hindert, wieder gesund zu werden.

Nach Angaben des Verbands bietet sich die osteopathische Behandlung in vielen Fällen und für alle Altersgruppen an: Obwohl sie am häufigsten bei Rückenschmerzen angewendet wird, eigne sie sich auch bei anderen Symptomen wie Zervikalgie (Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule) und Funktionsstörungen des Verdauungs- oder Atemsystems. Falls sich bei der Untersuchung herausstellt, dass eine osteopathische Behandlung nicht in Frage kommt, wird der Patient an einen geeigneten Spezialisten überweisen. Fast alle Schweizer Krankenkassen vergüten osteopathische Behandlungen über entsprechende Zusatzversicherungen.

Der SVO vertritt die Interessen seiner mehr als 700 Mitglieder. Sie arbeiten ausschliesslich als Osteopathen und erfüllen spezifische Ausbildungskriterien. «Somit werden den Patienten die besten Kompetenz- und Sicherheitsverhältnisse in Sachen Behandlung und Betreuung gewährt», bestätigt der Verband. Die Kriterien werden unter anderem gemäss den von der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) anerkannten Normen definiert.

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