In der Schweiz zugelassen: Mittel mit Pestwurz

Natürliche Mittel gegen Allergien helfen

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Medikamente auf Basis von Petasites sind in der Schweiz erhältlich, und zwar Tesalin® N und Pollivita® Filmtabletten. In Deutschland hingegen sind die rein pflanzlichen Produkte nicht zugelassen, wohl wegen möglicher Nebenwirkungen: Sehr seltene, jedoch teils schwerwiegende Leberschädigungen wurden in Verbindung mit den Präparaten beobachtet. Weil es sich um einen vergleichsweise neuen Wirkstoff handelt, sind diese Präparate verschreibungspflichtig. Über ihren Erfolg berichtete die Solothurner-Zeitung im April 2013:

Wissenschaftler aus der Schweiz und Deutschland hatten 330 Pollenallergiker in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine erhielt Pestwurzextrakt, die andere ein klassisches Antihistamin, so wie es häufig verordnet wird. Zwei Wochen später zeigten sich in beiden Gruppen deutlich weniger Beschwerden in den Augen und Atemwegen. In der Gruppe jedoch, die mit dem Antihistamin behandelt wurde, zeigten sich unerwünschte Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schläfrigkeit. Die Studie leitete Andreas Schapowal von der Allergieklinik in Landquart.

Globuli als natürliches Mittel gegen Allergien im Sommer?

Kleine Kügelchen mit einem Wirkstoff, der so stark verdünnt ist, dass er quasi nicht mehr existiert – Kritiker sehen in der Homöopathie schon aus diesem Grund nichts als Humbug. Auf der anderen Seite schwören viele Menschen, die es probiert haben, auf die Wirkung dieser sanften Heilmittel. Da es keine wissenschaftlichen Belege gibt, bleibt es jedem selbst überlassen, es für sich herauszufinden.

Zumindest gibt es ein Homöopathikum, das bei Heuschnupfen empfohlen wird: Galphimia glauca lautet der zweite Tipp des Experten für Komplementärmedizin. Bereits sieben Studien seien zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Mittel die Augen- und Nasen-Symptome bei Heuschnupfen deutlicher reduzieren als Plazebos.

Weitere natürliche Mittel gegen Heuschnupfen

Die Erkenntnisse zu anderen natürlichen Heilmitteln bei Allergien sind weniger überzeugend, wenn auch es dazu einige positive Erfahrungen gibt. Ob Akupunktur die Beschwerden bei Heuschnupfen zu lindern vermag, untersuchten Wissenschaftler der Berliner Charité in einer Studie mit über 400 Patienten. Der Erfolg war mässig.

Laut einer Untersuchung hilft aber Vitamin E gegen lästige Nasen-Beschwerden. Für Prof. Dr. Edzard Ernst besteht hier jedoch noch Forschungsbedarf. «Eine einzige Studie ist noch nicht ausreichend für ein abschliessendes Urteil.»

Die Pollenprognose des Allergiezentrums Schweiz

www.pollenundallergie.ch

 

Quellen: Universitätsspital Zürich, Stern, Beobachter Gesundheit, Allergiezentrum Schweiz, Sprechzimmer, Solothurner-Zeitung

Text: Christine Lendt